SYSTEM ART STRUKTUR > METHODIK

A = System-Methode M = System-Betrachtung E = System-Gestaltung N = System-Kunst
Das obige Leitbild der systemorientierten Kunst wie es in dem Werk "System Art - Das System der Kunst" (Grünwald, 1996) behandelt und hier auf den neusten Stand der Erkenntnisse gebracht wird, basiert auf einer Weiter-Entwicklung der Struktur-Analyse nach Rombach. Bevor wir auf die vier Leitbild-Bausteine: A = System-Methode , M = System-Betrachtung, E = System-Gestaltung und N = System-Kunst eingehen, soll dargelegt werden, was hinter den vier Buchstaben "A-M-E-N" steht, welche die Struktur und Vorgehensweise der systemorientierten Kunst bestimmen. 
Die System Art Struktur:
1. Struktur-Analyse nach Rombach 
2. Vor-und-Zurück 
3. Im Weg liegt das Ziel 
A = System-Methode 
4. Kunst ist ...
5. ein System ...
6. und im Kern eine Methode 
7. genauer eine System-Methode
M = System-Betrachtung
8. Prinzip und Begriff des Stiles
E = System-Gestaltung
9. Ein Kunst-Werk ...
10. und sein Kunst-Wert
N = Systemorientierte Kunst (System Art).
11. Kunst und Natur bilden eine Einheit
12. Kunst ist das Kreative 
13. Kunst und Kultur als Wirtschaftsfaktor
14. Literatur
 
1. Struktur-Analyse nach Rombach
Wie bei Rombach (1988) nachzulesen ist, verläuft jede Entwicklung (eines Unternehmens, Projektes etc.) weder linear noch kreisförmig, sondern in Zyklen und Prozess-Phasen. Diese lässt sich in gröbster Vereinfachung in die Phasen "Anfang", "Mitte" und "Ende" unterteilen. Nimmt man wie hier die menschliche Entwicklung zum Modell, so zeigt sich sogleich, dass die Konstellation aller Phasen in jeder Phase anders erscheint, wie dies in der Abbildung versinnbildlicht wird. Im Anfang gibt es überhaupt keine Unterscheidung, in der Mitte ist der Anfang das Überwundene und das Ende noch nicht in Sicht - so bleibt nur Mitte, am Ende ist der Anfang sehr wichtig und ebenso das Ende - die Mitte wird zum Berührungspunkt von Anfang und Ende zusammen. 
2. "Vor-und-Zurück" 
Solange sie funktionsfähig sind und damit auch entwicklungsfähig, entwickeln sich alle Systeme auf dieser Welt spiralförmig. Die Koordinaten, an denen wir uns hierbei orientieren, verschieben sich mit jedem Schritt, den wir tun. Gleich, ob wir vorwärts oder rückwärts gehen. Die meisten Menschen werden dadurch verwirrt, dass sie glauben, sich im Kreis zu drehen und glauben, nicht von der Stelle zu kommen. Dabei erlaubt dieser Wechsel-Prozess des "Vor-und-Zurück", dieses "Sich-ändern-der-Koordinaten" im Entwicklungs-Prozess, dass wir den Ausgangspunkt ständig besser und bestimmter fassen können. Nicht "das Ziel ist der Weg" (These) oder "der Weg ist das Ziel" (Antithese), sondern deren Synthese "im Weg liegt das Ziel" (Farda,1989), ist hier gefragt.
