| A = System-Methode |
M = System-Betrachtung |
E = System-Gestaltung |
N = System-Kunst |
| Das obige Leitbild der
systemorientierten Kunst wie es in dem Werk
"System Art - Das System der Kunst"
(Grünwald, 1996) behandelt und hier auf den
neusten Stand der Erkenntnisse
gebracht wird,
basiert auf einer Weiter-Entwicklung der
Struktur-Analyse nach Rombach. Bevor wir auf die
vier Leitbild-Bausteine: A = System-Methode ,
M =
System-Betrachtung, E
= System-Gestaltung und N =
System-Kunst
eingehen, soll dargelegt werden, was hinter den
vier Buchstaben "A-M-E-N"
steht, welche die Struktur und Vorgehensweise
der systemorientierten Kunst bestimmen.
|
|
Die System
Art Struktur:
|
| 1.
Struktur-Analyse nach Rombach
|
|
2.
Vor-und-Zurück
|
| 3.
Im Weg liegt das
Ziel
|
| A = System-Methode
|
|
4.
Kunst ist ...
|
| 5.
ein System ...
|
| 6.
und
im Kern eine Methode
|
| 7.
genauer
eine System-Methode
|
| M =
System-Betrachtung
|
| 8.
Prinzip
und Begriff des Stiles
|
| E =
System-Gestaltung
|
| 9.
Ein
Kunst-Werk ...
|
| 10. und sein
Kunst-Wert
|
| N =
Systemorientierte Kunst (System Art).
|
| 11.
Kunst und Natur bilden eine Einheit
|
| 12. Kunst ist das Kreative
|
| 13.
Kunst und Kultur als Wirtschaftsfaktor
|
| 14. Literatur
|
|
|
|
1.
Struktur-Analyse nach Rombach
|
| Wie bei Rombach (1988) nachzulesen ist, verläuft jede Entwicklung
(eines Unternehmens, Projektes etc.) weder
linear noch kreisförmig, sondern in Zyklen und
Prozess-Phasen. Diese lässt
sich in gröbster Vereinfachung in die Phasen
"Anfang", "Mitte"
und "Ende" unterteilen. Nimmt
man wie hier die menschliche Entwicklung zum
Modell, so zeigt sich sogleich, dass die
Konstellation aller Phasen in jeder Phase anders
erscheint, wie dies in der
Abbildung
versinnbildlicht wird. Im Anfang gibt es
überhaupt keine Unterscheidung, in der Mitte
ist der Anfang das Überwundene und das Ende
noch nicht in Sicht - so bleibt nur Mitte, am
Ende ist der Anfang sehr wichtig und ebenso das
Ende - die Mitte wird zum Berührungspunkt von
Anfang und Ende zusammen.
|
|
2. "Vor-und-Zurück"
|
| Solange
sie funktionsfähig sind und damit auch
entwicklungsfähig, entwickeln sich alle Systeme
auf dieser Welt spiralförmig. Die Koordinaten, an denen wir
uns hierbei orientieren, verschieben sich mit jedem Schritt, den wir tun. Gleich, ob wir vorwärts oder
rückwärts gehen. Die meisten Menschen werden dadurch verwirrt, dass sie
glauben, sich im Kreis zu drehen und glauben, nicht von der Stelle zu kommen.
Dabei erlaubt dieser Wechsel-Prozess des "Vor-und-Zurück", dieses "Sich-ändern-der-Koordinaten"
im Entwicklungs-Prozess, dass wir den Ausgangspunkt ständig besser und bestimmter fassen können.
Nicht "das Ziel ist der Weg" (These)
oder "der Weg ist das Ziel"
(Antithese), sondern
deren Synthese "im Weg liegt das Ziel"
(Farda,1989), ist hier gefragt.
