Begriffs-Erklärungen zum SAG CD-Gestaltungskonzept

Die vorliegenden Ausführungen beschränken sich auf wesentliche Punkte des für die Handhabung des Kultur-Gutes Alfred Grünwald erforderlichen Design-Managements und dessen Kommunikationsinstrument, dem 4-K + 4-S Unternehmensstil der Führungs-Kunst. Mit der Klärung des Modewortes Design und dessen Abgrenzung zum Schlagwort Corporate Design wird zudem vermittelt was hinter Abkürzung "CD" steht. 

Text-Links und die am Ende aufgeführte Literatur liefern weitere Hinweise, was es bei der Nachhaltigen Entwicklung der "Stiftung Alfred Grünwald" aus gestalterischer Sicht zu berücksichtigen gilt.

 Die 4 Bausteine moderner Gestaltung
 1 . Design
 2. Corporate Design 
 3. Design-Management 
 4. Führungs-Kunst
       
  1. Design

      Da heute ALLES einander immer ähnlicher wird, ist eine stetige Differenzierung und Profilierung der einzelnen Produkte (Ideen) und Dienstleistungen mittels passendem Design (englisches Wort für Formgebung/Gestaltung) geradezu von existenzieller Bedeutung. Denn der heutige Kunde* will wissen, was das Besondere an der Leistung C ist, wenn das Angebot von A und B Ähnliches beinhaltet, bzw. vorgibt zu beinhalten.

  *   Vgl. Geffroy E.K.: Das einzige was stört ist der Kunde. Clienting ersetzt Marketing und revolutioniert Verkaufen. 4.Auflage. Landsberg am Lech 1993, Verlag Moderne Industrie.  Homann R./Löffler J./Zimmermann R.: Erfolgsfaktor Kundenerlebnisse. Wege zur interaktiven Marktkommunikation. 1.Auflage. Zürich: Orell Füssli; Heerbrugg: Fachmed, Verlag für Fachmedien,1993

 2. Corporate Design 

    Unter Corporate Design verstehen wir eine übergreifende sichtbare Darstellung des Denkens und Handelns einer Institution bzw. Person. Übergreifend darum, weil es beim Corporate Design in erster Linie um die Manifestierung einer inneren Verfassung (Identität bzw. Ge-Sinn-ung) eines Unternehmens* wie seiner Führungskräfte geht. Mit anderen Worten geht es um die Sichtbarmachung geschriebener und ungeschriebener Wert-Haltungen und Normen. Das Gestaltungsmittel dazu heisst "Design-Management".

  *  Ein "Betrieb" (Firma) wie auch "Verbände, Sozialwerke oder die Stiftung Alfred Grünwald" sind ein "Unternehmen". Je nachdem, wie diese "Strukturen" organisiert sind und gehandhabt bzw. geführt werden, kann man zwischen einer "Profit-" und "Non-Profit- Organisation" unterscheiden. Generell versteht man unter einer "Non-Profit-Organisation" ein nicht erwerbswirtschaftlich orientiertes Gebilde mit mitgliedschaftlicher Struktur und/oder Führung durch Ehrenamtsträger (Milizer).

     Vgl. Schwarz P.: Management in Nonprofit-Organisationen. Eine Führungs-, Organisations- und Planungslehre für Verbände, Sozialwerke, Vereine, Kirchen, Parteien usw., 2.Auflage, Bern 1996, Haupt. 

3. Design-Management 

     Die Entscheidung für Design ist oft naiv mit weitreichenden Folgen. Sie ist naiv, weil man oft nicht weiss, worauf man sich bei diesem bildnerischen Gestaltungsprozess tatsächlich einlässt. Sie ist weitreichend, weil es  um viel mehr als den blossen Wunsch geht,  eine Dienstleistung oder Erscheinungsbild (Briefpapier, Website, etc.) mittels gestalterischen Mitteln zu verschönern. Was gibt den Ausschlag für ein neues Design?

     Den Ausschlag für ein neues Design (Outfit) geben ganz unterschiedliche Gründe. Häufig ist es weniger die vielzitierte Unternehmensstrategie, welche die Entscheidungsprozesse in derartigen Situationen steuert. Vielmehr ist dies die Marktrealität und der Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen. Es handelt sich hier um Prozesse, die vergleichbar sind mit Lebensprozessen bei Menschen, Tieren und Pflanzen, oder Organisationen *.

 *  Vgl.Hasper.W.J.J./Glasl, F.: Von kooperativer Marktstrategie zur Unternehmensentwicklung. Bern 1983,Haupt,S.23ff. Lawrence M.: Die sieben Leben des Managers. Vom jungen Wilden zur grauen Eminenz. Mit welchen Typen Sie fertig werden müssen. Düsseldorf 1990, Econ,S.11ff.