3. "Im Weg liegt das Ziel" 
Dieser für die Ausarbeitung einer Strategie relevante Leitsatz besagt, dass das Ziel (N) bereits im Weg (AME) selbst angelegt sein muss, aus ihm entwickelbar, sonst ist es der falsche Weg. Wie wir noch näher erörtern werden, dienen Ziele bei der Wegfindung als eine Art Leitfaden (Wegweiser), um zu wissen wohin die Reise gehen soll und festzustellen, wo Korrekturen anzubringen sind. Damit Ziele  - als Notwendige Fixpunkte einer Wegbegehung -, ihre Aufgabe als Führungs- und Optimierungs-Grösse überhaupt erfüllen können, müssen sie - unabhängig von ihrer Lernziel-Stufen - so konstruiert sein, dass sie tatsächlich mit einem Höchstmass an Annäherung erreicht werden können und damit so formuliert sein, dass ihre Erfüllung kontrolliert werden kann. Im Sinne unseres Struktur-Leitbildes lassen sich die 3 Lernziel-Stufen (Beelich/Schwede, 1991) der Didaktik, wie folgt zuordnen: A = Richtziel  M = Grobziel E = Feinziel N = Ausbildungsziel, welche in der Unternehmenspraxis mit dem Begriff "Nutzen-Potential" (Pümpin/Imboden 1991) gleichgesetzt werden kann. Mit jedem (Ausbildungs-) Schritt den wir tun, können wir feststellen, dass das, was uns anfänglich unbekannt und abstrakt vorkommt, begreifbarer wird, nachdem wir uns damit näher beschäftigt haben. Dies gilt sowohl für den Grad der Bestimmtheit, die Genauigkeit und Eindeutigkeit der einzelnen Lernziel-Stufen, wie auch für das Nachfolgende, wo es darum geht, das Wesen der Kunst zu begreifen.
A = SYSTEM-METHODE
Kunst ist ein System und in ihrem Kern eine Methode, genauer eine System-Methode. Was heisst das? Um dies beantworten zu können, gilt es zuerst zu definieren was wir unter "Kunst" und den beiden für ein "ganzheitliches Denken und Handeln" (Ulrich/Probst, 1988) zentralen Leitbegriffe "System" und "Methode" verstehen.
4. Kunst ist ...

Dass Kunst stattfindet, hängt nicht an Medien oder Techniken, sondern einzig an der Freiheit innerhalb der Produktion (Lehner,1991,Seel,1991). Kunst setzt damit Freiheit voraus und das heisst: Freiheit von Zwängen des Alltagslebens. Im Prinzip ist Kunst überall dort vorhanden, wo aus freier Produktion Lebendiges entsteht. Das heisst, durch Kritik und Reflexion an gelungenen (oder misslungenen) Werken werden künstlerische Methoden verallgemeinert und auf andere Bereiche des Lebens und der Gesellschaft übertragbar und nutzbar gemacht. Hierfür bedarf es einer gewissen Systematik und Methodik, bzw. eines Systems und bestimmter Methoden.

5. ein System ...
Unter dem Schlagwort "System" (Vester,1985) verstehen wir eine natürliche Einheit, ein Ganzes, bestehend aus (konkreten und abstrakten) Elementen, welche untereinander und mit ihrer "In- und Umwelt" (Bleicher, 1991) in Beziehung stehen. Mit anderen Worten bildet das System das Gefäss (Theorie), aus dem die Methodik (Praxis) schöpft. Sie ergänzen sich wie "Yin" und "Yang" (Markert, 1985). Je besser eine zu erkennende Einheit strukturiert, sprich systematisiert ist, um so leichter ist es, das für uns Wesentliche zu erkennen und damit nutzbar zu machen. Das Mittel hierzu nennen wir Methode.
6. und in ihrem Kern eine Methode ...
Die für den Aussenstehenden wohl auffallendste Eigenschaft der modernen Kunst ist der Prozess der Abstraktion. Dieser Prozess ist aber nicht nur die Voraussetzung jeder künstlerischen Gestaltung - ungegenständlich wie gegenständlicher Art - sondern auch Voraussetzung jeder Unternehmungs- und Führungs-Gestaltung, kurz Management-Gestaltung genannt. 
