KCA-UnternehmenSPhilosophie

USP'1

Über die eigene "UnternehmenSPhilosophie" (USP) nachdenken, bedeutet über den Sinn des eigenen Unternehmens und des eigenen Tuns im Dienste des Unternehmens [Kunst] nachdenken. Die Bedeutung dieses Philosophierens liegt darin, zu bestimmen, welche Probleme überhaupt gesehen werden. Hierbei betrachten wir in Anlehnung an den Zürcher Ansatz [Rühli 1992,S.10ff.] das "Unternehmen Kunst" und dessen "Führung" unter drei vorrangigen Perspektiven. Wie aus der Abbildung zu entnehmen, sind dies: A: Strategie,  M: Struktur, E: Kultur und zusätzlich N: Management, diejenige Perspektive, welche im Sinne der MZSG-Philosophie, das Nutzenpotential der drei erstgenannten darstellt, sie handbar und damit führbar macht, ihnen Effektivität und Wirksamkeit verleiht.
Perspektive Management Art 
Strategie Strategisches Management [E.Rühli,1991] Tao Art - Das Tao der Kunst  
[
Grünwald/Im-Lemke,1996]
Struktur Strukturmanagement [Rühli/Sachs,1991] System Art - Das System der Kunst 
[F.+M.W.Grünwald,1996]
Kultur Kulturmanagement [Rühli/Keller,1991] Culture Art - Die Kultur der Kunst 
[
Grünwald/Im-Lemke,1996]
Management Führen-Leisten-Leben [F.Malik,2000] Management Art - Unternehmensführung und Kunst  
[
M.W.Grünwald,1999-2001]
Der "Strategie - Struktur - Kultur - Management- Kontext" und dessen farblich sichtbar gemachter "Sinnergie-Gehalt", hat, wie wir zeigen werden, sowohl einen erkenntnisleitenden als auch einen pragmatischen Wert: Ein Unternehmen und damit auch die Unternehmensführung (der Kunst) kann unter diesen vier General Management Perspektiven analysiert, beurteilt und wie folgt charakterisiert werden:
 Im Weg liegt das Ziel
Der unternehmerische Weg, der uns über die drei Stufen: Strategie-Struktur-Kultur zur Deutung des  Schlagwortes Management führen wird, ist derart zu interpretieren, dass sich ein Unternehmen vorrangig durch seine Strategie, Struktur und Kultur manifestiert, welche von Menschen gehandhabt wird, die wir allgemein als Manager, bzw. Unternehmer und Führungskräfte bezeichnen. Die im KCA "Management Art Modell" erwähnten Werke liefern zu den vier Unternehmens-Bausteinen:
A: Strategie M: Struktur E: Kultur N: Management
neben wissenschaftlichen Grundlagen, auch Beiträge von Personen, welche in der Realität die Verantwortung für Strategien, Strukturen und Kulturen in der Unternehmung tragen und verantwortlich für die Ausbildung von Kaderleuten sind.
Vorgehen: 
Nachfolgend definieren wir jeweils zuerst, was aus Sicht des Züricher Ansatzes (Rühli,1993,1988,1985) und der MZSG-Philosophie, unter diesen vier "General Management Bereichen" verstanden wird und ergänzen diese Sichtweise in einem zweiten Schritt aus der KCA-Optik einer kulturbewussten Unternehmungsführung (Grünwald,1999). 
Leitfaden: 
Ein Vergleich des Zürcher Ansatzes mit dem St.Galler-Management-Modell finden Sie in: Rühli,1992 (S.1ff,65ff.). Auf diesen beiden "Frame-Works" (begrifflich-theoretischer Rahmen) baut unsere nachfolgend ausgeführte Unternehmensphilosophie und die drei danach behandelten KCA-Paradigmen: Tao Art - System Art und Culture Art, auf. Um den Text von Anmerkungen zu entlasten, wird mit Autoren- und Literaturhinweisen zurückgehalten. Wer sich dafür interessiert findet diese bei Anklick der Text-Links: "Literatur - Kontext - Quellen - Grundlagen". Änderungen und Ergänzungen bleiben vorbehalten.
A: Strategie 
- Der 3-dimensionale Begriff Strategie 
-
Natur, der Weg der Strategie 
-
Kultur. der Weg-Weiser der Strategie 
-
Zivilisation, das Weg-Ziel der Strategie 
-
Die 5 Grundlagen der Strategie 
-
Tao > Natur > Situation > Führung > Kunst

Mit dem Schlagwort "Strategie" ist hier der eigentliche Inhalt der Führungstätigkeit, d.h. die Unternehmenspolitik gemeint. Diese Linse fokussiert auf das, was als Leitstern, bzw. Business Mission generell bezeichnet wird. Die nachgelagerte Struktur und Organisations-Prozesse müssen strategiegerecht gestaltet werden. Hierfür ist ein entsprechender Führungs-Stil und Führungs-Methodik Voraussetzung zur Schaffung einer innovativen Unternehmens-Kultur. Womit klar zum Ausdruck kommt, dass die Strategie die Marschrichtung eines Unternehmens bestimmt, deren Entwicklung und Umsetzung eine klare Abstimmung zwischen Zielen - Massnahmen (Strategie i.e.S) und Mitteln auf auszuarbeitenden Grundlagen verlangt. Den von Hans Wüthrich (1991) eingeschlagene Weg, weg von der "Strategietechnokratie" hin zum "mentalen Management" setzen wir hier wie folgt fort:

Der 3-dimensionale Begriff  Strategie
In den folgenden Ausführungen gehen wir davon aus, dass der Begriff Strategie und damit auch das strategische Denken unter drei vorrangigen Blickpunkten der menschlichen Realität betrachtet werden kann. Es sind dies in Anlehnung an Dyllick (1982,S.16ff,41ff.): 1. Natur, 2. Kultur, 3. Zivilisation. Zu beachten ist hierbei, dass diese drei Bereiche, bildlich gesprochen, als Ablagerungen in verschiedenen Gesteins-Schichten vorzustellen sind, welche zusammen einen dreischichtigen Berg bilden, dessen Deutung eine Wahrnehmung durch "3 Brillen" (Vgl. Müri in: Huber/Daenzer,1992,S.287ff.) verlangt: 1. Verstandesbrille: objektive äussere Wahrnehmung = Faktendenken, 2. Gefühlsbrille: subjektive äussere und innere Wahrnehmung = Wertedenken, 3. Intuitionsbrille: transzendentale innere Wahrnehmung = Bilddenken
Natur - der Weg der Strategie  

"Das Buch der fünf Ringe" (1985) des Samurai-Meisters, Philosophen, Malers und Bildhauers Myamoto Musashi (1584-1645)  behandelt äusserlich betrachtet den Weg der Schwertkunst; aber indem Musashi ihre verschiedenen Prinzipien in den fünf Büchern: dem Buch der Erde, des Wassers, des Feuers, des Windes und der Leere darstellt, erhalten wir nicht nur Einblick in den Weg der Strategie als den Weg der Natur, sondern auch die folgenden Aufschlüsse über die Kultivierung dieses Weges.

Kultur - der Weg-Weiser der Strategie  

Der Einleitung des "Buches der fünf Ringe "(S.51) können wir entnehmen, dass das "Schriftzeichen" für "Weg" sich sinojapanisch "do" liest und dasselbe ist wie das chinesische "tao" und dass dieses Schriftzeichen in den Bezeichnungen verschiedener Künste und Wege benutzt wird, z.B. "Ka-do" (Blumenweg); "Cho-do" (Teeweg) u.a.m. All diese Wege stellen die menschliche Tätigkeit in einen ganzheitlichen oder kosmischen bzw. religiösen Zusammenhang, der den Übenden zur Vollendung führen soll. Diesem Gedanken-Gang folgend kann letztlich unser ganzes Dasein unter dem Bild des Weges gedacht werden. Wo der Weg aber zum blossen Kriterium des "technischen Fortschritts" wird, dass alles immer schneller geht, da wird die Strecke zwischen Anfang und Ende immer kürzer und der Weg verschwindet und mit ihm auch die Sinn-Macht der sprachlichen Symbolik (und die "wa(h)re" Kunst").

Zivilisation - das Weg-Ziel der Strategie
Auf dem natürlichen Fundament der "fünf grossen Elemente" haben wir den Tao-Weg der Strategie errichtet und hingewiesen, was mit dem Schriftzeichen für "Weg" in der asiatischen Kultur in Beziehung gebracht wird, bzw. welche Gefahr mit dem Primat des "technischen Fortschritts" verbunden ist. Werden wir dieser Gefahr bewusst, erleben wir, dass eine sinnerfüllte Entfaltung des "Natur - Kultur - Zivilisation - Kontextes" vor allem durch Hindernisse in unserer eigenen Persönlichkeit, in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und in unserer Umgebung blockiert werden. Entweder bleiben wir vor diesen Hindernissen stehen, oder wir umgehen sie, indem wir lernen ihre Positionen zu verändern, oder ihren Einfluss auf unser Leben zu neutralisieren. Dazu dient uns die nachfolgenden "fünf Grundlagen der Strategie" von Sun Tsus 2500 Jahre alten Meisterwerkes "Die Kunst der Strategie" (Wing,1989) als Orientierungs-Grundlage.
Die 5 Grundlagen der Strategie der Strategie  
Die von Sun Tsu stammenden fünf Grundlagen der Strategie: 1. Tao, 2. Natur, 3. Situation, 4. Führung, 5. Kunst (vgl.Wing,1989,S.26ff.) definieren das Wesen und die Essenz des Strategie-Begriffs, d.h. das, was ständig im Auge behalten werden muss. Sie stellen die Fortbildung des oben erwähnten leitenden Gedankens "Weg" dar, entsprechend den stets sich ändernden Verhältnissen unserer Umwelt. In den Worten Hinterhubers (1992,S.11) ist die Strategie der "Weg, über den die Veränderung zu einem konstruktiven, tragfähigen Konzept ausgebaut wird", welcher sich in Anlehnung an die Struktur-Analyse Rombachs (1988,S.262ff.) wie folgt charakterisieren lässt. Als Richtschnur dient uns die hier näher erörterte Abkürzung: "A-M-E-N".
  A: Tao
Tao bedeutet wörtlich Weg, über den der Prozess des kontinuierlichen Wandels in der Natur geschieht. In den Worten Musashis: "Der Weg der Strategie ist der Weg der Natur". 
M: Natur 
Alle Vorgänge, die wir in der Natur beobachten, nehmen am erwähnten Wandlungs-Prozess teil und das diesen Prozess bedingende Gesetz nennen wir "Polarität" (Wendt,1986). So gesehen sind Ziele und Mittel zwei Seiten eines gleichen Vorganges, den wir "Strategie" (Weg) nennen. Ein Weg wird in diesem Sinne erst dann begehbar, wenn die anvisierten Ziele bekannt und die zur Erreichung dieser Ziele notwendigen Mittel vorhanden sind und (dafür) eingesetzt werden.
E: Situation  > Aspekte
Wir merken uns: Ziele müssen gesteckt, anvisiert und genau fixiert werden. Sie sind über zu erkundende Wege zu erreichen und müssen durch einen bestimmten Mittel-Einsatz realisiert werden. Das wichtigste ist auch hier, die "Flexibilität" (Klimecki R.G./Probst G.J.B./Gmür M.,1993). In den Worten Senecas: "Ich wünsche mir die Kraft, die Dinge zu verändern, die ich ändern kann - und die Gelassenheit, die Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann - und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." 
N: Führung 
Die strategische Führung beruht zuerst einmal auf dem Richtungs-Gedanken, d.h. auf der Suche nach einer optimalen Ziel-Position, von der aus spezifische, präzisierbare Ziele erreicht werden können. Strategie ist so verstanden der Weg, über den diese Ziel-Position anvisiert und in entsprechenden Massnahmen zur Zielerreichung fixiert wird.
Zischenstop:
Die Verfolgung einer Strategie setzt damit voraus, dass bestimmte Ziele feststehen, bzw. festgelegt werden, welche weiter präzisiert und den effektiven Entwicklungen angepasst werden. Die Entwicklung einer Strategie besteht somit in der Konzeption von Zielen, Massnahmen und Mitteln und bezweckt die Veränderung einer Situation. Ohne die Änderung im bestehenden Mittel-Einsatz wird dies nur mühsam zu bewerkstelligen sein, zudem Wege nicht nur erzielt, sondern auch erschlossen, angelegt und begehbar gemacht werden müssen, soll vorhandenes Potential genutzt und Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden.
A-M-E-N:  Kunst

Der "strategische Entscheidungs-Prozess" (Hinterhuber,1992,S.19) ähnelt dem kreativen Prozess von Personen, welche künstlerisch tätig sind. Die Kunst der strategischen Führung liegt dabei in der Verbindung von Planmässigkeiten im Grossen mit dem Wage-Mut des Darauf-ankommen-lassens jenseits der Grenzen der Berechenbarkeit. Diese Art von Kunst (-> Hinterhuber 1992, Band 1: S.7ff.,37ff., Band 2: S.291ff.,294ff,302ff.) erlernt sich wie jede Kunst nicht auf rein rationalistischem, sondern vor allem auf empirischem Wege, d.h. auf dem Wege der Tätigkeit, welche den Neigungen des betreffenden Menschen entsprechend zu handhaben und zur Fertigkeit hin auszubilden ist. Das Wie? führt uns zur Definition, was wir unter dem Schlagwort "Struktur" verstehen.

