Kultur-Management

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Bildende und angewandte Kunst  
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Corporate Culture Gehalt der Unternehmungsführung 
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MarktWirtschaft kultivieren 
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Kultur ein wirtschaftliches Bedürfnis und Gut 
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7 Kultur-Dimensionen in dem Kunst geschaffen wird ... 
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Kultureller Wert zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit 
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Leistung als Basis markt-wirtschaftlicher Profilierung 
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Führungs-Kultur als Gradmesser der Management-Effektivität
Die Kultur in einer Organisation umfasst weit mehr als lediglich den "Umgang miteinander", vielmehr rücken die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Human-Ressourcen sowie das Wissen an sich, welche innerhalb der vorgegebenen Strukturen die Strategie in individuellen Leistungsergebnissen umzusetzen vermag, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Das Fundament bilden nach der MSZG-Kultur-Beschreibung die von den Organisationsmitgliedern gemeinsam geteilten Wert- und Norm-Vorstellungen. Das Wissen bezüglich einer effektiven Führung, besonderes Know-how in der Produktentwicklung sowie die generelle Fähigkeit und Bereitschaft der Mitglieder einer Organisation, ihr Wissen permanent auf dem aktuellen Stand der Forschung zu halten, verschaffen einer Organisation dauerhafte Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz. Aus diesem Grund muss der Personal- und Führungskräfte-Entwicklung besonderes Augenmerk geschenkt werden. Wie die Sicht einer kulturorientierten Unternehmungsführung dazu aussieht ist Gegenstand der folgenden Ausführung. Wir werden dabei aufzeigen, worin der Unterscheid, bzw. die Gemeinsamkeit zwischen Kunst und Technik liegen. In einem zweiten Schritt, das Erkannte in den Kultur-Markt-Kontext integrieren und die wesensbestimmenden Elemente des Phänomens Kultur ausarbeiten.
Bildende und Angewandte Kunst

"Kunst und Technik" (vgl.Mumford,1959), stellen - um ein Bild zu benutzen - eine ideale Partnerschaft dar, in der beide Partner zwar ihre eigenen Stärken und Begabungen haben, sich aber gleichzeitig ihre praktisch untrennbare gegenseitige Abhängigkeit eingestehen, von der sie im Leben gern Gebrauch machen. 

Bildende Kunst formt Bewusstsein, angewandte Kunst transformiert Bewusstsein

Wird man zum "Künstler" (vgl.Svilar,1991) geboren oder ist der Künstler ein sensibles Medium, ein Seismograph höheren Wirkens, folgt er bei seinem Tun göttlicher Eingebung, oder ist er selber Schöpfer? Diese Fragestellungen erscheinen  berechtigt, wenn wir bedenken, mit welchen Attributen wir kreative Menschen belegen und ihr Wirken umschreiben. Da ist vom "begnadeten Künstler" die Rede, dessen "Genie dicht am Rande des Wahnsinns steht", da fallen Worte wie "Lichtblick","Geistesblitz", "göttlicher Funke", vom "Musenkuss" ist die Rede, von "Entrücktheit" bestensfalls und "Spinnerei" schlimmstensfalls, von "Visionen", "Eingebungen" und cleverer  "Wort- und Bildaktrobatik".

Bildende Kunst und Angewandte Kunst

Was sachlich heisst, dass neben der bildenden Kunst und ihren klassischen Ausdrucks-Mitteln: Zeichnung, Malerei und Skulptur, das weite Betätigungsfeld der sogenannten "angewandten Kunst" (Technik, bzw. Handwerk als Synonyme) mit seinen entsprechend spezialisierten Berufsmöglichkeiten, existiert. Und menschlich, dass Kunst die balancierte Synthese von "Fähigkeit" und "Fertigkeit" bedeutet.