Abstraktion - Rohstoff des Malers und Managers
Abstrahiert ein "Maler" (Tritten, 1985) in seinem Bild-Werk, indem er alles Unwesentliche ausscheidet und sich ganz auf das Wesentliche konzentriert, so tut dies ein "Manager" (Block 1992, Schwob 1991, Miller 1990), mit Hilfe von verbalen, algebraischen, graphische, schematischen, wie kontenmässigen und tabellarischen Darstellungen. Diese verschiedenen "Präsentations-Möglichkeiten" (Seifert, 1992) basieren auf Modell-Überlegungen, zu denen ein Manager auf Grund der Analyse der Wirklichkeit gelangt. Man kann auch sagen, ein Manager sucht in der Regel zwei Dinge: Ein ganzheitliches Unternehmens(Leit)-Bild, oder jenen Bild-Ausschnitt, mit dem er zu tun hat, und ein Repertoire von Begriffen und Operationen, das er in seiner Auseinandersetzung mit der unternehmerischen Umwelt einsetzen kann. 
Abstraktion - Ziel und Weg von Kunst und Management
Offensichtlich liegen der Verwendung und dem Gebrauch von Management-Modellen und Kunst-Werken bestimmte Ziele und Wege zugrunde, und das Denken und Handeln, das auf sie hinstrebt, hat heutlich Problem-Lösungs-Charakter. Das wollen wir etwas genauer ansehen und versuchen den versteckten Sinn der Kunst und Unternehmungs-Führung (Management) verstehbar zu machen, der im Erlebnis der Phänomene selber weilt. 
Abstrakt heisst Ziel Didaktik und Weg Methodik
Methoden sind Wege, um an ein didaktisches Ziel zu gelangen (Portner/Kissel, 1984). Dabei gilt es zu bedenken, dass Methoden nur dann entworfen und bewertet werden können, wenn didaktische Vorentscheidungen gefallen sind und umgekehrt, dass jeder methodische Entwurf immer schon - bewusst oder unbewusst - didaktische Voraussetzungen miteinschliesst. Mit anderen Worten, dass Wege (wie wir schon erwähnten) nur dann begehbar und damit bewertbar werden, wenn die Entscheidung über das anzugehende Ziel gefallen ist und umgekehrt, dass jeder aufgezeigte Weg (Wegweiser) immer schon - angegeben oder nicht angegeben - gewisse Ziel-Positionen bzw. zu erzielende Richt-Werte (Meilensteine) miteinschliesst. 
7. genauer eine System-Methode
Die "System-Methode" (Daenzer/Huber, 1992) wird als eine Vorgehensweise verstanden, die es ermöglicht komplexe Phänomene nachzubilden und damit begreifbar zu machen. Hierbei werden drei methodische Ansätze unterschieden, auf welche bei deren Anklick näher eingegangen wird. Der methodische Hinweis, den Wolfgang Metzger (Kobbert, 1986) in seinem allgemeinpsychologischen Hauptwerk dem wissenschaftlichen Betrachter und Interpreten menschlichen Verhaltens und Erlebens erteilt, gilt im besonderen nicht nur für das Betrachten, Lesen und Studieren folgender, wie nachfolgender System Art Grundlagen, sondern ist zugleich der vielleicht beste allgemeine Hinweis, die Verständigungs-Bereitschaft und -Fähigkeit gegenüber den 3-K Phänomenen: Kunst-Kreativität und Kultur wecken zu helfen, sofern ihm nicht schon längst nachgekommen wird: "Das Vorgefundene zunächst einfach hinzunehmen, wie es ist; auch wenn es ungewohnt, unerwartet, unlogisch, widesinnig erscheint und unbezweifelten Annahmen oder vertrauten Gedankengängen widerspricht. Die Dinge selbst sprechen zu lassen, ohne Seitenblicke auf Bekanntes, früher Gelerntes, Selbstverständliches, auf inhaltliches Wissen, Forderungen der Logik, Voreingenommenheiten des Sprachgebrauchs und Lücken des Wortschatzes. Der Sache mit Ehrfurcht und Liebe gegenüberzutreten, Zweifel und Misstrauen aber gegebenenfalls zunächst vor allem gegen die Voraussetzungen und Begriffe zu richten, mit denen man das Gegebene bis dahin zu fassen zu suchte".