|
| 3. "Im Weg liegt das Ziel"
|
| Dieser
für die Ausarbeitung einer Strategie relevante Leitsatz besagt,
dass das Ziel (N) bereits im Weg (AME)
selbst angelegt sein muss, aus ihm entwickelbar,
sonst ist es der falsche Weg. Wie wir noch näher
erörtern werden, dienen Ziele bei der Wegfindung als eine Art
Leitfaden (Wegweiser), um zu wissen wohin
die Reise gehen soll und festzustellen, wo
Korrekturen anzubringen sind. Damit Ziele
- als Notwendige
Fixpunkte einer Wegbegehung -, ihre Aufgabe als Führungs- und
Optimierungs-Grösse überhaupt erfüllen
können, müssen sie - unabhängig von ihrer
Lernziel-Stufen - so konstruiert sein, dass sie
tatsächlich mit einem Höchstmass an
Annäherung erreicht werden können und damit so
formuliert sein, dass ihre Erfüllung
kontrolliert werden kann. Im Sinne unseres Struktur-Leitbildes
lassen sich die 3 Lernziel-Stufen
(Beelich/Schwede,
1991) der Didaktik, wie
folgt zuordnen: A = Richtziel M
= Grobziel E = Feinziel N =
Ausbildungsziel, welche in der Unternehmenspraxis mit
dem Begriff "Nutzen-Potential"
(Pümpin/Imboden 1991) gleichgesetzt werden kann. Mit jedem
(Ausbildungs-) Schritt den wir tun, können wir
feststellen, dass das, was uns anfänglich
unbekannt und abstrakt vorkommt, begreifbarer
wird, nachdem wir uns damit näher beschäftigt
haben. Dies gilt sowohl für den Grad der Bestimmtheit, die Genauigkeit
und Eindeutigkeit der einzelnen Lernziel-Stufen,
wie auch für das Nachfolgende, wo es darum
geht, das Wesen der Kunst zu begreifen.
|
| A =
SYSTEM-METHODE |
| Kunst ist
ein System und in ihrem Kern eine Methode,
genauer eine System-Methode. Was heisst das? Um
dies beantworten zu können, gilt es zuerst zu
definieren was wir unter "Kunst" und
den beiden für ein "ganzheitliches Denken und
Handeln" (Ulrich/Probst, 1988) zentralen
Leitbegriffe "System" und "Methode"
verstehen.
|
|
4. Kunst ist ...
|
Dass Kunst stattfindet, hängt nicht an
Medien oder Techniken, sondern einzig an der
Freiheit innerhalb der Produktion (Lehner,1991,Seel,1991). Kunst setzt
damit Freiheit voraus und das heisst: Freiheit
von Zwängen des Alltagslebens. Im Prinzip ist
Kunst überall dort vorhanden, wo aus freier
Produktion Lebendiges entsteht. Das heisst,
durch Kritik und Reflexion an gelungenen (oder misslungenen) Werken werden künstlerische
Methoden verallgemeinert und auf andere Bereiche
des Lebens und der Gesellschaft übertragbar und
nutzbar gemacht. Hierfür bedarf es einer gewissen
Systematik und Methodik, bzw. eines Systems und
bestimmter Methoden.
|
|
5.
ein System ...
|
| Unter dem Schlagwort "System"
(Vester,1985) verstehen wir eine natürliche Einheit, ein
Ganzes, bestehend aus (konkreten und abstrakten)
Elementen, welche untereinander und mit ihrer
"In- und Umwelt" (Bleicher, 1991) in
Beziehung stehen. Mit anderen Worten bildet
das System das Gefäss (Theorie), aus dem die
Methodik (Praxis) schöpft. Sie ergänzen sich
wie "Yin" und "Yang" (Markert,
1985). Je
besser eine zu erkennende Einheit strukturiert,
sprich systematisiert ist, um so leichter ist es,
das für uns Wesentliche zu
erkennen und damit nutzbar zu machen. Das Mittel
hierzu nennen wir Methode.
|
|
6.
und in ihrem Kern
eine Methode ...
|
| Die für
den Aussenstehenden wohl auffallendste
Eigenschaft der modernen Kunst ist der Prozess
der Abstraktion. Dieser Prozess ist aber nicht
nur die Voraussetzung jeder künstlerischen
Gestaltung - ungegenständlich wie
gegenständlicher Art - sondern auch
Voraussetzung jeder Unternehmungs- und
Führungs-Gestaltung, kurz Management-Gestaltung
genannt.
