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Kultureller Brückenschlag Wallis-Thurgau "Nennt mir das Land, so wunderschön" heisst es auf der einen Seite. "O Thurgau, Du Heimat, wie bist Du so schön" tönt es auf der andern. Beide Seiten meinen das gleiche: die Schönheit der Naturlandschaft, die stark von einem markanten Wasserlauf namens "Rhone" (Rotten) beziehungsweise der "Thur" geprägt worden ist und wird. Diese Schönheit der Landschaft verbindet zwei Grenzkantone, zwei Kantone mit all ihren Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten, die sich hier auf kleinem Raum in der Frauenfelder Balière begegnet haben. Die kultur-touristische Reise von einem Ende der Schweiz zum anderen über die Etappen Weinfelden, Naters, Zermatt, Frauenfeld, zeigt, dass die Partnerschaft Thurgau - Wallis, wie sie im Rahmen de 700-Jahr Jubiläums der Eidgenossenschaft initiiert worden ist, Bestand hat. 1991 haben bekanntlich der Thurgau und das Wallis beschlossen, sich über eine Reihe von Begegnungs-Projekten näherzukommen. Schulklassen haben sich im Rahmen von Projektwochen und Schulreisen besucht; Grossratsdelegationen, Gemeindedelegationen und Vereine haben gegenseitiges Gastrecht genossen; eine gemeinsam erarbeitete Ausgabe der Literatur-Zeitschrit "espoir - hoffnungen" ist herausgegeben worden: Journalisten haben über die anderen am Ende der Schweiz, à l'autre bout de la Suisse berichtet usw. Die Brücke hat ihren Siebenjahrestest bestanden; dass sie heute immer noch trägt, spricht für unsere beiden Kantone und ihre Bewohner. Einen speziellen Dank für den heutigen kulturellen Brückenschlag verdienen zweifellos die beiden Künstler Felix Grünwald aus Brig und Karl J.Schaufelberger aus Riedt-Erlen. Sie haben kreativ-innovativ umgesetzt, was unser 1993 geschaffenes kantonales Kulturförderungs- und Kulturpflege-Gesetz in Paragraph 3 prosaisch so umschreibt: Der Kanton arbeitet mit Kulturträgern in der Schweiz und im Ausland zusammen. Er fördert insbesondere den Kulturaustausch mit anderen Kantonen oder mit Ländern der Bodenseeregion. Hinter diesen Worten des Gesetzgebers steht der Glaube, dass Kultur keine Grenzen kennt, Brücken schlägt und Menschen zusammenführt. Wenn Kultur keine Grenzen kennt, haben wir also von einem weiten Kulturbegriff auszugehen - so weit sogar, dass darin auch die "agricultura" und die "viticultura" ihren Platz haben. Wenn sich hier in der Balière somit Kunst und Tourismus, Walliser Wein, Thurgauer Most und Käse sowie Walliser Spezialitäten einträchtig zusammenfinden, so ist dies ganz einfach folgerichtig und stimmig. Mir bleibt, Ihnen in diesem Sinn auf der Brücke Wallis - Thurgau und darum herum viele interessante, anregende Entdeckungsreisen und Begegnungen zu wünschen.
Paul Roth, Leiter Grossratskanzlei und Betreuer der Kantonspartnerschafts-Gründung Wallis-Thurgau 1991
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