     Vor dem Hintergrund der globalen Marktrealität und der immer schneller werdenden Produktionszyklen, kann es sich heute keine zukunftsorientierte Organisation mehr leisten, auf Design als Instrument der Produktverbesserung und Dienstleistungsdifferenzierung zu verzichten. Was es braucht, ist Design mit System - eben Design-Management. Die äusseren Zwänge zu erkennen, zu gestalten und zu lenken, ist auf den Punkt gebracht die Aufgabe des Design-Managements.

     Wo Design-Management als wichtiger Gestaltungsfaktor einer kreativen Leistung angesehen wird, ergibt sich in vielerlei Hinsicht ein ganz konkreter Nutzen: Die Auseinandersetzung mit der Farb- und Formgebung einer Sache schafft das nötige kreative Klima, um echte und gewinnbringende Neuerungen zu entwickeln und auf dem Markt durchzusetzen. Design als innovatives Instrument ist weitaus mehr als eine modische Hülle, die dem Produkt gewissermassen kurz vor der Fertigerstellung übergestülpt wird. Es betrifft die Gesamt-Qualität des Produktes und ist damit direkt in den Entstehungsprozess involviert.

     Erst die langfristige Design-Planung und Kontinuität der Gestaltung führen zum gewünschten Image (Bild). Design muss auf Dauer in die gesamte Kommunikation integriert und klar geregelt werden (Stichwort: Corporate Design und Corporate Wording Manual). Nur so wird man seinen Partnern und Kunden Glaubwürdigkeit und Kompetenz vermitteln können. Kurzlebige Spielereien und oberflächliche Gags sind dabei nicht Bestandteil und gehören nicht zu einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten "ästhetisch-ethischen* Design-Philosophie", wie sie im SAG-Gestaltungskonzept ihre Anwendung fand.

 *   Vgl. Kobbert M.J.: Kunstpsychologie: Kunstwerk, Künstler und Betrachter. Darmstadt 1986, Wissenschaftliche Buchgesellschaft,S.7ff.: Ästhetisches Erleben und Gestalten.  Lüscher M.: Der 4-Farben-Mensch. Der Weg zum inneren Gleichgewicht. Düsseldorf 1989, Econ,S.61ff.: Die Ethik des 4-Farben-Menschen.

     Das Schwergewicht der "ästhetisch-ethischen" Design-Philosophie liegt dabei auf der Koordination derjenigen Punkte, welche die Wahrnehmung der Unternehmens-Identität (Corporate Identity) massgebend beeinflussen. Hierbei spielen Zeichen - Zahlen - Farben - Formen und Namen als dauerhaftester Baustein einer Produkte- wie Unternehmens-Identität eine zentrale Rolle. 

     Im nachfolgenden beschränken sich meine Ausführungen auf die wesentlichen CD-Inhalte des SAG Gestaltungskonzeptes, ohne dabei auf die Erklärung der einzelnen Worte (Corporate Wording), wie Farbwahl und den Symbol-Gehalt näher eingehen zu können. 

     Wenn wir etwas beurteilen möchten, dann teilen wir was ursprünglich als Einheit (Ganzes bzw. System) erscheint, zunächst in Gegensätze (Teile bzw. Elemente), wie z.B. in den Gegensatz "Alfred Grünwald" (Künstler) - "Stiftung Alfred Grünwald" (Kultur-Institution). Jede Beurteilung wird noch treffender (gezielter), wenn nach der ersten Gegensatzunterscheidung noch eine zweite erfolgt, wie z.B. in unserem Fall "Alfred Grünwald: Kunstmaler, der den Weg des Tao ging" + "Stiftung Alfred Grünwald, welche sich für das Kultur-Gut Alfred Grünwald einsetzt nach dem Motto: Den Weg sehen - Den Weg gehen - Selbst zum Weg werden".

     Diese 4-heit liegt in der Natur des Denkens begründet, denn es sind immer 4-Denk-Kategorien (Drei für den Raum als Länge, Breite und Höhe und die vierte für die Zeit), die wir auf das anwenden, was wir zu verstehen versuchen. Der BeWEGgrund dieses Begreifenwollens ist das natürliche Streben des Menschen nach Ganzheit (Harmonie). Worauf es bei diesem Streben des Menschen ankommt, kommt deutlich zum Ausdruck in den beiden dazugehörigen Formen: Der Kreis-Symbolik und der Spiralen-Form. Der Kreis verheisst Weite und Geborgenheit zugleich, er verlockt dazu, umwandert und durchwandert zu werden. In der Spirale, der freisten unter den Grund-Formen, entfaltet sich das Leben, geschieht Entwicklung, Dynamik. Die Spirale besagt: Über-sich-hinaus-Sein.