|
| Abstraktion
- Rohstoff des Malers und Managers
|
| Abstrahiert
ein "Maler" (Tritten, 1985) in seinem Bild-Werk, indem er alles
Unwesentliche ausscheidet und sich ganz auf das
Wesentliche konzentriert, so tut dies ein "Manager"
(Block 1992, Schwob 1991, Miller 1990), mit Hilfe von verbalen, algebraischen,
graphische, schematischen, wie kontenmässigen
und tabellarischen Darstellungen. Diese
verschiedenen "Präsentations-Möglichkeiten"
(Seifert, 1992) basieren auf Modell-Überlegungen, zu denen ein
Manager auf Grund der Analyse der Wirklichkeit
gelangt. Man kann auch sagen, ein Manager sucht
in der Regel zwei Dinge: Ein ganzheitliches
Unternehmens(Leit)-Bild, oder jenen Bild-Ausschnitt, mit dem er zu tun hat, und ein
Repertoire von Begriffen und Operationen, das er
in seiner Auseinandersetzung mit der
unternehmerischen Umwelt einsetzen kann.
|
| Abstraktion
- Ziel und Weg von Kunst und Management
|
| Offensichtlich
liegen der Verwendung und dem Gebrauch von
Management-Modellen und Kunst-Werken bestimmte
Ziele und Wege zugrunde, und das Denken und
Handeln, das auf sie hinstrebt, hat heutlich
Problem-Lösungs-Charakter. Das wollen wir etwas
genauer ansehen und versuchen den versteckten
Sinn der Kunst und Unternehmungs-Führung
(Management) verstehbar zu machen, der im
Erlebnis der Phänomene selber weilt.
|
| Abstrakt
heisst Ziel Didaktik und Weg Methodik
|
| Methoden sind Wege, um
an ein didaktisches Ziel zu gelangen (Portner/Kissel,
1984). Dabei gilt
es zu bedenken, dass Methoden nur dann entworfen
und bewertet werden können, wenn didaktische
Vorentscheidungen gefallen sind und umgekehrt,
dass jeder methodische Entwurf immer schon -
bewusst oder unbewusst - didaktische
Voraussetzungen miteinschliesst. Mit anderen
Worten, dass Wege (wie wir schon erwähnten)
nur dann begehbar und damit bewertbar werden,
wenn die Entscheidung über das anzugehende Ziel
gefallen ist und umgekehrt, dass jeder
aufgezeigte Weg (Wegweiser) immer schon -
angegeben oder nicht angegeben - gewisse Ziel-Positionen bzw. zu erzielende
Richt-Werte (Meilensteine) miteinschliesst.
|
|
7. genauer
eine System-Methode
|
| Die "System-Methode"
(Daenzer/Huber, 1992) wird
als eine Vorgehensweise verstanden, die es
ermöglicht komplexe Phänomene nachzubilden und
damit begreifbar zu machen. Hierbei werden
drei
methodische Ansätze
unterschieden, auf welche bei
deren Anklick näher eingegangen wird. Der methodische
Hinweis, den Wolfgang Metzger (Kobbert, 1986) in
seinem allgemeinpsychologischen Hauptwerk dem
wissenschaftlichen Betrachter und Interpreten
menschlichen Verhaltens und Erlebens erteilt,
gilt im besonderen nicht nur für das
Betrachten, Lesen und Studieren folgender, wie
nachfolgender System Art Grundlagen, sondern ist zugleich der
vielleicht beste allgemeine Hinweis, die
Verständigungs-Bereitschaft und -Fähigkeit
gegenüber den 3-K Phänomenen: Kunst-Kreativität
und Kultur wecken zu helfen, sofern ihm nicht
schon längst nachgekommen wird: "Das
Vorgefundene zunächst einfach hinzunehmen, wie
es ist; auch wenn es ungewohnt, unerwartet,
unlogisch, widesinnig erscheint und
unbezweifelten Annahmen oder vertrauten
Gedankengängen widerspricht. Die Dinge selbst
sprechen zu lassen, ohne Seitenblicke auf
Bekanntes, früher Gelerntes,
Selbstverständliches, auf inhaltliches Wissen,
Forderungen der Logik, Voreingenommenheiten des
Sprachgebrauchs und Lücken des Wortschatzes.