Bildende Kunst fördert die Bewusstseins-Fähigkeit, Angewandte Kunst die Bewusstseins-Fertigkeit

Die zu begreifende und nachher noch näher differenziert dargelegte Situation enthält die Unterscheidung zwischen Kunst (Bildende Kunst als Synonym) und Technik (Angewandte Kunst als Synonym), die zwar voneinander, ihrem Wesen her verschieden, aber aufeinander bezogen sind und sich wie folgt charakterisieren lassen. Kunst hat mit "Fähig-sein", Technik mit "Fertig-sein" zu tun. "Fertig" ist das Gegenteil von "fähig". Das, was "Fähigkeit" meint, ist nichts, das gegenständlich würde. Gegenständlich wird nur, was die "Fähigkeit" "fertig" macht, ein Bild, ein Buch, ein Tisch, ein Haus usw. "Fertigkeit" meint damit "imstande sein", "in Form sein". Sie kennen diesen Ausdruck: jetzt bin ich "imstande" etwas zu tun; jetzt fühle ich mich "in Form". Was sich darin ausdrückt, ist nichts anderes als die Entwicklung, die Erfahrung, die uns weitergebracht hat unserer "Selbst" bewusst zu sein.

Corporate Culture Gehalt der Unternehmungsführung
Wenn wir versuchen den Gang dieser Erfahrung ganzheitlich zu erfassen und dessen wesentlichen Merkmale in seinen gegenseitigen Abhängigkeiten im Unternehmungs-Führung-Kontext aufzuzeigen,  gelangen wir zur nachfolgenden tabellarischen übersicht:
Unternehmung Führung Funktionen Inhalt Form Fragen
Organisation Struktur Selektion Grundlage Planung Wozu?
Team Kultur Entwicklung Ziel Entscheidung Warum?
Persönlichkeit Strategie  Lenkung Massnahmen Anordnung Was?
Kunst  Technik Gestaltung Mittel Kontrolle Wie? Womit

Die 4 farblich (vgl.Lüscher,1989,1991) unterschiedlich gekennzeichneten Ebenen stehen untereinander in einem bestimmten Beziehungs- und Abhängigkeitsverhältnis wie hier näher erörtert wird. Veränderungen im Ablauf oder Aufbau einer Position können Konsequenzen bei den anderen Positionen bewirken. Ihr Wechselspiel entscheidet über das Klima und die Atmosphäre eines Unernehmens. Es bilden sich hierbei bestimmte Rituale, Traditionen und Wertvorstellungen, wie die einzelnen Elmente in welcher Reihenfolge, Kombination, mit welcher Gewichtung zu handhaben sind etc.. Dies ist Gegenstand diverser Abhandlungen zum Phänomen Unternehmungskultur. Wir gehen hier einen Schritt weiter und fragen uns welcher Kontext beschreibt das, was wir Markt-Kultur bzw. Kultur-Markt oder der Markt und die Kultur der Unternehmungsführung bezeichnen könnten? Besteht auch hier wie bei Kunst und Technik eine ideale Partnerschaft? Oder handelt es sich um zwei Gegensätze bzw. die zwei Seiten derselben Medaille? 

MarktWirtschaft kultivieren

Es ist wesentlich zu erkennen, dass "Wirtschafts-Subjekte" (Frey,1993,S.265), d.h. individuelle Entscheidungs-Träger mit einer bestimmten wirtschaftlichen Funktion: Konsumenten, Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Unternehmungen/Produzenten drei marktrelevante Ansprechs-Ebenen aufweisen: 1. die Ebene der Nachfrage, 2. Ebene des Problems und 3. die Ebene des Bedürfnisses (vgl. Frey,1993, S.36ff., Mollenhauer/Remmerbach,1988,S.126ff.)

Die Markt-Realität

Das Phänomen der Nachfrage entsteht normalerweise dadurch, dass beim "Nutzer" (vgl. Ewert, 1993, S.92ff., Frey,1993,40ff.,251) ein Problem im Umgang mit dem derzeitig angebotenen Produkten und Leistungen auftritt und dass jede Tätigkeit des Menschen ihren Ausgangspunkt in einem Bedürfnis hat, das er befriedigen möchte. Bevor wir uns mit der grundlegenden Ordnung und der Funktionsweise des kulturellen Systems auseinandersetzen und versuchen die kulturwirtschaftlichen Regelmechanismen und Verhaltensweisen zu begreifen, wollen wir uns vorrangig damit beschäftigen, was sich auf der Ebene des kulturellen Bedürfnisses und wirtschaftlichen Gutes abspielt. Die Einzelfragen in der Art: Was ist technisch möglich, rechtlich erlaubt, politisch durchsetzbar, psychologisch akzeptabel, moralisch vertretbar, was bringt's und was kostet's summieren sich zur kulturwirtschaftlichen Gesamtfrage: Was ist machbar? (Neuberger,1988,in: Wunderer,S.56)

