| Kreativ sind wir - innovativ sollten wir werden |
| Der Weg zum Besseren in drei Stufen |
|
|
Stufe 3: Kreativität | |
| Stufe 2: Ideenmanagement | Die geforderte Innovationsfähigkeit | |
| Stufe 1: Vorschlagswesen | fördert Innovationsfertigkeiten | ![]() |
| fördert Innovationsbereitschaft | ||
| Stufe 1: Vorschlagswesen fördert Innovationsbereitschaft | ||
| Die Schweizerische
Arbeitsgemeinschaft Vorschlagswesen und
Ideenmanagement (SAV) definiert in ihrem
Leitbild Vorschlagswesen als Instrument
des Ideenmanagment, als ein bewährtes
Mittel zur Ideenfindung und
systematischen Ideennutzung. Die
Erfahrung und die Kenntnisse sinnvoll
und für alle Beteiligten in gleichem
Masse nutzbringend anzuwenden, ist der
eigentliche Zweck des Vorschlagswesens.
In den letzten fünf Jahren wurde gemäss SAV-Statistik in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein für rund 16'000 prämierte Verbesserungsvorschläge 9 Mio. Franken Prämien ausbezahlt bei einem geschätzten Erstjahresnutzen von ca. 50 Mio. Franken. Womit jede realisierte Idee ein Beitrag zur Kostensenkung, zur Erhaltung der Leistungs- und somit der Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens darstellt. Durch die Erweiterung der Prämiensysteme auch auf die Anerkennung von kleinen und kleinsten Verbesserungsschritten am eigenen Arbeitsplatz wird die Bedeutung der stetigen Verbesserung (KAIZEN) als Unternehmensziel unterstrichen. Gedanken, Anregungen, Hinweise und Vorschläge sollen gemacht, geprüft und bei Brauchbarkeit eingeführt werden, dies die Strategie. Damit ist das betriebliche Vorschlagswesen ein Instrument der Betriebsführung und des Verbesserungsmanagements, ein Instrument innovationsorientierter Unternehmensführung und Teil der Firmenkultur der Corporate Identity und Ausdruck für den Geist und Stil eines Unternehmens. Vorschlagswesen ist heute ein integriertes Instrument zur Mitgestaltung des Arbeitsablaufes und fester Bestandteil der Qualitätssicherstellung und nicht eine Sondereinrichtung. Oder doch? Felix Erbacher, Leiter der Wirtschaftsredaktion bei der Basler Zeitung, fragt in seinem FLASH-Interview zu recht, ob diese Motivationskultur über das Vorschlagswesen quasi institutionalisiert werden muss, oder ob sie nicht automatisch entstehen sollte. |
||
| Stufe 2: Ideenmanagement fördert Innovationsfertigkeiten | ||
Mit der Weiterentwicklung vom traditionellen, zentralen Vorschlagswesen zum dezentralen Ideenmanagement (Vorgesetzten-Modell) hoffen viele Unternehmen, fast alle Probleme gelöst zu haben. Heute ist vielerorts eine gewisse Ernüchterung festzustellen. Fragen wie: "Was funktioniert - was nicht?" "Wo liegen die Stolpersteine - und wo sind die Korrekturmöglichkeiten?" wollen beantwortet werden. Denn: wenn weiterhin ein wirtschaftlicher Nutzen erzielt werden soll, so müssen - nebst den veränderten Strukturen und Abläufen - auch Voraussetzungen geschaffen werden, die das Ideenmanagement am Leben erhalten resp. zum Leben bringen. Dazu gehört eine formulierte und vor allem gelebte Unternehmenskultur, die ein Führungsverhalten zeigt, wo die Vorgesetzten ihren "Untergebenen" ermöglichen, sich vom Mitarbeitenden zum "Intrapreneur" zu entwickeln. Es sollte damit der Slogan gelten: "Mehr gestalten, weniger verwalten", so Herman Grob (SAV-Präsident). Nach dem SAV-Leitbild wird das Schlagwort Ideenmanagement als eine Handlungsweise bezeichnet, welche die Förderung und Nutzung des gesamten Ideenpotentials einer Organisation zum Ziele hat. Dabei ist die effektive Realisierung aller Neuerungen entscheidend. Nach Silvio Bui geht Ideenmanagement vom Selbstverständnis aus, dass der Erfolg weitgehend von der Fähigkeit des Kaders abhängt, die innovativen und kreativen Kräfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern und nutzbringend einzusetzen. Beim Ideenmanagement geht es darum, das Innovationspotential der wertvollsten betrieblichen Ressource "Mitarbeitende" zu fördern und den Ideenfluss der "lernenden Organisation Unternehmen" nachhaltig sicherzustellen und kreativ zu bündeln, dass daraus ein mächtiger Strom wird. Mitdenken, Mitwirken und Mitgestalten sind gefordert. Dazu vermerkt Prof.Dr.W.R.Müller, dass innovatives und kritisches Mitdenken (noch) nicht Teil der täglichen Arbeit ist und normalerweise nicht erwartet werden kann. Was Vorschlagswesen und Idee-Management notwendig macht. |
||
| Stufe 3: Kreativität - Die geforderte Innovationsfähigkeit | ||
Ob Ideenmanagement das kreative Potential bei den Angestellten zu fördern vermag, hängt davon ab, ob der Umgang mit der Kreativität nicht dem Zufall überlassen wird. Nicht das Werkzeug ist verantwortlich, so Dr.Hans Marti, sondern die Hand, die es führt. Die Wahl liegt bei Ihnen: Entweder Sie schauen zu, wie dieses Werkzeug vor sich hinrostet, oder Sie leisten mit seiner Hilfe Ihren Beitrag zur Innovation in Ihrem Bereich. Die Wahl liegt bei Ihnen. Sie müssen deshalb zwei Dinge lernen: 1. Kreatives Verständnis und 2. Techniken, um kreative Leistungen zu fördern. Kreatives Verständnis bedeutet, über den Tellerrand hinaus denken und bei auftauchenden Problemen Fragen stellen. Beim kreativen Verständnis geht es nicht um eine brillante Superidee, die gesucht werden soll. Sie sollten vielmehr in der Lage sein, verschiedene Standpunkte einzunehmen und auch laufend wechseln können. Womit zum einen Sie als Person gefordert sind, kreativ denken zu lernen, d.h. divergent (Suchraum ausweiten) und konvergent (Suchraum einengen). Der zweite entscheidende Faktor ist das soziale Klima des Betriebes und des Umfeldes, in dem dieses Denken verrichtet wird. Farben, Formen und Funktionalität sollten eine Einheit bilden. Die dritte Erfolgsgrösse ist die Methodik oder die Problembehandlung, wofür analytische und intuitive Kreativitätstechniken benötigt werden, die es gilt, aufeinander abzustimmen. Systematik sollte mit Spontaneität kombiniert werden, Corporate Wording mit Corporate Design, damit Corporate Culture und Unternehmensidentität entsteht. Die Voraussetzung dazu besteht genau aus drei Buchstaben: T, U und N, ausgeschrieben: TUN. Oder wie schon Erich Kästner reimte: "Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es." Dazu wünsche ich Ihnen viel Erfolg. |
||
| Quelle: SAV-Flash, Oktober 1997, S.3 | ||
1997-2004 © kca - Letzte Änderung: 23.11.04