Der Sache mit Ehrfurcht und Liebe
gegenüberzutreten, Zweifel und Misstrauen aber
gegebenenfalls zunächst vor allem gegen die
Voraussetzungen und Begriffe zu richten, mit
denen man das Gegebene bis dahin zu fassen zu
suchte".
|
| M = SYSTEM-BETRACHTUNG
|
| Im Zusammenhang mit
der Anwendung des
System-Ansatzes sind drei methodische Ansätze:
1. Elemente-,
2. Beziehungs-
und 3. Modell-Ansatz, von Bedeutung. Zusammen mit
diesen bilden die drei Betrachtungsweisen: 1.
umgebungs-, 2. struktur-
und 3. wirkungsorientierte Betrachtung, das Fundament der (bei
Anklick näher ausgeführten) System Art
Methodik. In der
Kunst heissen dazu die traditionellen Stil-Bezeichnungen: Impressionismus,
Konstruktivismus und Expressionismus. Bevor wir
auf die damit verbundene Haltung zu sprechen
kommen, soll vorab definiert werden was wir
unter dem Begriff Stil verstehen, welcher wie so
viele andere auch (Strategie, Leitbild, Vision etc.) der Gefahr unterliegen, verwässert und
ihres ursprünglichen Sinn-Gehaltes beraubt zu
werden. Sie werden zu Allerwärts-Begriffen, zu
Schlag- und Modeworten,
deren wir uns oft bedienen, ohne viele Gedanken
darüber zu verlieren, was sie eigentlich
bedeuten (siehe dazu neben Schneider, 1986 auch Pörksen,1988).
|
|
8.
Prinzip
und Begriff des Stiles
|
| Es ist das
Prinzip des Stiles (Focillon, 1954) das
danach strebt, Verwandlungen zu koordinieren und
zu stabilisieren. Dabei trägt der Begriff
"Stil"
(Rühli, 1992, Commer, 1990, Tritten, 1985,
Wunderer/Grunwald, 1980, Focillon, 1954) zwei
ganz verschiedene Bedeutungen, welche
entgegengesetzt sind. Der Stil ist ein
Absolutes, ist Vorbild und Sinnbild der
Beständigkeit. Ein Stil dagegen ist ein
zusammengehöriges Ganzes von Teilen, die durch
eine allseitige Übereinstimmung zusammengesetzt
sind, deren Harmonie-Gefüge sich aber auf
mannigfaltigste Weise ergibt, bildet und wieder
auflöst. Wobei die einzelnen Teile einer
inneren Logik unterworfen sind, die sie
organisiert; einer Dialektik die nur in Bezug
auf sich selbst einen Wert besitzt.
|
| E =
SYSTEM-GESTALTUNG |
| Den drei
bereits genannten Betrachtungsweisen: 1.
umgebungs-, 2. struktur- und 3.
wirkungsorientiert, entsprechen nach
Johannes Itten (1961,1970), dem einstigen
Direktor der jetzigen Hochschule für Kunst und
Gestaltung, Zürich, drei Grund-Haltungen oder
Einstellungen:
In der künstlerischen
Praxis treten diese drei Grund-Haltungen nie
isoliert auf, sondern gehen untereinander
vielfältige Verbindungen ein, wie dies Sandro
Bocola (1994) an Bespielen von Goya bis Beuys
aufzeigt. Hierbei übernimmt jeweils eine dieser
drei Haltungen der konstitutionellen und
temperamentalen Veranlagung des Kunstschaffenden
entsprechend die führende Rolle. Sie dominiert
dann die jeweiligen Werke oder Stil-Richtung und
bestimmt deren Ausdruck und Charakter.
