Für die Gestaltung
eines Unternehmens werden im folgenden
die 10 zentralen Corporate-Bausteine definiert.
Mittels Text-Link werden zusätzlich
Darstellungen abrufbar, welche den zu
erfassenden Kontext bildlich wiedergeben und das
Ausgeführte ergänzen.
- CI:
Corporate
Identity
- CP: Corporate
Personality
- CB: Corporate
Behaviour
- CA:
Corporate
Appearance
- CW+CD: Corporate
Wording + Corporate
Design
- CAr+CG:
Corporate Architect
+ Corporte Graphic
- CCom: Corporate
Communications
- CCult: Corporate
Culture
- CIm: Corporate
Image
- CCon: Corporate
Consciousness
| Der Corporate
Begriff -
Kontext |
| Die häufig zu beobachtende Unklarheit
bei Begriffen wie Corporate Identity + Corporate
Design ist ein wichtiger Indikator für
tieferliegende Probleme, die in der Praxis nicht
selten zu Schwierigkeiten führen und
verhindern, dass tatsächlich Kultur
im Unternehmen erfolgsversprechend
gestaltet wird
und eine
Unternehmenspersönlichkeit
festzustellen
ist. Aus dem Grunde werden
wird im
nachfolgenden die wichtigsten Begriffe des
Corporate Gebilde definieren und erklären, aus denen
sich dann entsprechende Konsequenzen als
Hilfestellung für die praktische Umsetzung des
"Value-Action-Leadership"
ergeben. Hierbei dient uns das
"LAMBDA-Modell" von Scholz (1992) als
Orientierungshilfe,
um uns im
vorherrschenden
Begriffsdschungel
zurechtzufinden. |
|
1. CI: Corporate
Identity |
|
"Die Identität des
Unternehmens muss so klar sein, dass sie zum
Mass-Stab wird für seine Produkte, für sein
generelles Handeln wie für einzelne Massnahmen.
Das heisst, Identität kann nicht bloss als
Slogan sein, eine Reihe von Schlagworten, sie
muss sichtbar, greifbar und allumfassend
sein," erklärt Wally Olins in seinem Buch
"Corporate Identity" und definiert das so:
"Alles was die Organisation tut, muss ihre
Identität bekräftigen. Die Produkte, die das
Unternehmen herstellt oder verkauft, müssen
seinen Normen und Werten vermitteln. Die
Gebäude, in denen es Leistung erbringt und
anbietet, seine Büros, Werke und
Ausstellungsstücke - ihr Standort, wie sie
möbliert und instandgehalten werden - sind
allesamt Ausdruck der Identität. Das
Kommunikationsmaterial der Firma, von der
Werbung bis hin zur Bedienungsanleitung, muss
von einheitlicher Qualität sein und in seinem
Charakter die gesamte Organisation mit ihren
Zielen genau und eindeutig
wiederspiegeln."
CI: Standortbestimmung
Oder in den Worten Foerster,
Corporte Identity ist die
"Standortbestimmung des Unternehmens
(Vision, Grundsätze, Geschichte,
Wirklichkeit)".
CI-1: Definition
Birkigt/Stadtler liefern uns
die derzeit in allen Fachmedien anerkannte
Definition für Corporate Identity:
"Corporate Identity ist die strategisch
geplante und operativ eingesetzte
Selbstdarstellung und Verhaltensweise eines
Unternehmens nach innen und nach aussen auf
Basis eines definierten (Soll-)-Images,
einer festgelegten Unternehmensphilosophie und
Unternehmenszielsetzung und mit dem Willen, alle
Handlungsinstrumente des Unternehmens in
einheitlichem Rahmen nach innen und nach aussen
zur Darstellung zu bringen."
