Bildungs-Hintergrund A-M-E-N

N: Angaben zur Weiterbildung 
1982-1989 Projektorientiertes, interdisziplinäres Studium an der Universität Bern
  mit Rektoratsbestätigung (4.12.1989)

83-85

Schwerpunkt I: Vorlesungen des Forschungsinstitutes für Fremdenverkehr (FIF)
  Direktor: Prof.Krippendorf
  - Fremdenverkehr und Wirtschaft I: Fremdenverkehrslehre und - politik
  - Fremdenverkehr und Wirtschaft II: Marketing im Fremdenverkehr 
  - Fremdenverkehr und Gesellschaft: Psychologische und soziologische 
  Aspekte des Reisens
  - Fremdenverkehr und Umwelt: Raumplanerische Aspekte des Fremdenverkehrs

83-85

Schwerpunkt II: Marketing und Unternehmungsführung des BWI Abteilung 1
  Direktor: Prof. Müller
  - Marketing:Absatzlehre,Marketing-Mix,Marktwahl und Konkurrenzpositionierung,
  Marktforschung (Prof.Schwenter) und Kommunikationsinstrumente im 
   Unternehmen (Dr.Jaggi)
  - Unternehmungsführung: Organisationslehre, Unternehmungspolitik und 
  Unternehmungsplanung I + II (Prof.Neubauer, IMI)

84-86

Schwerpunkt III: Personal und Organisation des BWI Abteilung 2
  Direktor: Prof. Tlach 
  - Management-Ausbildung, Führungs- und Personallehre I + II
  - Projektarbeit über das Tätigkeitsgebiet von Personalverantwortlichen
  - Konfliktmanagement in Organisationen (PD.Glasl)

86-89

Schwerpunkt IV: Kulturhistorische Vorlesungsreihe des Collegiuim Generale und 
  - Veranstaltungen der Anthroposophischen Gesellschaft Bern. Zusätzlich:

 

- Einführung in den Taoismus. Die Philosophie des Wang Pi (PD.Kern) und

 

- Pädagogische Anthropologie (Prof.Weisskopf)

88-89

Schwerpunkt V: Ethik in Theologie - Philosophie - Pädagogik und Psychologie
  - Wirtschafts- und Sozialethik (Lehrbeauftragter Peter)
  - Arbeitsethik,Berufsethik und Erziehung (Osterwalder/Gegnon)
  - Ethik menschlichen Zusammenlebens (PD.Egger)
  - Ethische Grundlagen der Erziehung + das Ästhetische-Ethische (Prof.Oelker)
  - Selbstverantwortung (Rüegg), Erkennen + Verstehen (Prof.Grünewald)
  - Geschichte der exakten Wissenschaften (Prof.Georgé)
  - Grundlagen der Geisteswissenschaften (Prof.Grünwald)
  - Kants Kritik der reinen (PD.Kern) und praktischen Vernunft (Prof.Grünewald)
  - Persönlichkeitsforschung (Prof.Wittmann) und 
  - Motivationstheorien (Prof.Foppa)
1995-1997  Berufsbegleitende Weiterbildung im Bereich: Kunst- und Kultur-Management
  - Symposium: Zusammen-Spiel, Kooperations-Modelle von verschiedenen
  Kunstbereichen,28.-29.Sept.1995,GDI,Rüschlikon/Zürich
  - SAGW-Tagung: Kunstvermittlung zwischen Kommerz, Trend und 
  Verantwortung, 3.Nov.1995,Kunsthaus Zürich
  - SAWI-Basisseminar Sponsoring: 8.-10.Nov. 1995,Schweizerisches 
  Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung und Kommunikation,Zürich
  - 1.St.Galler KulturManagement Tage: 28-29.Feb.1996, Weiterbildungszentrum  
  Universität St.Gallen, Thema: Kosten senken, aber wie? Geld für Kultur, 
  aber wo? Gegenleistung für Unternehmen, aber welche?
  - Kulturforum Schweiz: Wieviel Kultur braucht der Mensch? 13.März.1996,
  Kunsthaus Zürich
  - CAF - ART Akademie WS 96/97, Lenzburg, 10 Vorlesungen von Emil Schwarz:
  1.Wahrnehmung, 2.Ordnung, 3.Wissenschaft, 4.Macht, 5.Inneres Wissen,  
  6.Nachahmung, 7.Natur, 8.Kunst, 9.Wirklichkeit und 10.Wahrheit
  - 2.St.Galler KulturManagement Tage: 19-20.Feb.1997, Weiterbildungszentrum
  Universität St.Gallen,  Thema: Kultursponsoring,was wollen Unternehmen?
  Innovative Finanzierungen in der Kultur. Kundenbindungsstrategien für 
Seit 1999  Projektbezogene Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet Internet-Publishing und 
  Web-Design u.a. an der Volkshochschule Oberwallis und Lehrinstitut Onken ...
Der Bezugsrahmen: Weiterbildung wird als Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungsphase bestimmt. Das Ende der ersten Bildungsphase und damit der Beginn möglicher Weiterbildung ist in der Regel durch den Eintritt in die volle Erwerbsfähigkeit gekennzeichnet. Die Grenzen zwischen erster Bildungsphase und Weiterbildung bleiben fliessend, da ein Mindestzeitraum der Erwerbstätigkeit als Voraussetzung für die Weiterbildung sich nicht angeben lässt. Das kurzfristige Anlernen oder Einarbeiten am Arbeitsplatz gehört nicht in den Rahmen der Weiterbildung.