Änderungen sind entwicklungsbedingt und finden
ihren Niederschlag in unterschiedlichen Werk-Perioden und
-Phasen (Epochen). Für deren
Interpretation die Zeichen- und Bedeutungs-Theorie die Grundlage liefert.
|
|
9. Ein Kunst-Werk....
|
|
In Anlehnung an Morris (1988)
begreifen wir ein Kunst-Werk als ein Zeichen, das seinerseits
aus Zeichen besteht. Von der Zeichen-Theorie aus
gesehen stellt die abstrakte Kunst lediglich ein
Beispiel für Zeichen von grosser Allgemeinheit
dar. Andere Worte für diese Art von Zeichen
sind: Signet, Signal oder Symbol (Diethelm,
1984), wie sie im System
Art Corporate Design Gestaltungskonzept
ihre Anwendung finden.
|
|
10. und sein Kunst-Wert
|
|
Nach
der Bedeutungs-Theorie (Benesch, 1987) besteht
eine zeichentheoretische Beziehung zwischen den
Gegenständen (Kunst-Werk) und ihrer Bedeutung
(Kunst-Wert), im Sinne des Dreischritts:
Träger-Muster-Bedeutung. Die Bedeutung tritt
dabei mit stufenförmigem Abstraktions-Gehalt auf
und mündet letztendlich in einem entsprechenden
Modell bzw. Medium. Aus
diesem Gesichtspunkte sind die Worte von Morris zu verstehen, wenn er behauptet, dass ein
Künstler angesichts seines eigenen Problems -
die Welt entsprechend seines innerlichen
Bedürfnisses zu formen -, ein Modell liefert,
das auf viele andere Probleme ebenso anwendbar
ist wie auf sein eigenes, und dass er auf diese
Weise durch sein Werk - das ihm als Medium dient
- die Wert-Struktur einer Gruppe oder einer
Epoche verkörpern, klären und fördern kann -
im Extremfall sogar die Wert-Struktur der
Menschen aller Orte und Zeiten, die uns hier
interessiert.
|
| N =
SYSTEMORIENTIERTE KUNST (SYSTEM ART) |
| In der
systemorientierten Kunst, kurz "System
Art" genannt, geht es darum, die Sprache
der "Natur" durch die Technik der
"Kunst" allgemein
verständlich zu machen. Wobei die dazugehörige
Fachsprache mit dem Begriff "System"
operiert und die ganzheitliche Erfassung des
Kreativitäts-Phänomens mittels den der Kunst
zur Verfügung stehenden Gestaltungsmitteln bezweckt. Als
Arbeits-Hypothese dienten uns bei der Ausarbeitung
des "System Art Paradigmas" drei
Behauptungen, auf die wird danach näher
eingehen werden: 1. Kunst und Natur bilden eine
Einheit (Hart,1897) oder wie es Cézanne
(1839-1906) formuliert: Die Kunst ist eine
Harmonie, die parallel zur Natur verläuft, 2.
Kunst ist kein
Medium für Kreativität, sondern das
Kreative selbst (Lehnerer,1991), 3.
Kunst ist ein kultureller Prozess, oder im Sinne
Hummel/Berger (1988): Kultur und damit Kunst ist
immer auch ein wirtschaftlicher Prozess, in dem
der Faktor Wirtschaft eine nicht zu
unterschätzende Rolle spielt. |
| 11. KUNST UND NATUR BILDEN
EINEN EINHEIT |
| Wir
können nicht länger voneinander trennen und
sagen: "Kunst und Natur", indem wir
beide gewissermassen in Gegensatz zueinander
stellen, sondern die Kunst ist in der Natur, und
die Natur ist in der Kunst. Sie sind zu einer
Wesens-Einheit verschmolzen und ruhen ineinander.
Die Natur ist künstlerisch; es ist das der
tiefste Ausdruck und die höchste Eigenschaft
ihres Seins. Man kann deshalb auch umgekehrt
sich ausdrücken: die Kunst ist das Natürliche
(Julius Hart, 1859-1930). Ressource und
Lebenselexier von Kunst und Natur
ist die "Kreativität",
das "Kreative" und
"Schöpferische". |
| 12. KUNST IST DAS KREATIVE |
| Hierbei spielt der
kreative Prozess eine zentrale Rolle, der sich
in Anlehnung an den Gottlieb Guntern (1991,1992)
wie folgt charakterisieren lässt. Im Verlaufe
seiner Existenz auf dem Planeten Erde hat der
kreative Prozess der Natur drei Typen der
Evolution hervorgebracht: 1. die
nichtbiologische, 2. die biologische und 3. die
kulturelle Evolution, welche generell aus vier
Etappen (Entwicklungs-Phasen bzw.