CI-2: Differenzierung
Im Rahmen des LAMDA-Modelles
ist Corporate Identity im Gegensatz zum
Erscheinungsbild, das grundsätzlich alle
sichtbaren Objekte und Verhaltensweisen umfasst,
lediglich als ein sich stimmiges Teil daraus:
"Unternehmensidentität (Corporate Identity)
ist dort die Summe aller konsistenten Objekte
und Verhaltensweise, mit denen sich das
Unternehmen nach innen und aussen
präsentiert." D.h. Corporate Identity ist
der Teil des Erscheinungsbildes, der - stimmig
mit der Unternehmenskultur und in sich
konsistent - Mitarbeitern und Externen ein
Gefühl für Identität
("Persönlichkeit") des Unternehmens
vermittelt. Ist dieser Bereich nicht vorhanden,
so sind Massnahmen zu ergreifen, die ihn
entstehen lassen: Das Erscheinungsbild ist
derart zu ändern, dass es mit der
Unternehmenskultur stimmig ist und in sich
konsistente Komponenten erhält. Sind solche
bereits vorhanden, muss versucht werden, den
Anteil dieser Komponenten zu erhöhen. Während
Unternehmenskultur im Extremfall heterogen,
neurotisch und chaotisch sein kann, ergibt sich
die Corporate Identity aus solchen Komponenten,
die zusammenpassen und deshalb eine Identität
vermitteln können: Diese Unternehmensidentität
ist somit der klare und einprägsame Teil der
sichtbaren Ebene.
|
| 2.
CP: Corporate
Personality |
Die
Wirkung
(Erscheinungsbild
und (Körper-)
Sprache) ist die
eine Seite. Die
Stärkung der
Kompetenz durch
Sach- und
Fachwissen ist
die andere
Seite. Um den
Gesamteindruck
stimmig zu
machen, müssen
nach Veronika
Zickendraht
(1991,S.25f.) vier
Arten von
Kompetenzen in
Einklang
sein:
- Soziale
Kompetenz:
Der
Umgang
mit
und
die
Führung
von
Mitarbeitern
- Management-Kompetenz:
Das
Gestalten
und
Führen
in
den
jeweiligen
Bereiche
- Fachkompetenz:
Das
Wissen,
um
Sach-
und
Fachfragen
zu
lösen
- Persönliche
Kompetenz:
Ist
eine
Zusammenfassung
der
drei
vorgenannten
Führungsqualitäten
Wenn
diese
Unterteilung
auch auf den
ersten Blick
recht abstrakt
erscheint, so
macht sie doch
deutlich, dass
das
Zusammenwirken
der Bereiche
entscheidend
ist. Wie aus
einer Studie
über
Personalentwicklung
der Nixdorf
Computer AG
hervorgeht,
"sind
Massnahmen, die
alleine auf
einer Erhöhung
des Fachwissens
ausgerichtet
sind und weniger
auf Sozial- und
Managementkompetenz,
nur in
Spezialfunktionen
sinnvoll".
Angestrebt wird
die persönliche
Kompetenz,
sobald
Führungsverantwortung
getragen wird.
Es gilt, den
persönlichen
Bereich, der bei
Führungskräften
Vorbildfunktion
hat, zu stärken
und eine in sich
kongruente
(stimmige)
Unternehmenspersönlichkeit
(Corporate
Personality) mit
Authentizität
und
Glaubwürdigkeit
auszubilden, wie
hier
näher behandelt
wird.
|
| 3.
CB: Corporate
Behaviour |
| "Unternehmensverhalten
(Corporate Behaviour) ist die Menge aller
Verhaltensweisen, mit denen sich Vorgesetzte und
Mitarbeiter des Unternehmens nach innen und
aussen präsentieren. CB:
Positive Effekte
auf den
Unternehmenserfolg
Werden
(interne)
Unternehmenskultur
und (externes)
Unternehmensimage
aufeinander
abgestimmt, so
hat dies eine
Reihe von
positiven
Effekten auf den
Unternehmenserfolg
und das
Verhalten von
Vorgesetzten und
Mitarbeitern.
CB-1:
Innen-Effekte
Als
wichtige
Innenwirkung der
Unternehmenskultur
nennt Scholz
zunächst die
Erzeugung eines
entsprechenden
"Wir-Gefühls".
Als zweiter
wichtiger
Innen-Effekt
wirkt die
Unternehmenskultur
koordinierend,
wenn das
Grundverständnis
für die
Strategie des
Unternehmens
vorhanden ist.
Damit kann die
Menge der
nötigen
Detailinformationen
reduziert
werden.
CB-2:
Aussen-Effekte
Neben
der Innenwirkung
hat
Unternehmenskultur
und
speziell die
Deckungsgleichheit
zwischen
Unternehmenskultur
sowie
Unternehmensimage
wichtige Effekte
nach aussen. Sie
betreffen nach
Scholz zum einen
die Rolle des
Unternehmens als
Geschäftspartner.