Kultur ein wirtschaftliches Bedürfnis und Gut

Zum einen entsteht Kultur aus dem Wunsch nach sinnvoller geistiger und körperlicher Tätigkeit und entspricht in dieser Bedeutung einem wirtschaftlichen Bedürfnis (Kaspar,1990,S.9ff.). Zum anderen kann Kultur als ein wirtschaftliches Gut aufgefasst werden, welches der Definition nach beschränkt zur Verfügung steht und damit eine knappe Ressource darstellt. In seiner Art ist das kulturelle Gut sowohl ein materielles Gut wie auch ein immaterielles Gut. Das heisst sowohl ein Gut mit greifbaren, sachlichen Eigenschaften (Stichwort: Investition, Produktion, Konsum, Gebrauch und Verbrauch), als auch ein Gut mit begreifbaren, personalen Eigenschaften (Stichwort: Rechte und (Dienst-) Leistungen). 

Der materielle und immaterielle Wert des Gutes Kultur

Das kulturelle Gut besitzt nebst einem materiellen Wert auch einen immateriellen Wert. Was heissen soll, dass auf der einen Seite Kultur mit: ver-kauf-en, ver-markt-en, er-wirtschaft-en zu tun hat, auf der anderen Seite mit er-schaffen, er-denken und schöpferisch tätig sein.

7 Kultur-Dimensionen in dem Kunst geschaffen wird ...

Zerlegt man das kulturelle System in seine wesensbestimmenden Elemente, so findet man, ausgesprochen oder nicht 7 hauptsächliche Dimensionen, um das kulturelle Phänomen auf einen (gewollten) markt-wirtschaftlichen Vorzugszustand hin zu kanalisieren, um den schöpferischen Vorgang, in dem Kunst geschaffen, bzw. kultiviert wird (Grünwald, 1996) besser charakterisieren zu können und damit besser zu handhaben:

  1. Das kulturelle Bedürfnis, das die kreative Tätigkeit befriedigt
  2. Die handelnde Person
  3. Die Form, welche für die handelnde Person Ausgangspunkt und Zielpunkt ihres kreativen Handelns darstellt
  4. Die Tätigkeit, mit der die Person wirkt.
  5. Das Material, auf das die Person einwirkt.
  6. Das Produkt, das dabei entsteht.
  7. Der Zweck, den die Person damit verfolgt und das Produkt erfüllt, bzw. erfüllen soll.

Auf einen Nenner gebracht: 1. Bedürfnis, 2. Person, 3. Form, 4. Tätigkeit, 5. Material, 6. Produkt und 7. Zweck bestimmen den Wesens-Gehalt des kulturellen Gutes seit Platon (Suhr,1992) im Westen wie Osten. Der Unterschied liegt in den beiden Human Ressources Leitbegriffen: Struktur (System) und Strategie (Tao), welche das kollektive Kultur-Bewusstsein symbolisieren, wie im Culture Art Doppelband dargestellt, und Natur mit Kunst, bzw. Unternehmen mit Philosophie über die Brücke Kreativität miteinander verbindet.

Kultureller Wert zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit

Der kulturelle Wert stellt ein Soll-Bild eines Wertes dar. Diese Wertvorstellung sieht Material (Inhalt) und Form als eine ineinandergreifende und ergänzende Einheit, als Möglichkeit und Wirklichkeit (im Zürcher Ansatz: inhaltliche und formelle Seite der Führung bezeichnet: Unternehmungspolitik und Führungstechnik). Betrachten wir nun z.B. den Werkstoff Stein, so ist er aus der Sicht des Bildhauers der Möglichkeit nach eine Statue (Ideal-Bild), aus der Sicht eines Kunden ist er es nicht. Erst wenn der Bildhauer den Stein bearbeitet (geformt, bzw. modelliert) hat, ist er einer zweck-rationalen Wert-Haltung gemäss eine Statue (Real-Bild). Genauer gesagt, wird aus Möglichkeit Wirklichkeit, aus Idealität Realität und damit Aktualität. Es ist aus diesem Grunde zweckmässig zu differenzieren: Was wäre wünschenswert? Was unabdingbar notwendig? Was kompensierbar durch eine andere Gewichtung der Wert-Vorstellung und/oder Wert-Haltung, bzw. durch einen anderen Werte-Mix? Was mit anderen Worten heisst, nach dem Sollen, Müssen und Dürfen (eines Unternehmens zu) fragen.