M: Struktur 

- Die vier "Seiten"der Organisation 
Die vier Buchstaben "T-E-A-M" 
Der Weg zum Besseren in 4 Stufen 
-
Der Leitbegriff Organisation   
-
New Game: Wandel meistern 
-
A-M-E-N Strategie und T-E-A-M Stil  
-
FIT Leitbild: Flexibilität - Innovation - Timing

Der Ausdruck" Struktur" ist hier ebenfalls plakativ und umfassend gemeint. Er beinhaltet nicht nur den organisatorischen Aufbau, sondern auch die Abläufe sowie strukturelle Aspekte ausserhalb des Organisatorischen. Der Unterschied von Struktur und System kann man sich am Beispiel einer Unternehmung über folgenden Merksatz klar machen: "Eine Unternehmung ist ein System, sie hat eine (bestimmte) Struktur". Diese Struktur (Ordnung) besteht in einem Unternehmen aus Regelungen über die Beziehungen der vier Seiten der Organisation (Schmidt,1991,S.24) zueinander, symbolisiert in der Abkürzung: TEAM (Wonder/Donovan,1992,S.75)
Die vier "Seiten" der Organisation
1  Aufgaben - Aufträge - Arbeit (als Erfüllung von Aufgaben und Aufträgen)
Menschen (Aufgabenträger)
3 Sachmittel (körperliche Gegenstände)
Informationen (Zweckbezogene Nachrichten)
Die vier Buchstaben "T-E-A-M" :

T  

Trauen: Vertrauen(swürdigkeit) > Zutrauen > Selbstvertrauen 

Ego-Identität: Corporate Personality > Corporate Identity (CP-CI)

Action: Bewegung > Vorgang > Verhalten > Handlung  (Lorenzen,1974,S.26,1985,S.175ff.)

Methode: 1 Philosophie > Einzel-Wissenschaften 2 Politik+Technik 3+4 Sinn-Rationalität
 
Der Weg zum Besseren in 4 Stufen:
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln: Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste; zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste; drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (Konfuzius). In den Worten von Paul Lorenzen (1985,S.207): Der Mensch hat 1. "Empfindung: er kann durch Lust und Schmerz lernen. 2.Der Mensch hat Phantasie: er kann durch Lust- und Schmerzempfindungen zu Wünschen hochphantasieren. 3. Der Mensch hat Vernunft: er kann durch Denken unter seinen Wünschen wählen"  
1. Philosophie > Einzel-Wissenschaften

Jedem Menschen ist zu empfehlen, erst zu denken, bevor er handelt. Die Fachwissenschaften sind eine institutionalisierte Form dieser Denkarbeit. Diese institutionalisierten Fachwissenschaften, die heutzutage "Universität" bilden (genauer: eine Multiversität), sind historisch mühsam entstanden. Sind sie einmal da verhalten sie sich wie autonome Institutionen." (Lorenzen,1985,S.138). Für sich genommen liefert die Philosophie mit Logik und Ethik eine grundlegende Orthosprache für alle Wissenschaften. Obwohl sie nicht unmittelbar menschliche Bedürfnisse befriedigen kann, tut sie dies auf dem Weg über die Einzelwissenschaften. In Bildern gesprochen: Philosophie ist wie ein Lahmer, der ohne seine Stützen, die Wissenschaften, nichts bewegen kann. Und die Wissenschaften sind wie Arbeiter im Dunkeln, wenn sie nicht das Licht der Philosophie benutzen, um die Wege zu sehen, die sie mit dem Leben verbinden. " (Paul Lorenzen,1974)    

2. Politik + Technik

Wie ein chinesisches Sprichwort sagt, hat jedes Ding drei Seiten. In der Handlungs-Situation sind das die subjektiven Sinn-Gehalte der Handelnden, die objektiven Sinn-Gehalte der Gesellschaft und die für die Situation erst zu findenden "wahren" Sinn-Gehalte. Wem das Wort "wahr" nicht gefällt, weil es zu sehr nach dogmatischer Metaphysik klingt, ersetze es durch ein anderes (Lorenzen,1985,S.150). Wie sieht nun diese von Lorenzen (1985,S.150,190) beschriebene Situation aus und wie kann sie seiner Meinung nach verbessert werden? "Unsere Staaten haben sich aus primitiven politischen Verbänden entwickelt. Sie haben dabei primär eine künstlerisch-religiöse Kultur entwickelt, die aber zu einer Pluralität traditionaler Lebensgestalten geführt hat. Sekundär haben sie - welthistorisch erstmalig - eine einheitliche technisch-ökonomische Gesellschaft hervorgebracht. Diese erfordert - und fördert - nur technische Vernunft. Für die politische Vernunft (Lorenzen,1978) ist die Verwaltung der Gesellschaft dagegen nur ein Mittel, das die Bildung der Staatsbürger zum Zweck hat: das Ziel ist die tertiäre Entstehung einer ethisch-politischen Zivilisation. Zu den zwei Dimensionen der ethisch-emotionalen und der technisch-rationalen Bildung, tritt als Aufgabe die dritte Dimension der ethisch-rationalen Bildung." 

3. Sinn-Rationalität

"Wer seine eigenen Verhaltensnormen kennt (wenn sie ihm, wie man sagt, bewusst sind), wird sich - ohne weitere Überlegungen - wünschen, das Schmerzvermeidende und das Lustbringende zu tun. Ich möchte vorschlagen, dann von "Begehrungen" zu sprechen. Sinnrational kann man aber nur handeln, wenn man vor dem Tun die Überlegung einschaltet, ob das Begehren auch aufgrund des erworbenen "Sinngehaltes" (als umfassendes Wort für alles das, was jemand - zu einem Zeitpunkt - denkt und will) den Entschluss bestimmen soll, d.h. ein Wollen werden soll. Die Sinnrationalität erfordert also Besonnenheit vor dem Tun, damit man überlegt, ehe man handelt - und damit man nicht unmittelbar dem Begehren folgt, also bloss "emotional" reagiert. Nach dem Überdenken der Situationsänderung aufgrund des eigenen Sinngehaltes gilt es, das zu tun, was die Überlegung ergeben hat. Sinnrational ist nur, wer gemäss dem gebildeten Willen (Be-Deutungen) auch handelt, statt - durch "irrationale" Befürchtungen oder Hoffnungen - doch etwas anderes oder gar nichts zu tun. Die Sinnrationalität erfordert also Tatkraft nach dem Denken. Besonnenheit und Tatkraft, "temperantia" und "fortitudo", das sind aber die beiden ethischen Kardinaltugenden - quod erat demonstrandum. Damit man vernünftig handelt, braucht man dann noch (die intellektuellen Tugenden der) Klugheit und Gerechtigkeit. Diese sollten die Wissenschaften lehren." (Lorenzen,1978,S.138f.)

4. Was sinnvoll ist ...

"Jede Theorie ist nur sinnvoll aufgrund einer Praxis: das ist der Primat der Praxis. Darüber hinaus gilt aber, dass jede technische Praxis nur sinnvoll ist aufgrund vorhergegangener Verständigung über Zwecke. Jede technische Praxis setzt voraus, dass gewisse Formen der gemeinsamen Willensbildung, des gemeinsamen Handelns schon vorhanden sind. Jede technische Praxis setzt zumindest frühe Formen einer politischen Praxis voraus. Neben dem Primat der Praxis vor der Theorie gilt also zusätzlich der Primat der Politik [Unternehmungspolitik: Führungs-Inhalt] vor der Technik [Führungstechnik: Organisations-Form]. Wissenschaftstheoretisch ausgedrückt, ist das der Primat der Kulturwissenschaften vor den Naturwissenschaften." (Lorenzen,1978,S.153)

Der Leitbegriff: Organisation

Organisation ist hierbei gleichzusetzen mit dem Begriff des Strukturierens, dem ordnenden Gestalten in einem System (Schmidt,1991,S.12). Aus Sicht des organisatorisch Tätigen ist es zweckmässiger zu sagen: "Ein System hat eine Organisation", das ist eine Struktur oder Ordnung, die vom Organisierenden erarbeitet worden ist. 

- Organisation: dauerhaft
- Disposition: einmalig 
- Improvisation: vorläufig

Der Organisator schafft Ordnung, und zwar dauerhafte Ordnung. Ein Kunstschaffender meist eine Strukturierung, die nur einmalig gültig ist, welche durch Disposition geschaffen werden, bzw. eine Strukturierung, die nur für eine begrenzte Zeit gültig sein soll: Improvisation. Diese kann aus verschiedenen Ursachen notwendig sein. 1. Alles ist noch in Fluss - eine dauerhafte Lösung ist wegen der sich ständig verändernden Bedingungen nicht möglich. 2. Es soll auf jeden Fall anders werden - nur sieht man im Augenblick dafür noch keine Möglichkeit. Dann wird die Lösung als Provisorium tituliert, um möglichst wenig festzuschreiben. 3. Aus zeitlichen Gründen konnte eine als dauerhaft angestrebte Lösung nicht zu Ende gedacht werden, also behilft man sich vorläufig. Was man im "Management of change","rollende Planung" nennt.

New Game: Wandel meistern

Mit Eintritt in die nachindustrielle Phase hat das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Industrie eine grundlegende Änderung erfahren. Überkapazitäten, Umweltbewusstsein, Globalisierung, Anspruchs- und Umverteilungsgesellschaft sind Stichworte dazu. Ein "New Game" (Brendl,1989) ist entstanden. Dieses zeigt immer mehr auf, "dass es gar nicht die veränderten Bedingungen sind, die uns die eigentlichen Schwierigkeiten bereiten. Der Ausschlag für Fehlhandlungen unter veränderten Bedingungen gaben vielmehr überholte Gewohnheiten, innere Widerstände, sich anzupassen, überforderte Verhaltensklischees zur Vereinfachung von Entscheidungen bei Mitarbeitern wie bei uns selbst.Um das New Game in den Griff zu bekommen, muss sich unser Verstand zur Vernunft gebracht werden. Das oberste Gebot muss lauten: Die eine von der anderen Situation unterscheiden, also sensibler und treffsicherer werden in der Wahrnehmung von New-Game-Situationen. 

3 grundlegenden Situations-Kategorien

Wir unterscheiden nach Brendl (1989,S.20) folgende 3 grundlegenden Situations-Kategorien: Routine - Veränderung beziehungsweise  Wandel und Turbulenz.

1. Routine

Routine-Situationen lassen sich nach "Wenn-Dann-Mustern" ausregeln. Die "Wenn"-Auslösung ist vordergründig. Abweichungen im Hintergrund gleicher Symptome werden nicht erkannt. Routine vertraut auf lineare Wirkung, ist einfach strukturiert, verführt zu vorschnellen Urteilen. Was sie so attraktiv macht, ist die entlastende und energiesparende Wirkung für den Benutzer. Innerhalb des Geltungsbereiches der Routine kann man sich gar nicht irren. Deshalb verbinden sich Routine Gefühle von Sicherheit und Könnerschaft.