Bei
vergleichbaren
Produkten wird
das Unternehmen
den Zuschlag
bekommen, da es
sich durch eine
stimmige
Kommunikation
seiner
Unternehmenskultur
nach aussen von
seinen
Konkurrenten
abhebt. Zum
anderen wird die
Stellung des
Unternehmens als
Arbeitgeber
beeinflusst.
Angesichts des
zunehmenden
Facharbeiter-
und
Führungskräftemangels
ist das
Unternehmensimage
ein bedeutender
Einflussfaktor.
Mit Hilfe des
Images kann das
Unternehmen auf
dem Arbeitsmarkt
so positioniert
werden, dass es
eine von anderen
Unternehmen
unterscheidbare
Position aufbaut
und dadurch
Vorteile für
die Rekrutierung
neuer
Arbeitskräfte
schafft.
|
| 4.
CA: Corporate Appearance |
| "Das Erscheinungsbild des
Unternehmens (Corporate Appearance) umfasst alle
markanten Objekte und Verhaltensweisen, mit
denen sich das Unternehmen nach innen und aussen
präsentiert."
CA-1: Das Erscheinungsbild des
Unternehmens wird geprägt ...
Das Erscheinungsbild des
Unternehmens wird geprägt durch eine Vielzahl von
Objekten, letztlich aber auch durch exponierte
Persönlichkeiten, die bevorzugte Werte und
Erfolge symbolisieren. Diese besitzen Vorbild-
und Symbol-Charakter, wenngleich sie nicht immer
nach aussen entsprechend publik gemacht sein
müssen wie in Amerika.
CA-2: Der erste Eindruck vom
Unternehmen und seiner Unternehmenskultur
Die sichtbare Zone hat als
Erscheinungsbild nicht nur eine Wirkung nach
innen, sondern auch nach aussen: Architektur,
Begrüssungsrituale, Empfangsvorschriften,
Geschäftsberichte, Firmenbroschüren,
Briefpapier und Vermittlungsrituale beim
Telefonieren bieten auch Aussenstehenden einen
ersten Eindruck vom Unernehmen und von seiner
Unternehmenskultur. Die Konsequenz ist dann ein
spezifisches Image des Unernehmens.
|
| 5.
CW+CD: Corporate
Wording +
Corporate Design |
|
Hinter Corporate Design und
Corporate Wording stecken gleichermassen die
gestalterischen Massnahmen (Gestaltung als Prozess)
wie auch die daraus resultierten Endprodukte (Gestalt als Ergebnis).
CW+CD:
Unternehmenskultur
als zentraler
Anknüpfungspunkt
Ob eine Identität entsteht,
hängt jedoch nicht nur von CI-Objekten und der
Stringenz ihrer Gestaltung ab - eine
"neue" CI im Halbjahresrhythmus wirkt
einer charakteristischen Ausprägung der
Unternehmensidentität sicher entgegen -,
sondern auch und gerade von ihrer Verankerung in
der Unternehmenskultur. Nur CI-Aussagen, die
tatsächlich der Unternehmenskultur entsprechen,
können langfristig nach innen und aussen hin
Bestand haben. Die sichtbare Kulturebene wird
damit zum zentralen Anknüpfungspunkt für einen
erfolgreichen Aufbau und die Realisation einer
CI.
CW+CD-1: Kulturorientiertes
CI-Management als Fixpunkt
Ein
kulturorientiertes
CI-Management
unterscheidet
sich
grundsätzlich
von einem
allgemeinen
CI-Management,
das nur an der
vermuteten
Aussenwirkung
ansetzt und
primär eine
Optimierung im
Corporate Design
anstrebt.
Letzteres
versucht
losgelöst von
der tatsächlich
vorhandenen
Unternehmenskultur
durch das Setzen
von markanten
Objekten eine
vordergründige
Realität zu
schaffen. Ein
solches Vorgehen
ergibt sich
immer dann, wenn
man die
Konzipierung
einer CI
ausschliesslich
externen
Designern
überlässt, die
Unternehmenskultur
primär als ein
Endprodukt ihrer
Tätigkeit und
nicht als einen
zentralen Rahmen
dafür ansehen.