Gestaltungs-Stufen) besteht: |
| Fülle + Form |
| In der ersten Etappe
beginnen sich gegenseitig Fülle (Divergenz =
Aus Einem Vieles machen, Kunst als
Stereotyp) und Form (Konvergenz = Aus Vielem
Eines machen, Wissenschaft als Stereotyp) zu beeinflussen (vgl. Modelle von Wind-Panofsky und Getzels/Jackson/Hudson) |
| Phasen-Struktur |
| Die Beeinflussung
vollzieht sich in einer spezifischen
Phasen-Struktur (siehe Harman/Rheingold, 1989) und nimmt mit der Zeit eine
bestimmte Gestalt an. |
| Produkt |
| Das Produkt
(Werk/Bild/Objekt etc.), welches aus diesem
Gestaltungs-Vorgang (Vorbereitung, Inkubation
und Erleuchtung) resultiert, wird nach
bestimmten Gesichtspunkten von seiner Umgebung
bewertet (Verifizierung). Nach Guntern sind
dies: Wertschätzung, funktionale
Angemessenheit, formale Perfektion und
Originalität, damit man eine Leistung bzw.
Produkt als kreativ bezeichnen kann. |
| Kultur-Gut
|
| Das hervorgebrachte
Produkt wird mit der Zeit zu einem kulturellen
Gut, das sich weiterentwickelt, das verbessert
und ergänzt, das durch ein Nachfolge-Produkt
ersetzt und verdrängt wird und in Vergessenheit
gerät, das wiederentdeckt wird usw. usf. |
| Die Kultur
der Kunst |
| Zerlegen
wir die Situation in dem Kunst geschaffen und
kultiviert wird in seine wesensbestimmenden
Teile, so lassen sich sieben hauptsächliche
Orientierungspunkte angeben (Grünwald,
1996), die für das Unternehmen Kultur von
strategischer Bedeutung sind: 1. Das kulturelle
Bedürfnis, das die künstlerische Tätigkeit
befriedigt. 2. Die handelnde Person. 3.
Die Form, die für die handelnde Person
Ausgangspunkt und Zielpunkt ihres
künstlerischen bzw. kultivierenden Handelns
darstellt. 4. Die Tätigkeit, mit der die Person
wirkt. 5. Das Material, auf das die Person
einwirkt. 6. Das Produkt, das dabei entsteht. 7.
Der Zweck, den die Person damit verfolgt. Auf
einen Nenner gebracht: 1. Bedürfnis, 2. Person,
3. Form, 4. Tätigkeit, 5. Material, 6. Produkt
und 7. Zweck bestimmen den Wesensgehalt des
kulturellen Gutes seit Platon (Suhr,1992) im
Westen wie im Osten. Der Unterschied liegt in
den beiden natürlichen Gegensätzen: System
(Struktur) und Tao (Strategie),
welche das kollektive Kultur-Bewusstsein
symbolisieren. Wie mittels Link
einzusehen ist, sind sie der Schlüssel zu Emotionaler und
Spiritueller Intelligenz, kurz: EQ (Goleman,1999,1996) und
SQ (Zohar/Marshall,2000),
der zweiten und dritten, fundamentalen
Intelligenz, welche uns erlauben grössere
Zusammenhänge zu sehen und "sinn-ergetisch"
zu nutzen. Ohne diese wird die erste (IQ) zum
Blindflug, führt zu Kriegen und Katastrophen,
die zu verhindern wären, wenn im beklagten Fall
EQ vorhanden und SQ kultiviert würde (siehe
hierzu den Webpage-Artikel: Politische&Technische Vernunft - Die Leadership-Mindware der Moderne) |
| 13. KUNST UND KULTUR ALS WIRTSCHAFTSFAKTOR |
| Kultur und damit Kunst
lassen sich als ein Unternehmen definieren,
deren Produkte aus dem schöpferischen Prozess
der Kreativität resultieren und einen nicht zu
unterschätzenden wirtschaftlichen Faktor
darstellen. Hierbei
lässt sich ein kulturwissenschaftlicher
Kernbereich definieren, der die Schaffung,
Verbreitung und Erhaltung künstlerischer Werke
umfasst. Dieser Kernbereich enthält die Gruppe
der selbständigen Publizisten und Künstler,
Theater und Orchester, Film, Hörfunk und
Fernsehen, Museen, Denkmalpflege,
Kulturverwaltung und Tonträger. Dieser
Kernbereich wird ergänzt um sogenannte
vorgelagerte Bereiche also Druckereien,
Buchbinder etc. und sogenannte nachgelagerte
Bereiche. Hierzu wird der (Kunst-) Handel als
kommerzielle Distributionsform kultureller
Leistungen angesehen. Die Frage nach der politischen
Führungs-Kultur
entscheidet, wie diese kulturellen Leistungen
angesehen, bewertet und unterstützt werden oder
nicht. Der Linkbeitrag liefert hierzu weitere
Hinweise, wie die folgende Literatur ... |
| 14. LITERATUR |
|
Beelich K.H./Schwede H.-H.:
Denken - Planen - Handeln. Grundtechniken für
zweckmässiges Lernen und Arbeiten mit vielen
Erläuterungen und Anwendungsbeispielen.