2. Veränderungen - Wandel

Veränderungs-Situationen zeichnen sich demgegenüber durch Ungewissheit aus, sie sind komplex, dynamisch und stressig. Aufgabe "ganzheitlichen Vorgehens" (vgl.Gomez/Probst,1995; Daenzer/Huber,1992; Schmidt,1989; Brendl,1989;Ulrich/Probst,1988) ist es, die Komplexität durchschaubar, die Dynamik handbar und die Emotionen veränderungswillig zu machen. Ein Unternehmen im Wandel wirkt auf den Insider "chaotisch" (Müri,1989: Chaos-Management), von aussen hingegen determiniert. Das deutet an, dass sich Komplexität durch einen Ebenen-Wechsel in der Betrachtung ordnen lässt. In diesem Sinne ist das New Game "halb-chaoitisch". 

2-Plus: Chaotische Veränderungen

Chaotische Veränderungen besitzen nach Brendl (1989,S.20) einige bemerkenswerte Eigenschaften:

  • Sie lassen sich nicht von der Kenntnis ihrer Teile her verstehen.
  • Ihre Beschreibung ist vornehmlich qualitativer Natur (Richtung, Intensität u.ä.).
  • Sie folgen nicht Gesetzen, sondern Prinzipien.
  • Ihre Ergebnisse werden von der Alternativ-Wahl während des Weges wesentlich mitbestimmt. Deshalb würde eine Ziel-Beharrung Alternativ-Raum verschenken.
  • Chaos bietet die Möglichkeit, mit kleinsten Impulsen völlig neue makroskopische Lösungen zu bewirken. Dies nutzen Evolution und Kreativität (vgl.Jantsch,1986)

3. Turbulenz

Wandel meistern heisst nach Brendl Chaos meistern. Der dritte Situations-Typ, die Turbulenz, ist orientierungslos, ihre Eigen-Dynamik reisst das Gesetz des Handelns an sich, man kann nur noch kanalisieren und damit Negativ-Folgen eindämmen. Im Wirtschaftsleben entsteht Turbulenz überwiegend aus Emotionen, zum Beispiel solche hinter der öffentlichen Meinung. 

  A-M-E-N:Strategie und T-E-A-M Stil der kreativen Führungsphilosophie

Das New Game verlangt einen neuen Führungsstil. Wie Peter Müri in seinem Buch "Chaos-Management - Die kreative Führungsphilosohie" (1989) anhand von 4 Management-Typologien aufzeigt, ist bei der Meisterung des Wandelns, die Fähigkeit verlangt, Ordnung aufzulösen, Chaos zuzulassen sowie nach erfolgter Neuschöpfung die Ordnung wiederherzustellen. Die ideale Führungsform des Kreativ(itäts-) Managements versucht beide Führungs-Aspekte Chaos (Divergenz: Kunst als Stereotyp) und Ordnung (Konvergenz: Wissenschaft als Stereotyp), miteinander zu verbinden. Sind Sie ein Chaos-Manager oder Ordnungs-Manager? Welcher Führungs-Stil praktizieren Sie? Im Buch von Peter Müri (1989) finden Sie einen Test zur Selbstprüfung (S.121ff.). Diesem innovativen Führungs-Modell liegt die folgende "Strategie-Struktur" zugrunde, welche über die Stufen A-M-E-N zu einem kreativen Produkt und der Ausbildung der Innovationsfähigkeit (Kreativität)  führt. Das Wesensmerkmal dieses Weges wird mit der oben behandelten Abkürzung T-E-A-M charakterisiert.

Management-Strategie Führungs-Stil ( + ) Führungs-Stil ( - )
N: Kreativ(itäts)-Management T = Schöpferisches Führen T = Führen durch Steuer-Lockerung
E: Chaos-Management E = Führen mit Kultur E = Führen mit Wildwuchs
M: Ordnungs-Management A = Führen mit Management-System A = Führen mit Bürokratie
A: Management-Abstinenz M = Situatives Führen M = Launisches Führen
Der Stil des Kreativ-Manager kann wie Peter Müri dazu auf der Seite 127f. ausführt, nicht geradlinig erworben werden. Wie die wahre Freiheit (nicht Chaos = Zwang) nur über die Opposition (Gegenabhängigkeit, siehe Pubertät in der Ablösung von Eltern) gewonnen wird, muss der Kreativ-Manager (N) den Umweg über das Chaos-Management (E) wählen. Auf diese Weise wird ein Ordnungs-Manager durch die Erfahrung als Chaos-Manager langsam zum Kreativ-Manager heranwachsen. Dieser Entwicklungsgang wird mit den Buchstaben A-M-E-N kenntlich gemacht und die bereits behandelte Abkürzung "T-E-A-M" aus der Definition des Kreativ-Stils: Der Kreativ-Manager integriert Chaos (Kultur) und Ordnung (Management), das heisst er lässt Chaos (Wildwuchs) in einem weit gesteckten Ordnungsrahmen (Bürokratie) zu. Dies verlangt, was im FIT-Leitbild von Richard Mil beschrieben wird.
FIT-Leitbild: Flexibilität - Innovation - Timining
Das folgende Leitbild stammt von Richard Mil (Fit for Business, io Managemement Zeitschrift Nr.11/1992,S.70-73 und bedeutet:
F = Flexibilität:
Anpassungsfähigkeit als marktorientierte, ganzheitliche und interdisziplinäre Einstellung, um Veränderungen zu erkennen, zu akzeptieren und die erforderlichen Massnahmen zu treffen. Zielorientierung, Risikobereitschaft, Entschlossenheit und Mut sind Voraussetzungen dafür.
I = Innovation:
Darunter wird nicht nur ein ständiger Zwang zur Erbringung und/oder verbesserter Leistungen (auf dem Markt) verstanden, sondern auch der Einsatz von verfeinerten (technologischen) Methoden.
T = Timing:
Dieser Begriff drückt den Willen aus, die Zeit als unternehmersicher Faktor anzuerkennen. Bedingt durch die zunehmenden und sich in kürzeren Folgen ablösenden Veränderungen wird "zeitgerechtes" Handeln zu einer ausschlaggebenden Grösse, welche in Zukunft über Erfolg oder Misserfolg (eines Unternehmens) entscheidet.
E: Kultur
Bildende und angewandte Kunst  
- Corporate Culture Gehalt der Unternehmungsführung 
- Markt-Wirtschaft kultivieren 
- Kultur ein wirtschaftliches Bedürfnis und Gut 
- 7 Kultur-Dimensionen in dem Kunst geschaffen wird ... 
- Kultureller Wert zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit 
- Leistung als Basis markt-wirtschaftlicher Profilierung 
- Führungs-Kultur als Gradmesser der Management-Effektivität

Die Kultur in einer Organisation umfasst weit mehr als lediglich den "Umgang miteinander", vielmehr rücken die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Human-Ressourcen sowie das Wissen an sich, welche innerhalb der vorgegebenen Strukturen die Strategie in individuellen Leistungsergebnissen umzusetzen vermag, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Das Fundament bilden nach der MSZG-Kultur-Beschreibung die von den Organisationsmitgliedern gemeinsam geteilten Wert- und Norm-Vorstellungen. Das Wissen bezüglich einer effektiven Führung, besonderes Know-how in der Produktentwicklung sowie die generelle Fähigkeit und Bereitschaft der Mitglieder einer Organisation, ihr Wissen permanent auf dem aktuellen Stand der Forschung zu halten, verschaffen einer Organisation dauerhafte Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz. Aus diesem Grund muss der Personal- und Führungskräfte-Entwicklung besonderes Augenmerk geschenkt werden. Wie die Sicht einer kulturorientierten Unternehmungsführung dazu aussieht ist Gegenstand der folgenden Ausführung. Wir werden dabei aufzeigen, worin der Unterscheid, bzw. die Gemeinsamkeit zwischen Kunst und Technik liegen. In einem zweiten Schritt, das Erkannte in den Kultur-Markt-Kontext integrieren und die wesensbestimmenden Elemente des Phänomens Kultur ausarbeiten.

Bildende und Angewandte Kunst
"Kunst und Technik" (vgl.Mumford,1959), stellen - um ein Bild zu benutzen - eine ideale Partnerschaft dar, in der beide Partner zwar ihre eigenen Stärken und Begabungen haben, sich aber gleichzeitig ihre praktisch untrennbare gegenseitige Abhängigkeit eingestehen, von der sie im Leben gern Gebrauch machen. 
Bildende Kunst formt Bewusstsein, angewandte Kunst transformiert Bewusstsein
Wird man zum "Künstler" (vgl.Svilar,1991) geboren oder ist der Künstler ein sensibles Medium, ein Seismograph höheren Wirkens, folgt er bei seinem Tun göttlicher Eingebung, oder ist er selber Schöpfer? Diese Fragestellungen erscheinen  berechtigt, wenn wir bedenken, mit welchen Attributen wir kreative Menschen belegen und ihr Wirken umschreiben. Da ist vom "begnadeten Künstler" die Rede, dessen "Genie dicht am Rande des Wahnsinns steht", da fallen Worte wie "Lichtblick","Geistesblitz", "göttlicher Funke", vom "Musenkuss" ist die Rede, von "Entrücktheit" bestensfalls und "Spinnerei" schlimmstensfalls, von "Visionen", "Eingebungen" und cleverer  "Wort- und Bildaktrobatik".
Bildende Kunst und Angewandte Kunst
Was sachlich heisst, dass neben der bildenden Kunst und ihren klassischen Ausdrucks-Mitteln: Zeichnung, Malerei und Skulptur, das weite Betätigungsfeld der sogenannten "angewandten Kunst" (Technik, bzw. Handwerk als Synonyme) mit seinen entsprechend spezialisierten Berufsmöglichkeiten, existiert. Und menschlich, dass Kunst die balancierte Synthese von "Fähigkeit" und "Fertigkeit" bedeutet.
Bildende Kunst fördert die Bewusstseins-Fähigkeit, Angewandte Kunst die Bewusstseins-Fertigkeit
Die zu begreifende und nachher noch näher differenziert dargelegte Situation enthält die Unterscheidung zwischen Kunst (Bildende Kunst als Synonym) und Technik (Angewandte Kunst als Synonym), die zwar voneinander, ihrem Wesen her verschieden, aber aufeinander bezogen sind und sich wie folgt charakterisieren lassen. Kunst hat mit "Fähig-sein", Technik mit "Fertig-sein" zu tun. "Fertig" ist das Gegenteil von "fähig". Das, was "Fähigkeit" meint, ist nichts, das gegenständlich würde. Gegenständlich wird nur, was die "Fähigkeit" "fertig" macht, ein Bild, ein Buch, ein Tisch, ein Haus usw. "Fertigkeit" meint damit "imstande sein", "in Form sein". Sie kennen diesen Ausdruck: jetzt bin ich "imstande" etwas zu tun; jetzt fühle ich mich "in Form". Was sich darin ausdrückt, ist nichts anderes als die Entwicklung, die Erfahrung, die uns weitergebracht hat unserer "Selbst" bewusst zu sein.
Corporate Culture Gehalt der Unternehmungsführung
Wenn wir versuchen den Gang dieser Erfahrung ganzheitlich zu erfassen und dessen wesentlichen Merkmale in seinen gegenseitigen Abhängigkeiten im Unternehmungs-Führung-Kontext aufzuzeigen,  gelangen wir zur nachfolgenden tabellarischen übersicht
Unternehmung Führung Funktionen Inhalt Form Fragen
Organisation Struktur Selektion Grundlage Planung Wozu?
Team Kultur Entwicklung Ziel Entscheidung Warum?
Persönlichkeit Strategie  Lenkung Massnahmen Anordnung Was?
Kunst  Technik Gestaltung Mittel Kontrolle Wie? Womit
Die 4 farblich (vgl.Lüscher,1989,1991) unterschiedlich gekennzeichneten Ebenen stehen untereinander in einem bestimmten Beziehungs- und Abhängigkeitsverhältnis wie hier näher erörtert wird. Veränderungen im Ablauf oder Aufbau einer Position können Konsequenzen bei den anderen Positionen bewirken. Ihr Wechselspiel entscheidet über das Klima und die Atmosphäre eines Unernehmens. Es bilden sich hierbei bestimmte Rituale, Traditionen und Wertvorstellungen, wie die einzelnen Elmente in welcher Reihenfolge, Kombination, mit welcher Gewichtung zu handhaben sind etc.. Dies ist Gegenstand diverser Abhandlungen zum Phänomen Unternehmungskultur. Wir gehen hier einen Schritt weiter und fragen uns welcher Kontext beschreibt das, was wir Markt-Kultur bzw. Kultur-Markt oder der Markt und die Kultur der Unternehmungsführung bezeichnen könnten? Besteht auch hier wie bei Kunst und Technik eine ideale Partnerschaft? Oder handelt es sich um zwei Gegensätze bzw. die zwei Seiten derselben Medaille? 
Markt-Wirtschaft kultivieren
Es ist wesentlich zu erkennen, dass "Wirtschafts-Subjekte" (Frey,1993,S.265), d.h. individuelle Entscheidungs-Träger mit einer bestimmten wirtschaftlichen Funktion: Konsumenten, Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Unternehmungen/Produzenten drei marktrelevante Ansprechs-Ebenen aufweisen: 1. die Ebene der Nachfrage, 2. Ebene des Problems und 3. die Ebene des Bedürfnisses (Vgl.Frey,1993, S.36ff., Mollenhauer/Remmerbach,1988,S.126ff.)
Die Markt-Realität
Das Phänomen der Nachfrage entsteht normalerweise dadurch, dass beim "Nutzer" (vgl. Ewert, 1993, S.92ff.; Frey,1993,40ff.,251) ein Problem im Umgang mit dem derzeitig angebotenen Produkten und Leistungen auftritt und dass jede Tätigkeit des Menschen ihren Ausgangspunkt in einem Bedürfnis hat, das er befriedigen möchte. Bevor wir uns mit der grundlegenden Ordnung und der Funktionsweise des kulturellen Systems auseinandersetzen und versuchen die kulturwirtschaftlichen Regelmechanismen und Verhaltensweisen zu begreifen, wollen wir uns vorrangig damit beschäftigen, was sich auf der Ebene des kulturellen Bedürfnisses und wirtschaftlichen Gutes abspielt. Die Einzelfragen in der Art: Was ist technisch möglich, rechtlich erlaubt, politisch durchsetzbar, psychologisch akzeptabel, moralisch vertretbar, was bringt's und was kostet's summieren sich zur kulturwirtschaftlichen Gesamtfrage: Was ist machbar? (Neuberger,1988,in: Wunderer,S.56).
  Kultur ein wirtschaftliches Bedürfnis und Gut
Zum einen entsteht Kultur aus dem Wunsch nach sinnvoller geistiger und körperlicher Tätigkeit und entspricht in dieser Bedeutung einem wirtschaftlichen Bedürfnis (Kaspar,1990,S.9ff.). Zum anderen kann Kultur als ein wirtschaftliches Gut aufgefasst werden, welches der Definition nach beschränkt zur Verfügung steht und damit eine knappe Ressource darstellt. In seiner Art ist das kulturelle Gut sowohl ein materielles Gut wie auch ein immaterielles Gut. Das heisst sowohl ein Gut mit greifbaren, sachlichen Eigenschaften (Stichwort: Investition, Produktion, Konsum, Gebrauch und Verbrauch), als auch ein Gut mit begreifbaren, personalen Eigenschaften (Stichwort: Rechte und (Dienst-) Leistungen). 
Der materielle und immaterielle Wert des Gutes Kultur
Das kulturelle Gut besitzt nebst einem materiellen Wert auch einen immateriellen Wert. Was heissen soll, dass auf der einen Seite Kultur mit: ver-kauf-en, ver-markt-en, er-wirtschaft-en zu tun hat, auf der anderen Seite mit er-schaffen, er-denken und schöpferisch tätig sein.
7 Kultur-Dimensionen in dem Kunst geschaffen wird ...