Kuturbewusstes
CI-Management
nach dem hier
vorgestellten
LAMDA-Modell ist
mehr als
Ästhetik: Es
ist das Ergebnis
einer
Transformation
kultureller
Botschaften von
innen nach
aussen.
CW+CD-2:
Wirkungskette
zwischen
CCulture-Identity+Image
als
Arbeitsrahmen
Ursprung
und
Ausgangspunkt
des
kulturorientierten
CI-Management
sind die Werte
und
Grundannahmen
der
Unternehmenskultur
(unsichtbare
Ebene,
Innenwirkung).
Das Corporate
Image (sichtbare
Ebene,
Aussenwirkung)
entspricht der
Wahrnehmung der
Externen von der
Unternehmenskultur,
beschreibt also
die
Charakteristik
des Unternehmens
in den Augen
Aussenstehender.
Das Bindeglied
stellt die
Corporate
Identity dar,
die im
konsistenten
Überschneidungsbereeich
von Innen- und
Aussenwirkung
auf der
sichtbaren Ebene
liegt und -
idealerweise
basierend auf
den
unternehmenskulturellen
Werten - ein
Bild der
Unternehmenskultur
nach aussen
trägt.
CW+CD-3:
Defintionen nach
Hans-Peter
Förster
Der von Hans-Peter Förster
geprägte Begriff "Corporate Wording"
(1994) befasst sich mit dem schriftlichen
Erscheinungsbild (Gestaltung von Sprachstil,
Wortlaut und Textfassung in Korrespondenz,
Drucksachen, Anzeigen, Presseinfos, Reden u.a.).
"Corporate Design" hingegen mit
dem visuellen Erscheinungsbild, d.h. was
sinnlich wahrnehmbar ist durch Sehen, Hören,
Fühlen usw. Foerster nennt hier: Gestaltung von
Wort- und Bildzeichen, Hausfarben, Typographie,
Drucksachen, Produktgestaltung, Messestand
u.a.
|
| 6.
CAr+CG: Corporate
Architect +
Corporte Graphic |
| "Unernehmensarchitektur
(Corporate Architect) ist die Menge aller
physikalischen Objekte, mit denen sich ein
Unternehmen nach innen und aussen
präsentiert."
Die
sinnliche
Wirkung der
Architektur
Architektur
ist nach
Schwanzer
(1992,S.145)
nichts
Beliebiges. Die
"Entscheidung
zur Form"
ist wesentlich.
Durch
Architektur
werden alle
Sinne des
Menschen
angesprochen.
Damit kann man
Architektur im
eigentlichen
Sinne des Wortes
"begreifen",
Form und
Material
spüren, sie
sehen, die
Gestaltung
wahrnehmen,
Geruchsinn wird
z.B. durch
Holzelemente
angesprochen,
das Gehör durch
die Wirkung der
Akustik in einem
Raum. Wenn wir
Architektur mit
allen Sinnen
wahrnehmen
führt dies zum
Erkennen und
Verstehen des
"Bildes",
das seinerseits
identifiziert
werden kann und
künftig als
"Image"
wirkt. Damit
wird das
Gebäude zur
"Skulptur",
die das Image
des Unternehmens
entscheidend
mitprägt. Das
Gebäude wird
zum "Ge-häuse"
oder "Be-hälter"
einer
Idee, die von
Menschen für
Menschen erdacht
wurde. Ein
dreidimensionales
Zeichen, dessen
vierte Dimension
in der geistigen
Ausstrahlung
liegt.
Corporate
Architect und
Corporate
Graphic
Sie
werden geprägt
von der
jeweiligen
Unternehmenspersönlichkeit
und bedingen
ihrerseits das
Image eines
Unternehmens.
Bei Anklick
Corporate
Identity wird
der von
Schwanzer
dargestellte
Ursache-Wirkungszusammenhang
von Corporate
Personality -
Corporate Design
- Corporate
Architect -
Corporte Graphic
und Corporate
Image
einsichtig.
|
| 7.
CCom: Corporate
Communications |
| "Corporate
Communications
ist
Kommunikation
auf
strategischer
Grundlage mit
dem Ziel, die
Einstellung
wichtiger
Zielgruppen zum
Unternehmen zu
verändern."