M = SYSTEM-BETRACHTUNG
Im Zusammenhang  mit der Anwendung des System-Ansatzes sind drei methodische Ansätze: 1. Elemente-, 2. Beziehungs- und 3. Modell-Ansatz, von Bedeutung. Zusammen mit diesen bilden die drei Betrachtungsweisen: 1. umgebungs-, 2. struktur- und 3. wirkungsorientierte Betrachtung, das Fundament der (bei Anklick näher ausgeführten) System Art Methodik. In der Kunst heissen dazu die traditionellen Stil-Bezeichnungen: Impressionismus, Konstruktivismus und Expressionismus. Bevor wir auf die damit verbundene Haltung zu sprechen kommen, soll vorab definiert werden was wir unter dem Begriff Stil verstehen, welcher wie so viele andere auch (Strategie, Leitbild, Vision etc.) der Gefahr unterliegen, verwässert und ihres ursprünglichen Sinn-Gehaltes beraubt zu werden. Sie werden zu Allerwärts-Begriffen, zu Schlag- und Modeworten, deren wir uns oft bedienen, ohne viele Gedanken darüber zu verlieren, was sie eigentlich bedeuten (siehe dazu neben Schneider, 1986 auch Pörksen,1988).
8. Prinzip und Begriff des Stiles
Es ist das Prinzip des Stiles (Focillon, 1954) das danach strebt, Verwandlungen zu koordinieren und zu stabilisieren. Dabei trägt der Begriff "Stil" (Rühli, 1992, Commer, 1990, Tritten, 1985, Wunderer/Grunwald, 1980, Focillon, 1954) zwei ganz verschiedene Bedeutungen, welche entgegengesetzt sind. Der Stil ist ein Absolutes, ist Vorbild und Sinnbild der Beständigkeit. Ein Stil dagegen ist ein zusammengehöriges Ganzes von Teilen, die durch eine allseitige Übereinstimmung zusammengesetzt sind, deren Harmonie-Gefüge sich aber auf mannigfaltigste Weise ergibt, bildet und wieder auflöst. Wobei die einzelnen Teile einer inneren Logik unterworfen sind, die sie organisiert; einer Dialektik die nur in Bezug auf sich selbst einen Wert besitzt. 
E = SYSTEM-GESTALTUNG  
Den drei bereits genannten Betrachtungsweisen: 1. umgebungs-, 2. struktur- und 3. wirkungsorientiert, entsprechen nach Johannes Itten (1961,1970), dem einstigen Direktor der jetzigen Hochschule für Kunst und Gestaltung, Zürich, drei Grund-Haltungen oder Einstellungen: 

In der künstlerischen Praxis treten diese drei Grund-Haltungen nie isoliert auf, sondern gehen untereinander vielfältige Verbindungen ein, wie dies Sandro Bocola (1994) an Bespielen von Goya bis Beuys aufzeigt. Hierbei übernimmt jeweils eine dieser drei Haltungen der konstitutionellen und temperamentalen Veranlagung des Kunstschaffenden entsprechend die führende Rolle. Sie dominiert dann die jeweiligen Werke oder Stil-Richtung und bestimmt deren Ausdruck und Charakter. Änderungen sind entwicklungsbedingt und finden ihren Niederschlag in unterschiedlichen Werk-Perioden und -Phasen (Epochen). Für deren Interpretation die Zeichen- und Bedeutungs-Theorie die Grundlage liefert.

9. Ein Kunst-Werk....

In Anlehnung an Morris (1988) begreifen wir ein Kunst-Werk als ein Zeichen, das seinerseits aus Zeichen besteht. Von der Zeichen-Theorie aus gesehen stellt die abstrakte Kunst lediglich ein Beispiel für Zeichen von grosser Allgemeinheit dar. Andere Worte für diese Art von Zeichen sind: Signet, Signal oder Symbol (Diethelm, 1984), wie sie im System Art Corporate Design Gestaltungskonzept ihre Anwendung finden.