Zerlegt man das kulturelle System in seine wesensbestimmenden Elemente, so findet man, ausgesprochen oder nicht 7 hauptsächliche Dimensionen, um das kulturelle Phänomen auf einen (gewollten) markt-wirtschaftlichen Vorzugszustand hin zu kanalisieren, um den schöpferischen Vorgang, in dem Kunst geschaffen, bzw. kultiviert wird (Grünwald,1996) besser charakterisieren zu können und damit besser zu handhaben:

  1. Das kulturelle Bedürfnis, das die kreative Tätigkeit befriedigt ...
  2. Die handelnde Person ...
  3. Die Form, welche für die handelnde Person Ausgangspunkt und Zielpunkt ihres kreativen Handelns darstellt ...
  4. Die Tätigkeit, mit der die Person wirkt ...
  5. Das Material, auf das die Person einwirkt ...
  6. Das Produkt, das dabei entsteht ...
  7. Der Zweck, den die Person damit verfolgt und das Produkt erfüllt, bzw. erfüllen soll ...

Auf einen Nenner gebracht: 1. Bedürfnis, 2. Person, 3. Form, 4. Tätigkeit, 5. Material, 6. Produkt und 7. Zweck bestimmen den Wesens-Gehalt des kulturellen Gutes seit Platon (Suhr,1992) im Westen wie Osten. Der Unterschied liegt in den beiden Human Ressources Leitbegriffen: Struktur (System) und Strategie (Tao), welche das kollektive Kultur-Bewusstsein symbolisieren, wie im Culture Art Doppelband dargestellt, und Natur mit Kunst, bzw. Unternehmen mit Philosophie über die Brücke Kreativität miteinander verbindet.

Kultureller Wert zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit
Der kulturelle Wert stellt ein Soll-Bild eines Wertes dar. Diese Wertvorstellung sieht Material (Inhalt) und Form als eine ineinandergreifende und ergänzende Einheit, als Möglichkeit und Wirklichkeit (im Zürcher Ansatz: inhaltliche und formelle Seite der Führung bezeichnet: Unternehmungspolitik und Führungstechnik). Betrachten wir nun z.B. den Werkstoff Stein, so ist er aus der Sicht des Bildhauers der Möglichkeit nach eine Statue (Ideal-Bild), aus der Sicht eines Kunden ist er es nicht. Erst wenn der Bildhauer den Stein bearbeitet (geformt, bzw. modelliert) hat, ist er einer zweck-rationalen Wert-Haltung gemäss eine Statue (Real-Bild). Genauer gesagt, wird aus Möglichkeit Wirklichkeit, aus Idealität Realität und damit Aktualität. Es ist aus diesem Grunde zweckmässig zu differenzieren: Was wäre wünschenswert? Was unabdingbar notwendig? Was kompensierbar durch eine andere Gewichtung der Wert-Vorstellung und/oder Wert-Haltung, bzw. durch einen anderen Werte-Mix? Was mit anderen Worten heisst, nach dem Sollen, Müssen und Dürfen (eines Unternehmens zu) fragen.
Die nicht veränderte Wirklichkeit
An dem genannten Beispiel wird ersichtlich, dass zum einen der kulturelle Wert in sich das Ziel trägt, von einer möglichen zur wirklichen Entfaltung eines Gegenstandes bzw. Wesens voranzuschreiten. Zum anderen, dass Wandel nicht die Folge irgendeiner Kraft ist, sondern eine natürliche Tendenz ist (Artistoteles: nennt dies Entelechie), welche allen Dingen und Situationen von vornherein innewohnt. Aber das weist nicht auf eine veränderte Wirklichkeit hin, sondern legt nur nahe, dass man beides braucht - ein Denken in Möglichkeiten und das Handeln in der Wirklichkeit und begründeten Prinzipien, das Wissen von Alternativen, wie das Anerkennen von Einwänden und Kritik.
Leistung als Basis markt-wirtschaftlicher Profilierung

Im Hinblick auf eine Beeinflussung des Verhaltens-Potentials von Wirtschafts-Subjekten sind vor allem zwei Ansatzpunkte von Bedeutung, wenn man die situative Möglichkeit als gegeben voraussetzt:

  • die Leistungs-Motivation (als derjenigen Motivations-Form, die Fähigkeiten und Fertigkeiten so mobilisiert, dass am Schluss Produkte und Verhaltens-Ergebnisse entstehen, die nach Leistungs-Kriterien bewertet werden können) und
  • das Leistungs-Motiv (als einer Bereitschaft unter bestimmten Anregungs-Bedingungen auch Leistungs-Motivation zu entwickeln)

Dabei lassen schwache Leistungs-Motive gute Anlagen und Fähigkeiten nicht zur Entfaltung kommen. Starke Leistungs-Motive bringen mittlere Fähigkeiten und Fertigkeiten zu ihrer vollen Entfaltung, und überdurchschnittliche Leistungen werden immer dann erzielt, wenn sich grosse Fähigkeiten und Fertigkeiten mit starker Leistungs-Bereitschaft verbinden. Als Hinweis zur Bewertung einer Leistung kann folgendes Bezugs-System dienen (Hoefert,1989,S.225ff.,Withauer,1992,S.34ff.):

Leistung = f (Motivation x Motiv)

Das bedeutet, dass Leistung grundsätzlich angesehen werden kann als Funktion (f) von Motivation und Motiv, d.h. von Fähigkeit und Fertigkeit und Bereitschaft; was heissen soll, von Können, Wissen und Wollen; wobei man darüber streiten kann ob "x" oder "+" sinnvoller ist. 

Führungs-Kultur als Gradmesser der Management-Effektivität
Klar sollte auf jeden Fall damit sein, dass Minder-Leistung immer eine Folge fehlender "Führungs-Kultur" darstellt. Das heisst, eine Folge die auf fehlender Kompetenz und ungenügende sachliche wie emotionale Unterstützung zurückzuführen ist. Ist dies der Fall, wird ein Geführter wie Führer immer ein Minder-Leister sein, auch wenn er sich noch so sehr bemüht. Klar sollte auch (nach dem Lesen der Bücher von Malik (2000) oder Zielke (1985) sein, dass nicht nur überall - in der Familie, in Schulen, Vereinen, Betrieben und Institutionen - geführt wird, sondern auch auf vielfältige Art und Weise. Je nachdem, in welchen Bereichen geführt werden muss, welche Ziele anvisiert werden, wer wen führt, in welcher Situation geführt wird, können sich die Führungs-Konzepte, -Modelle, -Stile und -Richtlinien ändern (Rühli,1992).
N: Management 

- Definitionen im weitesten und engeren Sinne  
- Definitionen nach Hans Ulrich und das St.Galler Management-Modell
- Definition nach Ulrich/Fluri und dem Standardwerk "Management"
- Führung Definition nach Rühli und der Verwaltungsführung 
- Was wir unter Management verstehen
- Management = Unternehmung-Führung-Kunst
- Unternehmung ist das System und die Struktur des Managements 
- Führung ist das Tao und die Strategie des Managements 
- Kunst ist die Kultur des Managements 
- Formbildender Prozess als gemeinsamer Nenner 
- 3 Stilformen der Management-Kunst:
- L-Unternehmungstil als normatives Management-System 
- K-Führungstil als strategisches Management-System 
- S-Kunststil als operatives Management-System
- L-K-S Stil der Unternehmung-Führung-Kunnst als Management-Modell
- Ein dreidimensionales Menschen- und Managementbild

- A) Mensch hoch drei: IQ - EQ + SQ

- B) Unternehmen und C) Führung hoch drei

- VAL - Hard-Ware, Soft-Ware und Mind-Ware

Hat ihnen nicht schon jemand halb scherzhaft, halb bewundernd gesagt: "Das hast Du aber prima gemanaget!", wenn Ihnen etwas gelungen ist? So betrachtet, sind wir wohl alle ein bisschen Manager! Genau das ist gemeint und nicht nur ein bisschen. Jeder ist ein Manager. Jeder hat sein eigenes Leben zu leiten, zu organisieren, zu führen und zu managen (Zielke,1985,S.16). Was ist also Management? Ein Beruf? Eine Praxis? Eine Kunst? Oder eine Fachdisziplin und Wissenschaft? 
Definition im weitesten und engeren Sinne

Der angelsächsische Begriff "Management" bezeichnet grundsätzlich und im weitesten Sinne "eine zielgerichtete und nach ökonomischen Prinzipien ausgerichtete Handlungsweise in allen Bereichen des menschlichen Lebens." Managen heisst nach einer umfassenden Definition des Komitees für Aus-, Fort- und Weiterbildung des Managements in Europa: "Menschen umweltbezogen in einem dynamischen Analyse-, Entscheidungs- und Kommunikationsverfahren so zu führen, dass Ziele durch planvolle, organisiertes und kontrolliertes Leisten erreicht werden." Im engeren Sinne wird Management im Deutschen zumeist mit "Unternehmensführung" übersetzt, das ist die Gestaltung des Geschehens innerhalb einer Organisationseinheit in der Menschen arbeiten (Schwob,1991,S.15ff.)