(Demuth,1992,S.173)
Um die
Einheitlichkeit
von
Kommunikation
und
Erscheinungsbild
zu
gewährleisten,
müssen alle
Kommunikationsmittel
permanent auf
diese
Zielsetzung hin
überprüft
werden. Das
heisst nach
Achterhold
(1988,S.44ff.)
nach aussen und
innen
(Pressmitteilungen,
Geschäftsdrucksachen,
Gebrauchsanweisungen,
Stellenanzeigen,
Werbung etc. )
ist die
Einhaltung
vereinbarter
Gestaltungs- und
Inhaltsrichtlinien
zu beachten und
zu
kontrollieren.
Diese
Richtlinien sind
so zu
formulieren,
dass sie die
angestrebte
Einheitlichkeit
gewährleisten,
ohne aber die
spezifischen
Gestaltungsmöglichkeiten
der
unterschiedlichen
Werbemittel
einzuschränken.
Corporate
Communications
wird so nach
Achterhold zur
"Zentrale"
der
kommunikativen
Arbeitsfelder:
- Corporate
Design:
Visuelles
Erscheinungsbild
- Corporate
Advertising:
Unternehmenswerbung
- Corporate
Sales
Promotion:
Verkaufsförderung
- Corporate
Public
Relations:
Öffentlichkeitsarbeit
und
garantiert durch
interdisziplinäres
Vorgehen einen
wichtigen Teil
der Umsetzung
des
Identitätsgedankens.
In den
Worten Förster
(1994,S.19)
bündet
Corporate
Communications
die Inhalte von
Identität,
Kultur, Sprache
und Design und
stimmt sie
aufeinander ab.
|
| 8.
CCult: Corporate
Culture |
| "Unternehmenskultur
(Corporte
Culture) ist das implizite Bewusstseins eines
Unternehmens, das sich aus dem Verhalten der
Vorgesetzten sowie Mitarbeiter ergibt und das
als gemeinsames Denkmuster deren Verhalten
steuert".
CCult:
Differenzierung
Dies hat nichts zu tun mit
Kultiviertheit, mit Etiquetten und Stil. Es geht
um praktisches Verhalten, die akzeptierte
Wert-Muster wiederspiegeln und als typisch für
das betreffende Unternehmen bezeichente werden
können. Unternehmenskultur ist in dieser
Hinsicht eine Ergebnisgrösse, die als
Steuerungsgrösse das Verhalten von Vorgesetzten
und Mitarbeitern prägt. Das heisst alle sind
sich ihrer Kultur bewusst und spüren, wenn sie
sich kulturkonform verhalten oder die
"Spielregeln" der Kultur
verletzen.
CCult-1:
Unsichtbarer
Bereich
Die eigentliche
Unternehmenskultur ist aber im unsichtbaren
Bereich. Sie ist weder aus CI-Handbücher noch
aus schön-geistigen Leitsätzen der hauseigenen
Unternehmensphilosophie ableiten. Sie drückt
sich vielmehr historisch überlieferte
Erfolgsmuster und durch Tradition entstandene
Normen aus, kurz all das, was die
Unternehmensmitglieder als einmalig und
charakteristisch für ihr Unternehmen ansehen.
Unternehmen entwickeln so im Laufe der Zeit ihre
eigene Persönlichkeit. Vor allem im Hinblick
auf die Kernkompetenzen unterscheiden sich
Unternehmen oft erheblich, was eine wichtige Erklärung für ihren Erfolg beziehungsweise ihre
Erfolglosigkeit ist. Kunden-, Mitarbeiter-,
Leistungs- oder Innovationsorientierung
Sagen
- Anekdoten -
Legenden -
Mythen - Rituale
-
Kultur-Symbole
Kultur wird unter anderem
durch Geschichten vermittelt: Da gibt es
"Sagen" als inhaltlich überhöhte
Geschichten und "Anekdoten", die
herausragende Leistungen in heroischer Form
koportieren. "Legenden" beschreiben
Ereignisse, die mit Dichtung angereichert ist.
"Mythen" schliesslich drücken
Imaginäres aus. Unabhängig von ihrem
Wirklichkeitsgehalt dienen diese zur Erklärung
des Verhaltens, reflektieren Realität und
wirken somit verhaltensprägend. Interessant
sind in diesem Zusammenhang auch Riten und
Rituale, durch die Mitarbeiter in das
Unternehmen eingeführt werden. Bereits die
Auswahl und die Eingliederung der neuen
Mitarbeiter ist meist hochgradig ritualisiert:
Auswahltechniken, Schulungen und
Einführungsriten lassen Unternehmenskultur
erkennen. Das gleiche gilt für
unternehmensinterne Wettbewerbe sowie den
grossen Bereich der Kultur-Symbolik: Dies
betrifft Logos genauso wie symbolisches
Management bei der Personalführung.