Die nicht veränderte Wirklichkeit

An dem genannten Beispiel wird ersichtlich, dass zum einen der kulturelle Wert in sich das Ziel trägt, von einer möglichen zur wirklichen Entfaltung eines Gegenstandes bzw. Wesens voranzuschreiten. Zum anderen, dass Wandel nicht die Folge irgendeiner Kraft ist, sondern eine natürliche Tendenz ist (Artistoteles: nennt dies Entelechie), welche allen Dingen und Situationen von vornherein innewohnt. Aber das weist nicht auf eine veränderte Wirklichkeit hin, sondern legt nur nahe, dass man beides braucht - ein Denken in Möglichkeiten und das Handeln in der Wirklichkeit und begründeten Prinzipien, das Wissen von Alternativen, wie das Anerkennen von Einwänden und Kritik.

Leistung als Basis markt-wirtschaftlicher Profilierung

Im Hinblick auf eine Beeinflussung des Verhaltens-Potentials von Wirtschafts-Subjekten sind vor allem zwei Ansatzpunkte von Bedeutung, wenn man die situative Möglichkeit als gegeben voraussetzt:

  • die Leistungs-Motivation (als derjenigen Motivations-Form, die Fähigkeiten und Fertigkeiten so mobilisiert, dass am Schluss Produkte und Verhaltens-Ergebnisse entstehen, die nach Leistungs-Kriterien bewertet werden können) und
  • das Leistungs-Motiv (als einer Bereitschaft unter bestimmten Anregungs-Bedingungen auch Leistungs-Motivation zu entwickeln)

Dabei lassen schwache Leistungs-Motive gute Anlagen und Fähigkeiten nicht zur Entfaltung kommen. Starke Leistungs-Motive bringen mittlere Fähigkeiten und Fertigkeiten zu ihrer vollen Entfaltung, und überdurchschnittliche Leistungen werden immer dann erzielt, wenn sich grosse Fähigkeiten und Fertigkeiten mit starker Leistungs-Bereitschaft verbinden. Als Hinweis zur Bewertung einer Leistung kann folgendes Bezugs-System dienen (Hoefert,1989,S.225ff.,Withauer,1992,S.34ff.):

Leistung = f (Motivation x Motiv)

Das bedeutet, dass Leistung grundsätzlich angesehen werden kann als Funktion (f) von Motivation und Motiv, d.h. von Fähigkeit und Fertigkeit und Bereitschaft; was heissen soll, von Können, Wissen und Wollen; wobei man darüber streiten kann ob "x" oder "+" sinnvoller ist. 

Führungs-Kultur als Gradmesser der Management-Effektivität

Klar sollte auf jeden Fall damit sein, dass Minder-Leistung immer eine Folge fehlender "Führungs-Kultur" darstellt. Das heisst, eine Folge die auf fehlender Kompetenz und ungenügende sachliche wie emotionale Unterstützung zurückzuführen ist. Ist dies der Fall, wird ein Geführter wie Führer immer ein Minder-Leister sein, auch wenn er sich noch so sehr bemüht. Klar sollte auch (nach dem Lesen der Bücher von Malik (2000) oder Zielke (1985) sein, dass nicht nur überall - in der Familie, in Schulen, Vereinen, Betrieben und Institutionen - geführt wird, sondern auch auf vielfältige Art und Weise. Je nachdem, in welchen Bereichen geführt werden muss, welche Ziele anvisiert werden, wer wen führt, in welcher Situation geführt wird, können sich die Führungs-Konzepte, -Modelle, -Stile und -Richtlinien ändern (Rühli,1992)

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