Definitionen nach Hans Ulrich und das St.Galler Management-Modell

Unternehmungsführung

  • Die Frage, was Management ist, bzw. sei, ist meist recht schnell beantwortet: Unter Management verstehen wir "Unternehmensführung" (1) bzw. "Unternehmungsführung" (2). (1) funktionelle (tätigkeitsbezogene) Sicht, (2) institutionelle (zustandsbezogene) Sicht (Schmidt,1991,S.12).

  • Hierbei wird in der Literatur Management meist als Summe von explizit aufgezählten Tätigkeiten wie planen, entscheiden, organisieren, Menschen führen, kontrollieren usw. definiert.

  • Das betrübliche an solchen Definitionen ist, dass von verschiedenen Autoren zahlreiche verschiedene Listen solcher Tätigkeiten angeboten werden und dass ein einsichtiger Zusammenhang zwischen diesen einzelnen Aktivitäten nicht hergestellt wird. 

Managementfunktionen

  • Aus dem Grunde definiert der Begründer des St.Galler Management-Modelles, Hans Ulrich, auf einer höheren Abstraktionsstufe Management als "Gestalten, Lenken und Entwickeln gesellschaftlicher Institutionen", was in englischer Sprache als "design, control and development of purposeful social systems" formuliert werden kann (Hans Ulrich,1984,S.114).

  • Unternehmungsführung ist demgemäss Gestalten, Entwickeln und Lenken einer bestimmten Kategorie solcher Institutionen, die wir Unternehmung nennen. Zu ergänzen wäre: Selektionieren, wie wir dies in Anlehnung an das "GSR-Konzept" von Weick (Neuberger,1988,S.58ff.) weiter unten tun. 

Unternehmungsführungsproblem

  • Unternehmungsführung bedeutet also - was Hans Ulrich in seinen Schriften immer wieder betont, wenn man die Unternehmungsführungs-Probleme verstehen will - nicht Führung von Menschen, sondern Führung einer aus vielen Menschen bestehenden grösseren Gesamtheit, einem System höherer Ordnung. Der einzelne Mensch ist zwar, auf seiner [Mikro-] Ebene betrachtet, auch ein System, aber auf der [Meso-] Ebene der sozialen Institutionen nur ein Subsystem, Teil eines grösseren Ganzen [Makro: Gesellschaft], das mehr ist als die Summe seiner Teile (vgl. Dyllik,1982,S.241ff.; Hasper/Glasl,1988,S.55ff.). 

  • In den Worten Withauers (1992,S.139): "Obwohl die Unternehmung nur mittelbar durch ihre Teile handeln kann, gibt es ein Handeln der Unternehmung als Ganzes, das mehr ist als die Summe der persönlichen Ziele der ihr angehörenden Mitarbeiter." Die ganzheitliche Perspektive des Managements stellt damit die Frage, wie die Unternehmung als Ganzheit erfolgreich geführt werden kann. 

St.Galler Management-Modell

  • Die Unternehmungsführung umfasst nach dem St.Galler Management-Modell (vgl. Rühli, 1992,S.65ff.) die Gesamtheit aller Gestaltungs-, Lenkungs-, Entwicklungs- (und Selektions-) Prozesse, die das Unternehmungs-Geschehen bestimmen und in abstrakter Sicht als vernetztes Informations-Entscheidungs-System erscheinen. 

  • Der Zweck des St.Galler Management-Modells besteht darin, die Erfüllung von Gestaltungs-, Lenkungs- und Entwicklungsaufgaben in der Praxis zu erleichtern; es richtet sich daher an die Führungskräfte in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft und soll es ihnen ermöglichen, ihre Aufgaben durch die Bereitstellung eines Bezugsrahmen, ihre Aufgaben besser zu erkennen und zu lösen (Ulrich/Sidler,1977,S.12)

Führungswürfel

  • Hierbei werden im St.Galler Management-Modell die Aufgaben und Tätigkeiten der Unternehmungsführung allgemein charakterisiert. Drei sich gegenseitig durchdringende Dimensionen, die sich anschaulich in Würfelform darstellen lassen, werden dazu verwendet: 

  • Führungs-Stufen: Unternehmungs-Politik, Planung, Disposition 

  • Führungs-Phasen: Ziel-, Mittel- und Verfahrensbestimmung

  • Führungs-Funktionen: Entscheiden, Ingangsetzen und Kontrollieren

Management nach Ulrich/Fluri und dem Standardwerk "Management"
Management ist die Leitung sozio-technischer Systeme in personen- und sachbezogener Hinsicht mit Hilfe professionellen Methoden. In der sachbezogenen Dimension des Managements geht es um die Bewältigung der Aufgaben, die sich aus den obersten Zielen des Systems ableiten, in der personenbezogenen Dimension um den richtigen Umgang mit allen Menschen, auf deren Kooperation das Management zur Aufgabenerfüllung angewiesen ist. Unterscheiden lassen sich ferner Probleme des allgemeinen Managements, für das im Englischen der Begriff "general management" geprägt ist, von solchen des speziellen Managements einzelner Funktionsbereiche des Unternehmens (Marketing, Forschung und Entwicklung, Einkauf, Materialwirtschaft, Produktion, Finanz- und Rechnungswesen, Personalwesen), das im Englischen als "functional management" bezeichnet werden (Ulrich/Fluri,1988,S.36ff.). 
Führung nach Rühli und der Verwaltungsführung ...
Der Führung-Begriff lässt sich nach dem Zürcher Ansatz (Rühli,1988,S.28) von den obigen Management-Definitionen wie folgt abgrenzen: "Unter Führung verstehen wir die Gesamtheit der Institutionen, Prozesse und Instrumente, welche im Rahmen der Problemlösung durch eine Personengemeinschaft (mit komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen) der Willensbildung (Planung und Entscheidung) und der Willensdurchsetzung (Anordnung und Kontrolle) dient". 
Führen heisst ...
Nach den von Rühli verfassten Richtlinien für Verwaltungsführung des Bundes (Bern,1974,S.11), heisst "Führen das Handeln aller an einer Aufgabe Beteiligten auf die gesetzten Ziele ausrichten. Begriffsmerkmale des Führens sind: die Fähigkeit zum Überblicken des Handlungsbereichs, der Wille der leitenden Persönlichkeit, ihr Einfluss auf andere Menschen, eine klare Zielsetzung und die Koordination der Tätigkeit aller Mitarbeiter".
Die Führung umfasst:

- den Aufbau einer zweckmässigen Organisation im eigenen Zuständigkeitsbereich, soweit diese nicht schon durch Gesetz oder Vorschriften höherer Instanzen festgelegt ist (strukturelle Seite der Führung) 
- die Lenkung der Mitarbeiter zum Zwecke einer sachlich und formell richtigen Erfüllung der Aufgaben (funktionelle Seite der Führung)
. Beides geschieht unter Einsatz von Führungsinstrumenten.