CCult-2:
Sichtbare Bereich
Darüber gibt es einen
sichtbaren Bereich der Unternehmenskultur, der
quasi als Spitze des Eisberges Rückschlüsse
auf den unsichtbaren Bereich der
Unternehmenskultur zulässt. Zu dieser
sichtbaren Zone gehören unter anderem
- die Architektur von
Gebäuden und deren Einrichtung,
- die verwendeten
Slogans,
- diverse Drucksachen
sowie
- die Art und Weise des
Umgang miteinander.
Hier kommen allerdings viele
andere Einflüsse zum Tragen, so dass letztlich
nur der unsichtbare Bereich als Kulturkern die
eigentlich interessante Unternehmenskultur
darstellt. Unabhängig spielt speziell die
sichtbare Ebene im Unternehmen als sein
Erscheinungsbild eine wichtige Rolle.
|
| 9.
CIm: Corporate
Image |
| "Unternehmens-Image
(Corporate Image) ist die subjektive Wahrnehmung
bei Externen hinsichtlich Kultur, Leistung und
Erfolg des Unternehmens."
CIm: Die subjektive Wahrnehmung
der Unternehmenskultur
Gerade auch
Unternehmens-Externe erhalten über die
sichtbare Unternehmens-Ebene oft
aufschlussreiche Botschaften über die
Unternehmenskultur, sei es absichtlich durch
Kommunikationsstrategien oder aber durch
Begegnungen mit Mitarbeitern des Unternehmens
(auch in ihrer Freizeit). Das entstehende Image
des Unternehmens ist folglich einen subjektive
Wahrnehmung der Unternehmenskultur.
Im LAMDA-Modell wird strikt
differenziert zwischen der primär intern
ausgerichteten Unternehmenskultur und dem extern
ausgerichteten Unternehmensimage sowie der
Trennung von sichtbarer und unsichtbarer Ebene
wie wir gesehen haben. Im einzelnen besteht das
LAMDA-Modell aus diesen drei Hauptbereichen, die
wir hier nochmals zusammenfassen wollen
CIm-1: Innenwirkung:
Unternehmenskultur ist der
unsichtbare, unernehmensinterne Bereich
(Corporate Culture). In ihrem unsichtbaren
Kulturkern entwickeln Unternehmen im Laufe de
Zeit ihre eigene Persönlichkeit (Corporate
Personality). Hier unterscheiden sie sich dann
oft deutlich von Konkurrenten in Bezug ihrer
Kernkompetenzen.
CIm-2: Aussenwirkung:
Unternehmensimage ist der
unsichtbare externe Bereich. Unternehmensexterne
nehmen Kultur, Leistung und Erfolg des
Unternehmens subjektiv wahr. Das hieraus
entstehende Unternehmensimage (Corporate Image)
ist dann das Bild, das sich Externe von der
Unternehmenskultur machen. Diese
Kulturwahrnehmung muss jedoch nicht der
tatsächlichen Unternehmenskultur entsprechen
CIm-3: Innen-Aussenwirkung
Erscheinungsbild ist der
sichtbare Bereich des Unternehmens (Corporate
Appearance). Dieses umfasst nach dem
LAMDA-Modell alle markanten Objekte und
Verhaltensweisen, mit denen sich das Unternehmen
nach innen/oder nach aussen präsentiert.
Wichtig dabei ist die Verankerung in der
Unternehmenskultur. Nur ein Erscheinungsbild,
das tatsächlich der Unternehmenskultur
entspricht, kann langfristig sinnvoll nach innen
und aussen hin Bestand haben.
CIm-4: Wirkungs-Grad
Für die Vermittlung von
Unernehmenskultur nach innen und aussen ist die
sichtbare Ebene das entscheidende Medium. Aus
diesem Grund sich auch die verschiednen obgenannten Corporte Bausteine wichtig, das
hier jeweils dezidiert andere Massnahmen
ansetzen. Im LAMDA-Modell setzt sich das
Erscheinungsbild des Unternehmens aus dem
Corporate Design sowie dem Corporate Behaviour
zusammen.
|
| 10.