3.Aufgabe, Würzburg 1991, Vogel,S.93f. Benesch H.: dtv-Atlas zur Psychologie.
München 1987,Band 1,S.38f. (Bedeutungstheorie),
180f. (Prozess der Abstraktion)
Bleicher K.: Das Konzept Integriertes Management.
Frankfurt/New York 1991, Campus,S.80ff. Block
P.: Der autonome Manager. Macht und Einfluss
am Arbeitsplatz. Frankfurt am Main 1992, Campus
Bocola S.: Die Kunst der Moderne. Zur Struktur und Dynamik
ihrer Entwicklung von Goya bis Beuys. München
1994, Prestel Commer H.:
Stil,Selbstdarstellung, Ambiente und Lifestyle:
Eine Orientierung für den Wertewandel,
Düsseldorf 1990, Econ,S.14ff. Daenzer W.F./Huber
F.,Hrsg: Systems Engineering. Methodik und Praxis. 7.Auflage, Zürich 1992,
Industrielle Organisation,S.XIXff.,4ff.,10,159f.,178,180 Diethelm
W.: Signet, Signal, Symbol. Handbuch
internationaler Zeichen. 4.Auflage, Zürich
1984, ABC Farda D.P.:
Räumen Sie in Ihrem Leben auf! Das
anti-esoterische Trainingsbuch. Zürich 1989,
Oesch, S.126ff. Wegfindung und die
Strukturanalyse nach Rombach Focillon
H.: Das Leben der Formen. Bern 1954,
Francke, S.18ff. Getzels/Jachson/Hudson:
Die Kontroverse um die zwei Denkstile
"Divergent und Konvergent" in: Hampden-Turner
C.: Modelle des Menschen. Ein Handbuch des
menschlichen Bewusstseins. Weinheim/Basel 1986,
Beltz,S.104ff.
Goleman D.: EQ - Der Erfolgsquotient, 1999,
Emotionale
Intelligenz, 1996, Hanser Grünwald M.W., unter
Mitarbeit von Grünwald F.: System Art - Das
System der Kunst, Brig-Glis 1996, Rotten Verlag,
Sonderdruck des Culture Art Bandes 1 Grünwal
M.W.: Doppelband Culture
Art - Die
Kultur der Kunst, Band 1: Kunst
kultivieren aus westlicher und
system-orientierten Sicht, Mitarbeit:
Grünwald F.; Band 2: Kunst
kultivieren aus östlicher und tao-orientierten
Sicht, Mitarbeit: Jung Ok Im-Lemke,
Brig-Glis 1996a, Rotten Verlag. Diese
Publikation ist zugleich die Unternehmens-Vision
des Kunsthauses
Culture Art,
welches von
Felix
+ Marc W.Grünwald
geführt wird.
Jung
Ok Im-Lemke
ist freie Mitarbeiterin des Kunsthauses Culture
Art. Guntern
G.,Hrsg.: Der kreative Weg. Kreativität in Wirtschaft, Kunst und
Wissenschaft, Zürich 1991, Moderne Industrie,S.54ff. Derselbe:
Kreativität - Ressource und Lebenselexier.
Martigny 1992, W&L Dialog Grey Harman
W./Rheingold H.:Die Kunst, kreativ zu sein.