 Was wir unter Management verstehen ...
Unter Management verstehen wir zum einen die Tätigkeit der Unternehmungs-Führung, zum anderen mit Withauer (1992,S.13ff.) eine Leistungs-Gemeinschaft, die als Gruppen-Struktur Team-Charakter, bzw. Organisations- oder Unternehmens-Charakter besitzt. Dabei lässt sich die unternehmerische Führungs-Leistung (Leistung des Managements bzw. der Unternehmens-Leitung) als Integrations- und Koordinations-Leistung angeben und anhand folgender Aspekte tabellarisch darstellen. Der oben erwähnte Markt-Kultur-Kontext stellt hier die zu "managende" Aufgabe dar, welche geschaffen und vermarktet sein will nach dem Motto Rudolf Manns (1995,S.131): "Nutzen kreieren kommt vor Gewinn abschöpfen"
Unternehmung W-Fragen Führung Wo-Fragen Leistung W-Fragen
Nachfrage Wie? Mittel Womit? Bereitschaft Wer?
Probleme Was? Massnahmen Wodurch? Fertigkeit Wann?
Bedürfnisse Warum? Ziele Wohin? Fähigkeit Wozu?
Markt Wo? Grundlagen Worauf? Kultur Weshab?
Management = Unternehmung-Führung-Kunst
Nehmen wir nun an, dass "Management" - "Unternehmung" und "Führung" sei, und in Richtung "Kunst" (Kultur) tendiere, so können wir drei voneinander abgrenzbare und doch zusammenhängende Management-Formen unterscheiden: 1. System- bzw. Struktur-Management, 2. Tao- bzw. Strategisches Management und 3. Kultur-Management. Im einzelnen:
Unternehmung ist das System und die Struktur des Managements
Zuerst einmal verstehen wir unter dem Ausdruck Management eine Unternehmung, ein System. Das heisst, ein Ganzes bestehend aus mehreren Elementen (Aufgabenträger oder Aufgaben selbst) sowie deren Beziehungen untereinander und ihrer In- und UmWelt. Dabei scheinen die Begriffe "Mikro-Meso und Makro" (Dyllick,1982; Hasper/Glasl,1988) die passende Konkretion dieser "Abstrakta" zu sein, wie die Klassifizierung "Person(en), Gruppe und Unternehmen" von "Mikro, Meso und Makro" (Brendl,1989,S.92ff,166ff.,201ff.)
  Führung ist das Tao und die Strategie des Managements
Management hat aber auch mit der Führung einer Unternehmung zu tun, welche generell aus sechs Grund-Funktionen besteht und von denen, die Unternehmungspolitik die wichtigste ist. Wobei die Erfolgs-Positionen der unternehmerischen Politik die in der Tabelle erwähnten 4 Aspekte umfasst: Grundlagen, Ziele, Massnahmen (Strategie i.e.S.) und Mittel (Potential). Die übrigen fünf Grund-Funktionen des Managements heissen: Organisation, Information, Planung, Koordination und Kontrolle. Diese schaffen die Voraussetzungen um das Führen einer Unternehmung zu ermöglichen.
Kunst ist die Kultur des Management
Letztlich ist aber Management (Unternehmung-Führung) eine "Kunst". Genauer die Kunst rechtzeitig zu erkennen, wann das eine und wann das andere geboten erscheint. In der zeitlich verankerten "Entwicklung seiner Selbst, eines Teams wie einer Organisation" (Kälin/Müri,1988) gilt es, das Wechselspiel von komplexitätsverkleinernder Stabilisierung und komplexitätserhöhender Veränderung zu meistern. Dafür notwendig ist die Bereitschaft, Fertigkeit wie Fähigkeit, innovativ zu werden und kreativ zu sein" (Delhees,1994), was letztlich "kompetente Manager" (Thommen,1995) kennzeichnet und gegenüber "Bürokraten" und "Ewig-Neutralen" (Block,1992) auszeichnet.
Die Einbeziehung der Kulturbedingtheit menschlicher Lebens-Äusserungen rückt im Management  (Withauer,1992,S.140ff.) neben den Führer- und Gruppen-Einfluss den Menschen als nicht zuletzt von persönlichen und fremdbesetzten Werten geleitetes Individuum in den Blickpunkt. Dies bedeutet eine Schwerpunktverschiebung von der instrumentalistischen Sichtweise traditioneller Führungspraxis hin zum Bewusstsein der ideellen Dimension der Führungs-Verantwortung und des Führungs-Handeln im Sinne kulturellen Schaffens.
Kultur als sinn-orientierte Dimension des Managements
Die Kultur, die ein Netzwerk von geistig-sinnhaften Prozessen darstellt, bestehend aus Werten, Normen, Ideologien u.a.m. wird durch deren Formen gewissermassen "charakterisiert". Die Werte wirken steuernd auf die Oberflächen-Struktur der Manifestations-Ebene, sie sind jedoch weitgehend unbewusst und damit schwer analysierbar. Hinter diesen stehen noch grundlegendere, von den Organisations-Mitgliedern nicht mehr hinterfragte, selbstverständliche Annahmen über den Sinn und die Realität des Unternehmens. Damit verleiht die Kultur einem Unternehmen nach innen wie nach aussen eine eigene unverwechselbare Identität, sie führt zur kollektiven Programmierung menschlichen Daseins. Hierbei kommt nach Withauer der Führung im Werden einer Unternehmenskultur eine bedeutende (stil-) prägende Rolle zu. Dies beginnt beim Gründer, der seinem Unternehmen im Stadium des Noch-nicht-Vorhandenseins einer Kultur seine Visionen, Werte und Normen "einhaucht". In der weiteren Entwicklung werden Kulturen durch Vorbild und Vorleben der Führung sichtlich stark beeinflusst. Das unmittelbare Erleben vorbildhafter Führer und die mittelbare Vermittlung ihrer Werte in vielfältigen "Helden-Sagen", scheinen beim Werden einer Unternehmenskultur eine wesentliche Rolle zu spielen. 
Kulturbewusste Unternehmungsführung
Die Unternehmenskultur ist dementsprechend die konzeptionelle Welt der Organisations-Mitglieder, ihr Sinn- und Ideen-System. Die Gestaltungskraft der Unternehmenskultur ist hierbei, wie Withauer an entsprechender Stelle (S.146ff.) aufzeigt, besonders für den betrieblichen Wandel und strategische Entscheidungs-Prozesse bedeutsam. Ein allgemeingültiges Ideal-Bild der Unternehmenskultur gibt es aber nicht. Wie erwähnt, ist Kultur stets im Verhältnis zur Strategie (Struktur) zu sehen. Das strategiebezogene Anforderungsprofil an die Unternehmenskultur ist letztlich der "Mass-Stab" für die Qualität einer Kultur als einer relativ idealen Kultur. Sie profiliert die strategische Stosskraft eines Unternehmens. 
Gestalten der Unternehmenskultur 
Gestalten der Unternehmenskultur heisst nach Withauer (1992,S.150ff.) die Kultur durch das Management (Optik der Unternehmungsführung) verstehen und das Verhalten der Mitarbeiter in Richtung bestimmter Werte beeinflussen. Die Gestaltungs-Aufgabe des Managements orientiert sich generell am Überleben, an der Lebensfähigkeit und der Entwicklung des Systems Unternehmen als Ganzes. Hierbei greifen Führungskräfte permanent gestaltend in den Werdens-Prozess "ihrer" Organisation ein, um diese durch Management-Prozesse auf einen bestimmten Entwicklungs-Pfad zu kanalisieren. 
Die Perspektive des Managements
Die Perspektive des Managements als substantielle "Gestaltung und Lenkung eines Systems" (Hans Ulrich), umfasst all jene Strukturierungs-Massnahmen, die in Form materieller organisatorischer Vorschriften und Regelungen, bestimmte Verhaltensweisen im System produzieren und kanalisieren. Die Tätigkeiten im System werden so auf angestrebte Ergebnisse und Zwecke ausgerichtet, Fehlleistungen und unwirtschaftliches Verhalten verhindert. 
Die symbolische Perspektive
Die symbolische Perspektive des Managements zielt in Anlehnung an Probst (1987,S.92,97ff.) auf die Vermittlung oder Erfassung von Sinn, die Stützung und Legitimierung von Handlungen, die Mobilisierung von Mitarbeiter-Potentialen, die Herstellung von Verständnis zu einer konsequenten Ziel-Orientierung und die Förderung von Neuerungen und Veränderungen. Massnahmen der symbolischen interpretativen Gestaltung wollen Sprach-Code, Mythen, Symbole, Etiketten, Denkmuster, Zeremonien, Riten usw. pflegen, nutzen, strukturieren, verändern, fördern oder verhindern. Diese Symptome sind Ausdrucks - Formen und unterstützen die Entstehung der Kultur eines sozialen Systems. Ohne die legitimierende und orientierende Wirkung durch sinnmachende Prozesse können damit substantielle Strukturen nicht greifen, kaum Wirkung zeigen oder sich entfalten. Umgekehrt verstärken die positiven Erfahrungen und Erfolge mit substantiellen Strukturen wiederum eine passende Kultur. Kurz: "Struktur folgt Kultur und Kultur folgt Struktur" (Probst,1987,S.108).
Das symbolische Handeln von Führungskräften
Kultur lebt in ihrer Glaubwürdigkeit nicht vom "Verkünden", sondern in erster Linie vom Vorleben und Vorbild. Das Vorleben einer Kultur geht nach Withauer (1992,S.153) von bestimmten Modell - Persönlichkeiten aus, die als Schlüssel-Figuren der Organisations-Kultur ein bestimmtes Ansehen geniessen und sichtbar verehrt werden (Pionierunternehmer, Krisenmanager, Bestsellerautoren etc.). Solche "Helden" personifizieren Werte, haben Visionen und verwirklichen sie. Ihre Handlungen haben Symbol-Charakter und regen zur Nachahmung an. 
Gestaltung des kulturellern Kontextes
"Handlungen, Artefakte und Sprache" (Probst,1987,S.109) symbolisieren interaktiv Kultur. Dabei ist Sprache die wohl ausgeprägteste Manifestation. Sie kommuniziert Kultur und bietet eine "Linse" für die Wahrnehmung von Wirklichkeit. Mit der Gestaltung von "Arte-Fakten" (Kunst-Erzeugnissen) bietet das Management Interpretationshilfen und -schemata für eine sinnvolle Erfassung der Wirklichkeit an. Diese künstlich hergestellte Symbol-Welt beeinflusst das Klima eines Unternehmens ebenso stark wie rational gestaltete Handlungs-Systeme. Indem Führungskräfte einen kulturellen Kontext schaffen (gestalten), werden sie Kulturschaffenden und Künstlern "ähnlich". 
Formbildender Prozess als gemeinsamer Nenner
Aber vergessen wir nicht, dass Ähnlichkeit nicht Gleichheit bedeutet und dass Verschiedenheit ebenso fruchtbar sein kann wie Übereinstimmung. Ebenso sollten wir nicht vergessen, dass es das Prinzip des "Stils" (Focillon,1954,S.18ff.) ist, das danach strebt eine Reihe von feststellbaren Übereinstimmungen festzuhalten und damit die Grundlagen zu schaffen für die Ideal-Form mitmenschlicher Beziehungen. Wir gehen hier von der Behauptung aus, dass es nebst einem "kreativen Denkstil" (Hampden-Turner,1986: Getzels,Jackson und Hudson) weitere Stile gibt, welche die Besonderheiten des form-bildenden Prozesses zum Ausdruck bringen. Diese, so die Hypothese, kann jeder von uns in der Gestaltung der Kunst, der Führung, wie der Unternehmung als Kunst-, Führungs- und Unternehmungs-Form (Stil) wahrnehmen. 
3 Stilformen der Management Kunst
Für die Beschreibung wie Aufgaben und Probleme von diesen drei Trägern des form-bildenden Prozesses angegangen und wahrgenommen werden, ist es dienlich die Begriffe: Unternehmung-, Führung- und Kunst-Stil kurz zu charakterisieren, bevor wir ihn im Rahmen des Culture Art Paradigmas anwenden und weiter differenzieren.
L-Unternehmungstil als normatives Management-System
Der Unternehmungsstil kennzeichnet die Art wie in die Welt eingegriffen und wie damit ein gegebener Zustand handbar gemacht wird und sich dadurch verändern lässt. Stichwort: Führen mit System bzw. Führungs-Systemen. Dafür erforderlicher Input-Out: Leitlinien-Leifaden. Die  anderen in der Tabelle erwähnten "L" stellen das dafür zu nutzende Potential dar. Weitere Informationen zur Farbgebung der einzelnen Modell-Ebenen und dem Kontext-Hintergrund der 4-L: Leitbild, Leitidee, Leitbegriff und Leitmotiv erhalten Sie hier.
K-Führungstil als strategisches Management-System
Der Führungsstil drückt die Art und Weise des Umgangs von Handelnden aus, in Bezug auf ihre Um- und InWelt. Stichwort: Führen mit Kultur bzw. Führungs-Kultur als Gradmesser. Input-Out: Kultur-Konzept. Potential-Gestalter 4-K: Kraft - Kreativität - Kontext - Kongruenz (Müri,1990,1988,1984). Weiterführende Angaben dazu finden Sie hier, deren Definition, bei Anklick des 4-K Text-Link.
S-Kunststil als operatives Management-System
Der Kunststil kennt nebst persönlichen Faktoren des Kunstschaffenden und sozialen Faktoren seiner  MitWelt, auch Grund-Farben und -Formen als repräsentative Konstanten. Das heisst zeitlose Problem-Lösungen, auf denen ein Stil aufbaut, an denen sich letztlich der "Stil-Wille" und das "Kunst-Wollen" bildet (Wind-Panofski in: Pochat,1983,S.166ff.). Stichwort: Führungs-Kunst praktizieren - schöpferisch tätig sein, Strategien dafür entwerfen und Sinn-(ergien) aufzeigen. Mittel dazu sind die hier näher behandelten 4-S: Signet - Signal - Symbol (Diethelm,1984,Frutiger,1991) und Struktur (Pochat,1983,S.135ff.)
L-K-S Stil der Unternehmung-Führung-Kunst als Management-Modell
Im hochkomplexen sozialen System mit dessen Teilsystem: Kultur (Kunst) und Wirtschaft (Management) wir uns hier beschäftigten, ist ein tiefgreifender Bewusstseins-Wandel im Gange und mit ihm eine gesellschaftliche und politische Wandlung bestehender Welt- und Menschenbilder (Paradigmen). Dieser Bewusstseins-Wandel bedingt auch ein neues Verständnis des "Phänomens Kunst" (Mercier,1974) und seiner Beziehung zur "Unternehmung-Führung" (Management) und "Kultur". Er bedingt neue Gestaltungs-, Ausdrucks- oder Verhaltensweisen in diesen drei Lebensbereichen wie hier und auf den folgenden Text-Link-Beiträgen zu entnehmen ist ...

L-Unternehmungs-Stil 

K-Führungs-Stil

S-Kunst-Stil

Leitfaden handbar machen Konzept erstellen Strategie  entwerfen
Leitmotive  selektionieren Kongruenz herstellen Strukturen projektieren
Leitbegriffe entwickeln Kontext  sichtbar machen Symbole moderieren
Leitideen lenken Kreativität  entfalten Signale präsentieren
Leitbilder gestalten Kräfte  konzentrieren Signete visualisieren
Leitlinien formulieren Kultur schaffen Sinn-ergien aufzeigen
Führungs-System erarbeiten Führungs-Kultur bewerkstelligen Führungs-Kunst  praktizieren
Dem "L-K-S" Stil der "Unternehmung-Führung-Kunst" (Grünwald,1999) liegen die 3 Management- und  Führungs-Formen nach Peter Müri (1989) zu Grunde, welche weiter oben behandelt wurden. Der folgende Text-Link führt Sie direkt zur betreffenden Stelle.
Management-Formen Führungs-Formen Stil-Formen
Ordnungs-Management Führung mit Management-Systemen L-Unternehmungs-Stil
Chaos-Management Führen mit Kultur K-Führungs-Stil
Kreativ(itäts)-Management Schöpferisches Führen S-Kunst-Stil
Wie wir aufzeigten steht die Management-Trilogoie: "Strategie-Struktur-Kultur" in einem engen Abhängigkeits- und Beziehungsverhältnis zueinander. Nur wenn wenn sie als Gesamtpaket in Harmonie zueinander stehen, entfalten sie ihre Hebelwirkung und wird Sinn erzielt. Damit die erwähnten Bedingungen in Kraft treten, braucht es einige "gestalterische" Revisionen. Die erste betrifft das "Menschenbild", das zweite das "Managementbild", welches sich in Anlehnung an Peter Müri (1992,1990) wie folgt beschreiben lässt.
3-dimensionale Menschen-  und Managementbild
 