CCon:
Corporate
Consciousness |
Jeder
Mensch trägt
Bilder in seinem
Kopf, die sein
tägliches
Verhalten
beeinflussen.
Doch damit sind
keine
kontrastreichen
Fotos von
Personen oder
Landschaften
gemeint, sondern
ein ungeheuer
komplexes
System, das
unsere
individuellen
Sinneseindrücke
selektiert,
evaluiert und in
eigene
Handlungsweisen
umsetzt. Dieses
diffuse Etwas
bezeichnen wir
mit Kohtes
(1992,S.75)
"Bewusstsein".
Es setzt sich
zusammen aus
Erfahrungen,
Meinungen,
Erlebnissen und
Handlungsmustern,
die wie bei
einem
Puzzle-Spiel ein
ganz bestimmtes
Gesamtbild
entstehen
lassen. Dieses
ist jedoch zu
keinem Zeitpunkt
endgültig und
abgeschlossen,
sondern vielmehr
in einem
immerwährenden
Entwicklungsprozess.
Kohtes
unterscheidet in
dem Zusammenhang
drei Corporate
Consiousness
Schichten:
- Da
ist
neben
dem
individuellen
(Unter-)
Bewusstsein
der
Mitarbeiter
- das
allgemein
vorherrschende,
meist
nicht
reflektierte
Bewusstsein
über
das
Unternehmen,
das
er
als
"kollektives
Unterbewusstsein"
aller
Mitarbeiter
bezeichnet
und
- die
Unternehmenskultur
als
das
Bewusstsein
des
Unternehmens.
Die
Darstellung
eines
Unternehmens und
seine verborgene
(Bewusstseins-)
Potentiale
lassen sich nach
Kothes
anschaulich an
dem Schema eines
Eisbergs
aufzeigen: Sechs
Siebtel sind
unter Wasser
(verborgen), ein
Siebtel über
Wasser
(bekannt). Was
genau im
Unternehmensbewusstsein
(Corporate
Consciousness)
verborgen bzw.
bekannt ist
erfahren Sie
mittels
Text-Links. Zur
Erhellung des
Ausgeführten
wird folgende
Literatur
empfohlen:
|
|
|
Achterholt G.:
Corporate Identity. In zehn Arbeitsschritten die
eigene Identität finden und umsetzen. Wiesbaden
1988,Gabler,S.42ff. Demutz A.: Corporate
Communications: Profil gewinnen durch
strategische Kommunikation. In: Econ Handbuch
"Corporate Policies". Wie Ihr
Unternehmen erfolgreich auftritt. Düsseldorf
1992 ,S.170-178 Förster H.-P.:
Corporate Wording. Konzepte für eine
unternehmerische Schreibkultur. Frankfurt am
Main 1994, Campus,S.18ff. Kohtes P.J.: Diagnose
und Therapie: Die Diagnose ist die Theraphie -
Corporate Consciousness. In: Econ Handbuch,a.a.O.,S.74-96 Mi-Autorenteam:
Corporate Identity: Ihr Weg zur
Unternehmenspersönlichkeit, Landsberg am Lech
1992, mi-video mit Begleitbroschüre Neuberger
O./Kompa A.:
Wir, die Firma. Der Kult um
die Unternehmenskultur. München 1987, Heyne,S.273ff: Glosssar
Renner
S.G.: Corporate Identity. Gestaltungsformen,
Informationslogistik,
Unternehmensauftritt,1.Auflage,Würzburg
1991,Vogel Schmitt-Siegel M.: "Nur
der Schein trügt nicht". In: Econ
Handbuch,a.a.O,S.124-144 Scholz C.: Die Sehnsucht
nach dem Wir: Unternehmenskultur und
Unternehmensimage im LAMDA-Modell. In: Econ
Handbuch, a.a.O.,S.14-36 Schwanzer
B.: Unternehmensdarstellung und Architektur:
Die Bedeutung der Architektur für die CI von
Unternehmen. In: Econ Handbuch,a.a.O.S.145-167 Zickendraht
V.: Persönlichkeitsprofil. Identity vom
Scheitel bis zum Schreibtisch.Landsberg am Lech
1991,Moderne Industrie,S.25f.
|