10. und sein Kunst-Wert
Nach der Bedeutungs-Theorie (Benesch, 1987) besteht eine zeichentheoretische Beziehung zwischen den Gegenständen (Kunst-Werk) und ihrer Bedeutung (Kunst-Wert), im Sinne des Dreischritts: Träger-Muster-Bedeutung. Die Bedeutung tritt dabei mit stufenförmigem Abstraktions-Gehalt auf und mündet letztendlich in einem entsprechenden Modell bzw. Medium. Aus diesem Gesichtspunkte sind die Worte von Morris zu verstehen, wenn er behauptet, dass ein Künstler angesichts seines eigenen Problems - die Welt entsprechend seines innerlichen Bedürfnisses zu formen -, ein Modell liefert, das auf viele andere Probleme ebenso anwendbar ist wie auf sein eigenes, und dass er auf diese Weise durch sein Werk - das ihm als Medium dient - die Wert-Struktur einer Gruppe oder einer Epoche verkörpern, klären und fördern kann - im Extremfall sogar die Wert-Struktur der Menschen aller Orte und Zeiten, die uns hier interessiert.
N = SYSTEMORIENTIERTE KUNST (SYSTEM ART)
In der systemorientierten Kunst, kurz "System Art" genannt, geht es darum, die Sprache der "Natur" durch die Technik der "Kunst" allgemein verständlich zu machen. Wobei die dazugehörige Fachsprache mit dem Begriff "System" operiert und die ganzheitliche Erfassung des Kreativitäts-Phänomens mittels den der Kunst zur Verfügung stehenden Gestaltungsmitteln bezweckt. Als Arbeits-Hypothese dienten uns bei der Ausarbeitung des "System Art Paradigmas" drei Behauptungen, auf die wird danach näher eingehen werden: 1. Kunst und Natur bilden eine Einheit (Hart,1897) oder wie es Cézanne (1839-1906) formuliert: Die Kunst ist eine Harmonie, die parallel zur Natur verläuft, 2. Kunst ist kein Medium für Kreativität, sondern das Kreative selbst (Lehnerer,1991), 3. Kunst ist ein kultureller Prozess, oder im Sinne Hummel/Berger (1988): Kultur und damit Kunst ist immer auch ein wirtschaftlicher Prozess, in dem der Faktor Wirtschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.
11. KUNST UND NATUR BILDEN EINEN EINHEIT
Wir können nicht länger voneinander trennen und sagen: "Kunst und Natur", indem wir beide gewissermassen in Gegensatz zueinander stellen, sondern die Kunst ist in der Natur, und die Natur ist in der Kunst. Sie sind zu einer Wesens-Einheit verschmolzen und ruhen ineinander. Die Natur ist künstlerisch; es ist das der tiefste Ausdruck und die höchste Eigenschaft ihres Seins. Man kann deshalb auch umgekehrt sich ausdrücken: die Kunst ist das Natürliche (Julius Hart, 1859-1930). Ressource und Lebenselexier von Kunst und Natur ist die "Kreativität", das "Kreative" und "Schöpferische".
12. KUNST IST DAS KREATIVE 
Hierbei spielt der kreative Prozess eine zentrale Rolle, der sich in Anlehnung an den Gottlieb Guntern (1991,1992) wie folgt charakterisieren lässt. Im Verlaufe seiner Existenz auf dem Planeten Erde hat der kreative Prozess der Natur drei Typen der Evolution hervorgebracht: 1. die nichtbiologische, 2. die biologische und 3. die kulturelle Evolution, welche generell aus vier Etappen (Entwicklungs-Phasen bzw. Gestaltungs-Stufen) besteht:
Fülle + Form 
In der ersten Etappe beginnen sich gegenseitig Fülle (Divergenz = Aus Einem Vieles machen, Kunst als Stereotyp) und Form (Konvergenz = Aus Vielem Eines machen, Wissenschaft als Stereotyp) zu beeinflussen (vgl. Modelle von Wind-Panofsky und Getzels/Jackson/Hudson)
Phasen-Struktur 
Die Beeinflussung vollzieht sich in einer spezifischen Phasen-Struktur (siehe Harman/Rheingold, 1989) und nimmt mit der Zeit eine bestimmte Gestalt an. 