Mensch Bild-Betrachtung Denk-Haltung Value-Action-Leadership Management Dimensionen
IQ: Rationalität Verstandesbrille Faktendenken Gerüst-Gewichtung>Sache Struktur 1.Hardware 
EQ: Emotioalität Gefühlsbrille Wertedenken Einstellung-Erfahrung>Person Kultur  2.Software 
SQ: Spiritualität Intuitionsbrille Ressourcendenken Vision-Vertrauen>Prozess Strategie 3.Mindware
A) Mensch hoch drei 
Wie dazu Peter Müri (1992,S.287f.) schreibt, sieht jeder Mensch die Welt mindestens durch drei Brillen: durch die Verstandes-, Gefühls- und Intuitionsbrille.
IQ: Verstandesbrille 
In der äusseren Objekt-Wahrnehmung erscheint die Welt als eine Ansammlung von Tatsachen. Der Umgang mit diesen Tatsachen nach den Prinzipien des logisch-rationalen Denkens bezeichnet Müri Fakten-Denken (Domäne der Wissenschaft von aussen, Naturwissenschaften und Technik). In dieser Denk-Kategorie kann richtig und falsch unterschieden und gemessen werden. Es ist wie Müri schreibt die Welt der Natur-Gesetze (1+1 = 2)
EQ: Gefühlsbrille 
Der äusseren objektiven Wahrnehmung kann eine innere subjektive gegenübergestellt werden                   (Lüscher,1993,S.153ff.), mit der die Fakten zu Meinungen gemacht werden. Fakten werden immer aufgrund von Erfahrung subjektiv interpretiert. Diese Be-Deutungs-Verleihung bezeichnet Müri Werte-Denken. Das Gebiet der Wissenschaft von innen, Geisteswissenschaften. In diesen "Denkbereich" gehören alle gespeicherten Daten, die vom eigenen Denken und Glauben (beliefs) assimiliert worden sind. Ihr Merkmal ist die starke Besetzung mit Gefühlsgehalten, was sich an der Wert-Qualität (für mich oder für jemand anderen gut statt schlecht, wichtig statt unwichtig, mein statt dein usf.) erkennen lässt. Als Wert-Vorstellungen bestimmen sie Haltung und Verhalten. Es ist die Welt der Erfahrung, der Kultur und Subjektivität oder A- bzw I-rationalität (1 + 1 = 0 oder 3)
SQ: Intuitionsbrille
Schliesslich entstehen Gedanken nicht nur aufgrund äusserer Reize, sondern auch aus innerer Wahrnehmung und Überzeugung. Diese Quelle wird in unserer Gesellschaft weitgehend als unwissenschaftlich disqualifiziert. Meistens werden diese Informationen als innere kraftvolle Bilder (Visionen) empfangen oder als plötzliche Evidenz (Aha-Erlebnis) oder auch als innere Energie (Geistkraft, Gewissen) erfahren. Dieses Bild-Denken wird Imagination genannt und enthält Informationen, die nicht nur aus eigener Erfahrung stammen, sondern als Eingebung von innen (transzendentale bzw. spirituelle Wahrnehmung) als Intuition und Inspirationen empfangen werden. Diese Denk-Welt entzieht sich einem nicht geschulten Bewusstsein der  Einsicht und ist durch höhere geistige Ordnungen geprägt                  (Endres,1988 bzw. Mann,1993,1996). Es ist die Welt der Sinnfindung und Sinnstiftung nach dem Synergie-Prinzip: 1 + 1 = 4 (Hampden-Turner,1986, S.148ff.).
Fakten>Werte>Bild>Denken
Diese drei Denk-Kategorien bilden eine Einheit und potenzieren sich, so dass in Analogie zum geometrischen Raum Peter Müri folgende Formel aufstellt: Verstand mal Gefühl mal Intuition = vollständiger Denk-Akt = ganzheitlicher Mensch oder Mensch hoch drei. Mensch³ = Verstand x Gefühl x Intuition. 
IQ>EQ>SQ>Intelligenz

Aufgrund der Vorherrschaft des Verstandes (IQ) wurde in den letzten dreihundert Jahren in Wissenschaft und Wirtschaft die Emotionalität (EQ) und Spiritualität (SQ) vernachlässigt. Diese werden aber dadurch nicht eliminiert: die Folgen sind vielmehr ein unkontrollierter Einfluss der Gefühlsebene (Werte, Haltungen, Verhalten) auf vermeintlich rational gesteuerten Planungs-Abläufen und Vernachlässigung der intuitiven Evidenz als akzeptable Entscheidungs-Grundlage. Bei Anklick des Text-Links erhalten Sie weiterführende Informationen zur Intelligenz³ =  IQ - EQ + SQ.

B) Unternehmen hoch drei
Wie Peter Müri hierzu schreibt hat nach psychologisch-systemischer Betrachtungsweise jedes soziale Gebilde (Unternehmung, Organisation bzw. Institution) eine Eigen-Dynamik und damit ein geistiges Entwicklungs-Zentrum. Es funktioniert wie ein lebendiger Organismus, der seine geprägte Form und Persönlichkeit hat. 
Struktur>Kultur>Strategie-Dynamik
In Analogie zum Lebewesen "Mensch" kann nach Müri das soziale Wesen "Unternehmen" als dreidimensional funktionierende "Persönlichkeit" (Corporate Personality) verstanden werden. Ein Unternehmen gestaltet sich nach den Gesetzen des Verstandes in der ersten Struktur-Dimension, es hat sein Gefühlsleben (Klima, Image, Ausstrahlung) in der zweiten Kultur-Dimension und entwickelt eine Eigen-Dynamik in der dritten Strategie-Dimension. Das soziale Gebilde "Unternehmen" lebt nach diesen Grundsätzen und bedarf zu seiner Struktur-, Kultur- und Strategie-Pflege, das Instrumentarium des  "Value-Action-Leadership", (Müri,1990,Grundlagen: S.204ff, Anwendung: S.131-138,230-238), das abschliessend vorgestellt wird.
C) Führen hoch drei
In der Führung werden "Sache und Mensch" (Küchle,1991,Kunz,1994) verbunden. Über den Menschen wird eine Sache in Gang gesetzt. In einfachen Vorgängen (Routine-Situationen) genügt ein eindimensionales Vorgehen über eine klare Struktur bezüglich Ablauf und Inhalt. In komplexen Vorgängen (Veränderungs-Situationen) hilft in der Regel nur der Einbezug der emotionalen und intuitiven (sinnergetischen) Ebene. Dreidimensionales Führen besteht auf der zweiten Stufe nach Müri im Erkennen und Verstehen der Kultur-Eigenwahrheiten und auf der dritten Stufe im Einfliessenlassen von Visionen und den 3 I: Intuition - Inspiration - Imagination, dem Finden und Aufzeigen von Sinn und Sinnergien.
VAL: Value-Action-Leadership 

Praktisch geht die Herstellung des Einverständnisses (Konsensbildung auf der Gefühls- und Intuitions - Ebene) so vor sich, dass bei stark divergierenden Anschauungen und Ideen die einem Vorhaben zugrundeliegende "Wert-Haltung" analysiert werden muss. Dazu kann die von Peter Müri entwickelte GGEEVV-Formel als VAL-Leitfaden benutzt werden, um die einem Unternehmen zugrundeliegende "Werte-Landschaft" zu erkunden und damit eine Grundlage für die Verständigung über das zu Gestaltende zu erhalten.

VAL-Hardware: Gerüst + Gewichtung  

Auf der rationalen Struktur-Ebene gilt es das Denk-Gerüst (IQ) zu hinterfragen und gewichten:

Gerüst
Welche Theorie, welches Denk-Modell, welche Lehre (der Person = Subjekt) steht hinter dem Gedanken (oder dem Gegenstand/Sache = Objekt)  
Gewichtung
Welchen Stellenwert hat der Gedanke (oder das Objekt) im Denk-Modell des Betreffenden (Subjektes) und seines Umfeldes? 
 
VAL-Software: Einstellung + Erfahrung 

Auf der emotionalen Kultur-Ebene sind Einstellungen und Erfahrungen zu prüfen (EQ)

Einstellung
Wie ist die Beziehung zwischen dem Gedanken, Idee (Gegenstand, Objekt) und der Person (Subjekt) beschaffen und wie beeinflusst die Beziehung der Personen unter sich die Aktion (Vorhaben, Programm, Projekt)
Erfahrung
Wie ist die Aktion in der Erfahrung der Personen erlebnismässig eingebettet? Wichtige Aufschlüsse dazu ergeben sich, wenn wir mit Max Lüscher (1993,S.187f.) vier normale Selbstgefühle und vier Arten der Intuition voneinander unterscheiden, welche für die nächste Stufe der Visions-Findung und Visions-Durchsetzung von zentraler Bedeutung sind. 
Die 4 normalen Selbstgefühle als  Nährboden der Intuition

Intuition setzt Aufmerksamkeit und Aufgeschlossenheit voraus. Damit wir dazu fähig sind, müssen wir unbelastet und selbstsicher sein. Trotz alller Unsicherheit, die in der Umwelt herrscht, wird man sich selbstsicher fühlen, wenn man sich Selbstvertrauen erworben hat und sich die Selbstachtung erhält. Intuition ist erfahrbar, wenn man lernt, sich der kreativen Aufgabe völlig hinzugeben und alle Selbstüberwertungen (Selbstbewunderung oder Arroganz) und alle Selbstunterwertungen (Selbstzweifel und Minderwertigkeits-Gefühle) auszuschalten. In Beziehung gesetzt zu den vier Harmonie-Idealen      (Lüscher, 1993,S.43ff.,116ff.) ergibt dies der Sinn-Gehalt kultureller Wert-Schöpfung:

  • Selbstachtung: ethisches Sinn-Verständnis - Ideal der Gerechtigkeit
  • Selbstvertrauen: praktisches Sinn-Verständnis - Ideal der Geschicklickeit
  • Zufriedenheit: logisches Sinn-Verständnis - Ideal der Wahrheit
  • innere Freiheit: ästhetisches Sinn-Verständnis - Ideal der Schönheit

Die 4 genannten Selbst-Gefühle: Selbst-Achtung, Selbst-Vertrauen, Zufriedenheit und innere Freiheit sind kein Dauerbesitz. Sie sind nach Lüscher unbewusste Erfahrungen, die aus dem adäquaten Umgang in den Umwelt-Beziehungen resultieren. Sie stehen in einem ständigen dynamischen Prozess, in einer Art Wechsel-Gefüge, in dem jede der vier genannten Ideale ein anderer Lebensbereich eröffnet und uns den Weg zur Harmonie weist. Wenn neurotische Selbstgefühle ausgeschaltet sind und der Zustand des inneren Gleichgewichtes gewährleistet ist, dann ist nach Lüscher der Zugang zu den unbewussten Erlebnis-Gestalten der Intuition offen .Jetzt kann durch eine vage Such-Haltung unvermittelt bewusst werden, dass eine unbewusste Erlebnis-Gestalt mit einer Vorstellungs-Gestalt (einem Denk-Muster) übereinstimmt. Diesen Kongruenz-Fall nennen wir "Einfall" oder "Eingebung" oder, weil er wie ein Blitz zündet und aufleuchtet, "Erleuchtung" oder "Intuition". 

Die 4 Arten der Intuition

Nach Max Lüscher  gibt es verschiedene Arten der Intuition. Der bildende Künstler hat andere Intuitionen als der Komponist, der Manager andere als der Erfinder. Jeder besitzt ein andersartiges Archiv an unbewussten Erfahrungen, und auch sein Denken besteht aus verschiedenartigen Vorstellungs - Gestalten. Nach Max Lüscher kann man (vgl.1993,S.187) generell vier Arten von Intuitionen haben:

  • Der in Begriffen Denkende kann theoretische Intuitionen haben
  • Wer anschaulich sich beim Vollziehen einer Tätigkeit Gedanken macht, kann praktische Intuitionen haben
  • Wer sich einfühlende Gedanken macht, kann psychologische Intuitionen haben.
  • Wer zu imaginativem Denken fähig ist und sein Phantasie bildnerisch oder musikalisch ausdrücken kann, hat künstlerische Intuitionen

 Je nachdem, welches Denken für eine Tätigkeit erforderlich ist, treten andere Intuitionen und anders geartete Visionen auf, wenn die entsprechenden Erlebnis-Gestalten gespeichert sind. Bei einem Schriftsteller kann sich die künstlerische und die psychologische mit der theoretischen Intuition verbinden. Ein Manager kann praktische und psychologische Intuitionen haben, je nachdem ob er eine Strategie entwirft oder ob er Einsichten in die Unternehmenskultur und in Personalfragen gewinnt. Womit klar gemacht ist, dass reiche Erfahrungen zu den Voraussetzungen jeder Intuition sind. Der Mangel an Erfahrung und eine geringe Vergleichsbasis können nur zu einem riskanten Ratespiel, aber niemals zu einer Intuition oder Vision führen. 