  4. Führungs-Kunst

      Die für ein Unternehmen und seine Mitarbeiter passende Form-Gebung (Design) entwickelt sich meist unbewusst entlang der Gestaltungs-Strategie der Kunst, welche sich in den 4-S:  Signet, Signal, Symbol und Struktur zu verstehen gebracht werden kann und zum Ziel hat, dem Kultur-Gut eines Unternehmens mittels passendem Design-Management Gestalt zu verleihen. 

      Der Gestaltungs-Strategie der Kunst entgegengesetzt ist die Entwicklungs-Strategie der Führung mit den 4 Eckpfeilern kultivierten Handelns: Kraft, Kreativität, Kontext und Kongruenz. Daraus resultiert das Phänomen der Führungs-Kultur, welche auf der hier näher behandelten Grundlage einer kulturbewussten Unternehmensführung basiert und das 4-Farben Denken nach Max Lüscher als Potential-Gestalter des "4-K + 4-S  Unternehmensstils des Design-Managements" kennt.

Weiterführende Bild-Texte

Kunsthaus Culture Art: Politische und technische Vernunft - Management Art Minware der Moderne, Brig 1999-2001, Kunsthaus Culture Art, Letzte Änderung: 13.7.2001 
Dasselbe: Mind Design - Bewusstseinsformung in 8 Stufen, Anwendungsbeispiele zum bildlich ganzheitlichen Denkens, Brig 2000-01, Kunsthaus Culture Art, Version 2: 12.2.2001
Grünwald F.+M.W./Stauffacher K.: Kultureller Brückenschlag Wallis - Thurgau. Die Unternehmensstrategie von Kunst + Tourismus. Das Wort TOURismus, Spirale und Weg (Tao) als Leitmotive des Stiles TOURismus.  

Weiterführende Literatur  

Achterhold G.: Corporate Identity. In zehn Arbeitsschritten die eigene Identität finden und umsetzen. Wiesbaden 1988, Gabler.
Bleicher K.: Leitbilder. Orientierungsrahmen für eine integrative Management-Philosophie. Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung; Stuttgart: Schäffer, 1992.
Boehm G.,Hrsg:
Was ist ein Bild? München 1994,Fink
Diethelm W.: Signet, Signal, Symbol. Handbuch internationaler Zeichen. 4.Auflage. Zürich 1984, ABC Verlag.
Econ Handbuch
: Corporate Policies. Wie Ihr Unternehmen erfolgreich auftritt. Düsseldorf 1992.
Förster H.-P.
: Corporate Wording. Konzepte für eine unternehmerische Schreibkultur. Frankfurt am Main 1994, Campus
Frutiger A.
: Der Mensch und seine Zeichen. Schriften, Symbole, Signete, Signale. 3. Auflage. Paris 1991, Fourier.
Gaede W.
: Vom Wort zum Bild. Kreativ-Methoden der Visualisierung.2.Auflage.München 1992, Wirtschaftsverlag Langen-Müller/Herbig 
Hauffe T.
: Dumont-Schnellkurs Design, Köln 1995, Dumont  
Kälin K./Müri P.,Hrsg.: Führen mit Kopf und Herz. Psychologie für Führungskräfte und Mitarbeiter,Thun 1988,Ott,S.112-130: Kontext,Kultur und Kraft - Eckpfeiler des neuen Führungsstiles
Müri P.: Dreidimensional führen mit Verstand, Gefühl und Intuition. Handbuch des modernen Managements, Band 1: Grundlagen, Mensch - Unternehmen - Führen hoch drei, Band 2: Anwendung, Führungsaufgabe - Organisation, Zielsetzung, Problemlösung, Unternehmens - Strategie und Innovation, Krisen nutzen mit dem Kontext-Kultur-Kräfte-Ansatz, Thun 1990, Ott  
Riedel I.: Formen. Kreis, Kreuz, Dreieck, Quadrat, Spirale,2 .Auflage, Stuttgart 1986, Kreuz, S.89ff: Der Kreis - das Umfangen-Sein,S.113ff: Die Spirale - das Über-sich-hinaus-Sein
Stankowski A./Duschek K.
: Visuelle Kommunikation. Ein Design-Handbuch. 2.Auflage. Berlin 1994, Dietrich Reimer Verlag

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