Produkt 
Das Produkt (Werk/Bild/Objekt etc.), welches aus diesem Gestaltungs-Vorgang (Vorbereitung, Inkubation und Erleuchtung)  resultiert, wird nach bestimmten Gesichtspunkten von seiner Umgebung bewertet (Verifizierung). Nach Guntern sind dies: Wertschätzung, funktionale Angemessenheit, formale Perfektion und Originalität, damit man eine Leistung bzw. Produkt als kreativ bezeichnen kann.
Kultur-Gut  
Das hervorgebrachte Produkt wird mit der Zeit zu einem kulturellen Gut, das sich weiterentwickelt, das verbessert und ergänzt, das durch ein Nachfolge-Produkt ersetzt und verdrängt wird und in Vergessenheit gerät, das wiederentdeckt wird usw. usf.  
Die Kultur der Kunst 
Zerlegen wir die Situation in dem Kunst geschaffen und kultiviert wird in seine wesensbestimmenden Teile, so lassen sich sieben hauptsächliche Orientierungspunkte angeben (Grünwald, 1996), die für das Unternehmen Kultur von strategischer Bedeutung sind: 1. Das kulturelle Bedürfnis, das die künstlerische Tätigkeit befriedigt. 2. Die handelnde Person. 3. Die Form, die für die handelnde Person Ausgangspunkt und Zielpunkt ihres künstlerischen bzw. kultivierenden Handelns darstellt. 4. Die Tätigkeit, mit der die Person wirkt. 5. Das Material, auf das die Person einwirkt. 6. Das Produkt, das dabei entsteht. 7. Der Zweck, den die Person damit verfolgt. Auf einen Nenner gebracht: 1. Bedürfnis, 2. Person, 3. Form, 4. Tätigkeit, 5. Material, 6. Produkt und 7. Zweck bestimmen den Wesensgehalt des kulturellen Gutes seit Platon (Suhr,1992) im Westen wie im Osten. Der Unterschied liegt in den beiden natürlichen Gegensätzen: System (Struktur) und Tao (Strategie), welche das kollektive Kultur-Bewusstsein symbolisieren. Wie mittels Link einzusehen ist, sind sie der Schlüssel zu Emotionaler und Spiritueller Intelligenz, kurz: EQ (Goleman,1999,1996) und SQ (Zohar/Marshall,2000), der zweiten und dritten, fundamentalen Intelligenz, welche uns erlauben grössere Zusammenhänge zu sehen und "sinn-ergetisch" zu nutzen. Ohne diese wird die erste (IQ) zum Blindflug, führt zu Kriegen und Katastrophen, die zu verhindern wären, wenn im beklagten Fall EQ vorhanden und SQ kultiviert würde (siehe hierzu den Webpage-Artikel: Politische&Technische Vernunft - Die Leadership-Mindware der Moderne)
13. KUNST UND KULTUR ALS WIRTSCHAFTSFAKTOR
Kultur und damit Kunst lassen sich als ein Unternehmen definieren, deren Produkte aus dem schöpferischen Prozess der Kreativität resultieren und einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Faktor darstellen. Hierbei lässt sich ein kulturwissenschaftlicher Kernbereich definieren, der die Schaffung, Verbreitung und Erhaltung künstlerischer Werke umfasst. Dieser Kernbereich enthält die Gruppe der selbständigen Publizisten und Künstler, Theater und Orchester, Film, Hörfunk und Fernsehen, Museen, Denkmalpflege, Kulturverwaltung und Tonträger. Dieser Kernbereich wird ergänzt um sogenannte vorgelagerte Bereiche also Druckereien, Buchbinder etc. und sogenannte nachgelagerte Bereiche. Hierzu wird der (Kunst-) Handel als kommerzielle Distributionsform kultureller Leistungen angesehen. Die Frage nach der politischen Führungs-Kultur entscheidet, wie diese kulturellen Leistungen angesehen, bewertet und unterstützt werden oder nicht. Der Linkbeitrag liefert hierzu weitere Hinweise, wie die folgende Literatur ...