Die intutive Einstellung
In den Worten Karl Jaspers (1985,S.64ff.) ist die "intuitive Einstellung nicht ein schnelles Hinblicken, sondern ein Sichversenken. Es wird nicht, was vorher gewusst wird, mit einem Blick noch einmal festgelegt, sondern es wird ein Neues, Erfülltes angeeignet in einem Prozess der sich entwickelnden Anschaulichkeit. Alles Intuitive besteht zwar in Subjekt-Objektspaltung, aber es geht die Bewegung zwischen Subjekt und Objekt auf eine Weise hin und her, dass ein Bewusstsein der Nähe, des Zusammengehörens (Identität), der Verwandtschaft zum Objekt da ist, während die rationale Einstellung die völlige Distanz schafft, die mystische Einstellung die Subjekt-Objektspaltung gänzlich aufhebt.  (...) Die Gegenstände dieser Anschauung sind die Sinnenwelt und die Seelenwelt. Auf den anschaulichen Einzelelementen dieser Welten erhebt sich der Bau des "schaubaren" Gestalten, Ideen. Diese alle sind nur darin und darüber gegeben."
 
VAL-Mindware: Visionen + Vertrauen
Auf der sinnstiftenden Strategie-Ebene sind mögliche Sinnergien (SQ) und das damit zusammenhängen "Dynamik-Prinzip" (Pümpin/Imboden,1991) sichtbar zu machen.
Visionen
Was können wir besoners gut? Wer braucht diese Leistung? Wo sind die Vorteile zu Wettbewerbsangeboten? Wie bringen wir unsere eigene Einzigartigkeit zur Wirkung? Wie können wir von dem leben, was als Gewinn übergig bleibt? 
Ein geistiges - strategisch - ideelles Bild ...

Ohne so ein geistiges Bild wäre die Kraft gar nicht, ein Unternehmen zu gründen, die notwendige Energie aufzubringen, die Risiken zu überwinden, die Anfangsschwierigkeiten zu bewältigen und durchzusetzen, wenn es einmal nicht so klappt. Eine Vision zwingt uns, in bezug auf unsere Zukunft Stellung zu beziehen. Sie vermittelt uns die Werte, für die wir bereit sind, Risiken einzugehen, uns setzt so den unternehmerischen Kreislauf in Gang. 

Eine Vision sollte dabei nach Peter Block (1992,S.116ff.) sowohl strategisch als auch ideell sein. Der strategische Aspekt hält uns auf Verbraucher- und Unternehmenskurs und orientiert jeden Schritt der Einheit am Erfolg des Unternehmens. Der ideelle Anteil der Vision soll unsere Phantasie beflügeln und uns inspirieren. Unsere Vision ist höchster Ausdruck dessen, was wir erreichen wollen. Unsere Vision ist Ausdruck unserer Überzeugung, dass wir Sinn finden und nützlich sein können. 

Der Unterscheid zur Unternehmensphilosophie ... 
  • Sie ist Ausdruck von Optimismus und indirekter Ausdruck Enttäuschung über die Gegenwart.
  • Sie zeigt eine Zukunft, wie wir sie für unseren Bereich wünschen, und eröffnet den Kampf mit den Visionen anderer. 
  • Die Kraft einer Vision lässt sich daran messen, wie sehr sie uns zur inneren Rechenschaft zwingt.
  • Sie unterscheidet sich von der Unternehmensphilosophie darin, dass unsere Branche und machmal unsere Stellung in dieser Branche definiert. Sie legt das Spiel fest, das wir spielen werden.
  • Eine Vision hebt eher darauf ab, wie unser Managementstil aussehen soll. 
  • Eine Vision zu schaffen und weiterzugeben bedeutet Führen. 
  • Eine Vision ist kein Unternehmenskonzept, kein Vertrag und keine Werbebroschüre, sie ist eher ein Glaubensbekenntnis. 
  • Eine Vision ist eine qualitative Zielsetzung, die den Zustand beschreibt, zu dem wir hinwollen, als wären wir bereits dort. Sie ist damit das "Dach", der "rote Faden", unter den sich Strategien, Absichtserklärungen, Projekte und Massnahmen im Unternehmenskonzept unterordnen. 
  • In der Vision habe Zahlen keinen Platz. 
  • Im Gegensatz zur quantitativen Zielsetzung, die immer einen Zeitraum umfasst und einen spätesten Zeitpunkt der Zielerreichung festlegt, ist die Vision zeitlich offen.
  • Im Gegensatz zu Visionen entstehen Leitbilder auf der rationalen Ebene unseres Denkens. Sie sind das Produkt unseres gemeinsamen Denkens, sie bringen unsere Absichten, unser Wollen zum Ausdruck. 
  • Im Gegensatz dazu sind im Wunschbild unsere Wunschvorstellungen wiedergegeben. Die Wünsche gehen in der Regel über die Leitbild-Formulierungen hinaus. Weil Wünsche etwas mit unseren Gefühlen zu tun haben, mit unseren Träumen, mit unseren Idealbildern und mit unseren inneren Bestrebungen. Das Wunschbild ist ein Vorstellungsbild, das aus dem Bereich unserer Gefühle, unserer Träume und unserer Ideal-Vorstellungen entstammt.  

 

Das Besondere an der Vision

Nachdem wir alles abgegrenzt haben, was nicht Visionen sind, bleibt nur noch die Frage: Was ist denn das nun, was wir Vision nennen? Zuerst einmal müssen wir nach Rudolf Mann (1990) die Form betrachten, in der eine Vision ihren Ausdruck findet. Mann zählt drei Varianten auf: 

  • Manche Unternehmen begreifen ihre Vision als ein Wort oder einen (Leit-) Satz. Was man besser als "Credo" bezeichnen sollte.
  • Andere fomulieren ihre Vision in fünf bis sieben Sätzen so, dass sie auf eine DIN-A4-Seite passt.
  • und andere verstehen die Vision als ganze Firmen-Broschüre, die intern und auch für alle Partner des Unternehmens Verwendung findet.

Nach Mann ist der mittlere Weg der beste. In einer Vision soll etwas mehr gesagt werden als ein Grund-Gedanke, damit sie eine breitere Identifikationsbasis bietet. Sinnvoll ist über den Zweck des Unternehmens, die Produkte und Leistungen, die Beziehungen zu Kunden, Mitarbeitern und Partnern innerhalb und ausserhalb des Unernehmens sollten zum Ausdruck kommen, weil damit Gefühle verbunden sind, die den Sog erzeugen für die Lebens-Energie des Unternehmens. 

Vertrauensbildende Massnahmen

Der Vision kommt in erster Linie eine interne Orientierungs-Aufgabe zu, um die internen Energien auf eine Punkt zu bündeln. Um Sinn zu geben und die freiwillige Ausrichtung der Mitarbeiter in eine Richtung zu ermöglichen. Damit wieder alle in einem Boot sitzen, an einem Strang ziehen. Und das auch noch in die gleiche Richtung. Vertrauen soll aufgebaut und gestärkt werden. Als vertrauensbildende Massnahme gilt es die Art und Weise der Visions-Verkündigung nach aussen gründlich zu überlegen. Denn es kann sein, dass in der Vision Dinge stehen, die man als Anspruch nach aussen nicht in der gleichen Weise formulieren möchte. Deshalb empfiehlt Rudolf Mann, die Vision zuerst einmal mit dem Blick nach innen zu entwickeln. Und in einem zweiten Schritt zu überprüfen, ob und in welcher Form die Grund-Gedanken der Vision auch nach aussen für Aussenstehende Verwendung finden soll.

Vertrauen
Sobald wir unsere Vision in Taten umsetzen, handeln wir politisch. Die erste Frage lautet jetzt: "Wer teilt meine Absichten und meine Vision?" Das finden wir durch Gespräche heraus. Also - wer hat die gleiche Vision oder zumindest eine, die mit meiner vereinbar ist? Auf eine identische Vision werden wir nur selten stossen, aber oft kann unsere Vision mit anderen sehr gut ko-existieren. Also müssen wir viel miteinander reden, denn nur so finden wir heraus, wer unsere Vision teilt.  Zwei Aspekte entscheiden darüber, ob Menschen zu unseren Verbündeten oder Feinden werden: Übereinstimmung (Kongrunez) und Vertrauen (Offenheit). Entweder herrscht Übereinstimmung über das von uns gesteckte Ziel, oder wir streiten uns. Entweder herrscht Vertrauen über den Weg dorthin oder Misstrauen. Gründe für Übereinstimmung oder Streit können nach Block (1992,S.143ff.) die abstrakte Formulierung unserer Vision oder häufiger, das fehlende Vertrauen in deren Sinn-Gehalt.
Vertrauen, das heisst: 

Nach Kobi (1994,S.22):   

  • Vorbild sein
  • Offenheit und Ehrlichkeit
  • Freiräume schaffen
  • An die Entwicklungsfähigkeit der Mitarbeiter/innen glauben und damit die 
  • inneren Kräfte aktivieren. 

Keine Ressource wird so schlecht genutzt, wie diejenige der Mitarbeiter/innen. Deshalb steht im Leitspruch eines grossen Chemieunternehmens: "Wo Menschen als Menschen wachsen, wächst auch die Organisation." Die sachliche Unternehmensführung muss mit der Idee der Entwicklung der eigenen Kräfte ergänzt werden. das heisst nach Kobi:

  • ständig ermutigen
  • Fehler machen dürfen
  • partnerschaftliche Zusammenarbeit
  • wenig ausgeprägte Hierarchien:

Freiraum geben, Experimente ermöglichen, schwierige Aufgaben übertragen verlangt Vertrauen. Vertrauen ist hierfür die  Vorbedingung, damit Mitarbeiter/innen wagen, Neuland zu betreten. Die Vorleistung des Vorgesetzten besteht darin, den Mitarbeiter/innen einen Vertrauensvorschuss zu geben, ihnen Sicherheit zu vermitteln und sie nötigenfalls abzuschirmen. Einem anderen vertrauen, kann nur derjenige, welcher sich selber auch vertraut und die nötige Souveränität, Gelassenheit und Geduld besitzt. Ein konkreter Ansatz kann nach Kobi die Einführung des Grundsatzes: "Was nicht verboten ist, ist erlaubt" darstellen. (Kobi,1994,S.31,50ff.,60f.)

Die Abstimmung der einzelnen  GGEEVV-Bausteine, löst bei starken Gegensätzen meistens heftige Konflikte aus. Es ist wichtig diese auszutragen, selbst auf die Gefahr hin, dass vorübergehend Chaos entsteht. Das dreidimensionale Führen betrachtet diese Verwirrung als notwendige Stufe um zu einem kreativen Ergebnis zu gelangen. Das Entscheiden und Handeln aufgrund abgestimmten Wissens und angeglichener Werte und Visionen bedarf einer relativ raschen Realitätsüberprüfung. Deshalb beschränkt dreidimensionales Führen das Planen auf kleine Schritte. Nur durch rollende Planung kann die durch Konsens gewonnene Entscheidung an der Realität geprüft und daraus unmittelbar für die Fortsetzung gelernt werden. Es ergibt sich folgendes Vorgehens-Modell für das Führen hoch drei: Value - Action - Leadership: Value = Wertfindung, Action = Umsetzung, Leaderhsip = Wertfindung und Umsetzung mit Konsens (Müri, 1992,S.292), oder wie hier behandelt die Stufenleiter: Strategie (Wertfindung) > Struktur (Umsetzung) > Kultur - Management (Wertfindung + Konsens). 
Die 4 Bausteine der KCA-UnternehmenSPhilosophie:
Strategie  Struktur Kultur Management  

Helpware: Literatur > Kontext > Quellen - Grundlagen

Unternehmen: Philosophie > Politik   > Produkte > Potential

1988-2003 © kca. Letzte Änderung: 21.2.2003