Die Hohe Schule der Kreativität. 1.Auflage,
Bern/München/Wien 1989,Scherz Hummel/Berger:
Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Kunst und
Kultur, Berlin 1988, in: Braun P.,
Hrsg.:Der Kulturmanager. Erfolgskonzepte und
Arbeitshilfen für gemeinsames Handeln von
Kunst, Kommunen und Wirtschaft, Stadtbergen
1993, Kognos Itten J.: Kunst der Farbe.
Subjektives Erleben und objektives Erkennen als Wege zur Kunst. Studienausgabe.
Ravensburg 1970. Otto Maier Kobbert M.J.:
Kunstpsychologie: Kunstwerk, Künstler und
Betrachter, Darmstadt 1986, Wissenschaftliche
Buchgesellschaft, S.160 Lehnerer T.: Autonomie und
Funktionalität der Kunst, in: Kunst in der
Exklusivität oder "Jeder ein
Künstler?", Bern 1991,Lang, S.73-88 Mäckler
A.: Was ist Kunst ...? 1080 Zitate geben
1080 Antworten. 2.Auflage, Köln 1989,
DuMont,S.42: Paul Cézanne,43: Julius Hart Markert C.:
Yin-Yang, Harmonie von Sinnlichkeit und
Vernunft. 2.Auflage, München 1985, Goldmann Miller
L.: Die sieben Leben des Managers. Vom
jungen Wilden zur grauen Eminenz. Mit welchen
Typen Sie fertig werden müssen. Düsseldorf
1990,Econ Morris
Ch.W.: Grundlagen der Zeichentheorie. Ästhetik
der Zeichentheorie. Frankfurt am Main
1988,Fischer,S.91,103,111f. Pörksen
U.:Plastikwörter. Die Sprache einer
internationalen Diktatur.2.Auflage, Stuttgart
1988, Klett-Cotta Portner
D./Kissel D.: Militärische
Ausbildungspraxis. Lern- und Arbeitsbuch zur
Didaktik und Methodik in der Bundeswehr.
Regenburg 1984, Walhalla und Praetoria Pümpin C./Imboden C.:
Unternehmens-Dynamik. Wie führen wir
Unternehmungen in neue Dimensionen?
Schriftenreihe "Die Orientierung",
Nr.98, Bern 1991, Schweizerische
Volksbank,S.11ff. Rombach H.:
Strukturontologie. Eine Phänomenologie der
Freiheit. 2.Auflage, Freiburg/München 1988,
Karl Alber,S.262ff. Strukturanalyse Schneider
W.:Wörter machen Leute. Magie und Macht der
Sprache. 3.Auflage, München/Zürich 1986, Piper Schwob
R.: Der effiziente Manager. Machbares
erkennen. Düsseldorf 1991,Econ Seel
G.: Jeder ein Künstler? in: Svilar M.,Hrsg.,a.a.O.,S.57-71 Seifert
J.W.: Visualisieren - Präsentieren -
Moderieren. 4.Auflage, Speyer 1992, GABAL,
S.45-74 Suhr M.: Platon.
Frankfurt am Main/New York 1992, Campus, S.77ff. Tritten
G.: Malen. Handbuch der bildnerischen Erziehung.
Bern 1985, Haupt,S.19ff.,205 Ulrich H./Probst
G.J.B.:
Anleitung zum ganzheitlichen Denken und Handeln.
Ein Brevier für Führungskräfte. Bern 1988,
Haupt Vester F.: Unsere
Welt - ein vernetztes System. 2.Auflage,
München 1985, DTV Wind
- Panofsky: Fülle und Form, in: Pochat
G.: Der Symbolbegriff
in der Ästhetik und Kunstwissenschaft, Köln
1983, DuMont,S.167ff. Zohar
D./Marshall I.: SQ - Spirituelle
Intelligenz. Die notwendige Frage nach dem Sinn
- Wie das menschliche Gehirn Kreativität
entstehen lässt, Visionen und Werte entwickelt
und dem einzelnen Leben Sinn verleiht. Bern/Müchen/Wien
2000, Scherz
|
| QUELLE:
Marc W.Grünwald: Die Kunst und das Management
der Moderne |
|