14. LITERATUR

Beelich K.H./Schwede H.-H.: Denken - Planen - Handeln. Grundtechniken für zweckmässiges Lernen und Arbeiten mit vielen Erläuterungen und Anwendungsbeispielen. 3.Aufgabe, Würzburg 1991, Vogel,S.93f. 
Benesch H.: dtv-Atlas zur Psychologie. München 1987,Band 1,S.38f. (Bedeutungstheorie), 180f. (Prozess der Abstraktion)
Bleicher K.: Das Konzept Integriertes Management. Frankfurt/New York 1991, Campus,S.80ff.  
Block P.
: Der autonome Manager. Macht und Einfluss am Arbeitsplatz. Frankfurt am Main 1992, Campus
Bocola S.
: Die Kunst der Moderne. Zur Struktur und Dynamik ihrer Entwicklung von Goya bis Beuys. München 1994, Prestel  
Commer H.: Stil,Selbstdarstellung, Ambiente und Lifestyle: Eine Orientierung für den Wertewandel, Düsseldorf 1990, Econ,S.14ff.
Daenzer W.F./Huber F.,Hrsg: Systems Engineering. Methodik und Praxis. 7.Auflage, Zürich 1992, Industrielle Organisation,S.XIXff.,4ff.,10,159f.,178,180  
Diethelm W.: Signet, Signal, Symbol. Handbuch internationaler Zeichen. 4.Auflage, Zürich 1984, ABC
Farda D.P.: Räumen Sie in Ihrem Leben auf! Das anti-esoterische Trainingsbuch. Zürich 1989, Oesch, S.126ff. Wegfindung und die Strukturanalyse nach Rombach   
Focillon H.: Das Leben der Formen. Bern 1954, Francke, S.18ff.
Getzels/Jachson/Hudson: Die Kontroverse um die zwei Denkstile "Divergent und Konvergent" in: Hampden-Turner C.: Modelle des Menschen. Ein Handbuch des menschlichen Bewusstseins. Weinheim/Basel 1986, Beltz,S.104ff.  
Goleman D.: EQ - Der Erfolgsquotient, 1999,  Emotionale Intelligenz, 1996, Hanser
Grünwald M.W., unter Mitarbeit von Grünwald F.: System Art - Das System der Kunst, Brig-Glis 1996, Rotten Verlag, Sonderdruck des Culture Art Bandes 1
Grünwal M.W.: Doppelband
Culture Art - Die Kultur der Kunst, Band 1: Kunst kultivieren aus westlicher und system-orientierten Sicht, Mitarbeit: Grünwald F.; Band 2: Kunst kultivieren aus östlicher und tao-orientierten Sicht, Mitarbeit: Jung Ok Im-Lemke, Brig-Glis 1996a, Rotten Verlag. Diese Publikation ist zugleich die Unternehmens-Vision des Kunsthauses Culture Art, welches von Felix + Marc W.Grünwald geführt wird. Jung Ok Im-Lemke ist freie Mitarbeiterin des Kunsthauses Culture Art.
Guntern G.,Hrsg.: Der kreative Weg. Kreativität in Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, Zürich 1991, Moderne Industrie,S.54ff. 
Derselbe: Kreativität - Ressource und Lebenselexier. Martigny 1992, W&L Dialog Grey 
Harman W./Rheingold H.:Die Kunst, kreativ zu sein. Die Hohe Schule der Kreativität. 1.Auflage, Bern/München/Wien 1989,Scherz
Hummel/Berger: Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Kunst und Kultur, Berlin 1988, in: Braun P., Hrsg.:Der Kulturmanager. Erfolgskonzepte und Arbeitshilfen für gemeinsames Handeln von Kunst, Kommunen und Wirtschaft, Stadtbergen 1993, Kognos
Itten J.: Kunst der Farbe. Subjektives Erleben und objektives Erkennen als Wege zur Kunst. Studienausgabe. Ravensburg 1970. Otto Maier   
Kobbert M.J.: Kunstpsychologie: Kunstwerk, Künstler und Betrachter, Darmstadt 1986, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, S.160
Lehnerer T.: Autonomie und Funktionalität der Kunst, in: Kunst in der Exklusivität oder "Jeder ein Künstler?", Bern 1991,Lang, S.73-88 
Mäckler A.: Was ist Kunst ...? 1080 Zitate geben 1080 Antworten. 2.Auflage, Köln 1989, DuMont,S.42: Paul Cézanne,43: Julius Hart 
Markert C.: Yin-Yang, Harmonie von Sinnlichkeit und Vernunft. 2.Auflage, München 1985, Goldmann
Miller L.: Die sieben Leben des Managers. Vom jungen Wilden zur grauen Eminenz. Mit welchen Typen Sie fertig werden müssen. Düsseldorf 1990,Econ
Morris Ch.W.: Grundlagen der Zeichentheorie. Ästhetik der Zeichentheorie. Frankfurt am Main 1988,Fischer,S.91,103,111f. 
Pörksen U.:Plastikwörter. Die Sprache einer internationalen Diktatur.2.Auflage, Stuttgart 1988, Klett-Cotta
Portner D./Kissel D.: Militärische Ausbildungspraxis. Lern- und Arbeitsbuch zur Didaktik und Methodik in der Bundeswehr. Regenburg 1984, Walhalla und Praetoria
Pümpin C./Imboden C.: Unternehmens-Dynamik. Wie führen wir Unternehmungen in neue Dimensionen? Schriftenreihe "Die Orientierung", Nr.98, Bern 1991, Schweizerische Volksbank,S.11ff.   
Rombach H.: Strukturontologie. Eine Phänomenologie der Freiheit. 2.Auflage, Freiburg/München 1988, Karl Alber,S.262ff. Strukturanalyse 
Schneider W.:Wörter machen Leute. Magie und Macht der Sprache. 3.Auflage, München/Zürich 1986, Piper
Schwob R.: Der effiziente Manager. Machbares erkennen. Düsseldorf 1991,Econ  
Seel G.: Jeder ein Künstler? in: Svilar M.,Hrsg.,a.a.O.,S.57-71
Seifert J.W.: Visualisieren - Präsentieren - Moderieren. 4.Auflage, Speyer 1992, GABAL, S.45-74 
Suhr M.: Platon. Frankfurt am Main/New York 1992, Campus, S.77ff.
Tritten G.: Malen. Handbuch der bildnerischen Erziehung. Bern 1985, Haupt,S.19ff.,205
Ulrich H./Probst G.J.B.: Anleitung zum ganzheitlichen Denken und Handeln. Ein Brevier für Führungskräfte. Bern 1988, Haupt
Vester F.: Unsere Welt - ein vernetztes System. 2.Auflage, München 1985, DTV  
Wind - Panofsky: Fülle und Form, in: Pochat G.: Der Symbolbegriff in der Ästhetik und Kunstwissenschaft, Köln 1983, DuMont,S.167ff. 
Zohar D./Marshall I.: SQ - Spirituelle Intelligenz. Die notwendige Frage nach dem Sinn - Wie das menschliche Gehirn Kreativität entstehen lässt, Visionen und Werte entwickelt und dem einzelnen Leben Sinn verleiht. Bern/Müchen/Wien 2000, Scherz

QUELLE: Marc W.Grünwald: Die Kunst und das Management der Moderne  

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