 
- Worum es letztendlich geht ... 
- Was es (weiter-) zu bilden gilt  
- Was Aufklärung ist 
- Bildung als Weg und Ausdruck der Selbstbestimmungsfähigkeit 
- Quellen und weiterführende Literatur

Weiterbildung als Aufklärung ist nötig, um den Menschen nach Abschluss von Schule und beruflicher Bildung mit den Erkenntnissen und Fähigkeiten auszustatten, die er braucht, um sich in unserer Welt zu behaupten. Wer aber die Situation, in der er steht, verstehen lernt, wird ihr zugleich gestärkt und geschwächt gegenüberstehen. Weiterbildung hat daher die doppelte Aufgabe, aufzuklären und mit den Folgen von Aufklärung fertig zu werden. Dabei sollte Weiterbildung nicht versuchen, kognitive von kreativen Fähigkeiten zu trennen, Theorie ohne Praxis zu vermitteln; sie muss Kritik mit Verantwortung verbinden.

Worum es letztendlich geht ...

Es gehört zu unserer Zeit, dass die Worte immer vieldeutiger werden. Weder das Wort "Schule" noch das Wort "Beruf" haben denselben Sinn, den sie traditionell hatten. Beruf hat nur mehr wenig mit "Berufung" zu tun und Schule ist durch die weltweite Bewegung des "de-schooling" zumindest problematisiert worden. Meint Schule Erziehung und Unterricht, Ausstattung mit Kenntnissen und Verhaltensweisen? Mit welchem Wort soll man die Bildung bezeichnen, die der Erstausstattung folgt während des ganzen Lebens anhält? Soll man von Erwachsenenbildung, von Weiterbildung, von recurrent education oder von éducation permanente reden oder von lebenslangem Lernen? 

Was es (weiter) zu bilden gilt 

Oder: Was macht die Fähigkeit aus, die man gemeinhin mit dem Wort "Bildung" beschreibt? Das erste Moment von Bildung wird in grundlegenden Texten durch folgende Begriffe umschrieben: 

  • Selbstbestimmung
  • Freiheit
  • Emanzipation
  • Autonomie
  • Mündigkeit
  • Vernunft
  • Selbständigkeit

Bildung wird also verstanden als Befähigung zu vernünftiger Selbstbestimmung, welche die Emanzipation von Fremdbestimmung voraussetzt oder einschliesst, als Befähigung zur Autonomie, zur Freiheit eigenen Denkens und eigener moralischer Entscheidungen. Eben deshalb ist denn auch Selbständigkeit die zentrale Vollzugsform des hier behandelten Bildungsprozesses. Unübertroffen prägnant hat Kant dieses Moment im Hinblick auf die Selbstbestimmung des Denkens in den oft zitierten Anfangssätzen seiner Abhandlung zur Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

Was Aufklärung ist

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leistung eines anderen zu bedinen.Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, ist also der Wahlspruch der Aufklärung." Hinsichtlich der moralischen Selbstbestimmung aber sagt Kant in der Vorlesung über Pädagogik, in Entsprechung zur "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" und zur "Kritik der praktischen Vernunft": "Sich selbst besser machen, sich selbst kultivieren und ... Moralität bei sich hervorbringen, das soll der Mensch." Solche Kultivierung aber wird in diesem wie in späteren Texten Kants, obgleich nicht durchgehend konstistent, mehrfach auch als "Bildung" oder "sich bilden" bezeichnet. 

Bildung als Weg und Ausdruck der Selbstbestimmungsfähigkeit ...

Ich möchte meine Ausführungen zum KCA Bildungs-Modell mit einer Bildungs-Definition abschliessen, die klarmacht, worum das Ausgeführte von Wolfgang Klafki (1988,S.60) auf den Punkt bringt. Sie stammt vom Brockhaus Konversationslexikon. Dort heisst es zur Bildung: "Bildung ist seit Pestalozzi Grundbergriff der Erziehungswissenschaft, bedeutet Formung der Seele durch die Mittel der umgebenden Kultur. Zur Bildung gehört:

  1. eine Individualität, die als eigentümlicher Ausgangspunkt zur geformten oder werterfüllten Persönlichkeit entwickelt werden soll, 
  2. eine gewisse Universalität, d.h. Wesensreichtum, der durch Verstehen und Erleben der objektiven Kulturwerte erworben wird, 
  3. Totalität, d.h. innere Geschlossenheit und Charakterfestigkeit".

Die zentralen Begriffe lauten hier: Individualität/Persönlichkeit, Universalität/Totalität, Wesensreichtum, Kulturwerte und Charakterfestigkeit. Sie müssen mit der ersten Gruppe von Bestimmungen von Kalfki vermittelt bzw. immer wieder neu zu vermittelnde gedacht werden. 

Quellen und weiterführende Literatur:

Arber W.: Universitäre Ausbildung und Ansprüche des beruflichen Alltags. Rektoratsrede gehalten an der Jahresfeier der Universität Basel am 28.November 1986, Basel 1986, Helbing&Lichtenhahn 
Becker H.: Weiterbildung. Aufklärung - Praxis - Theorie 1956 - 1974. 1.Auflage, Stuttgart 1985, Ernst Klett,S.8,13,281ff.,316,404f.   
Ewert C.: Personality Marketing. Der Weg zum erfolgreichen Menschen, Zürich 1993, Orell Füssli,S.36: Unternehmen - Person, S.55: Produkt- und Personality-Lebenszyklus, S.62: Marken- und Personalty-Stärke: Produkt/Person, Price/Preis, Promotion/Plazierung, Place/Position, S.93: Kunden-Nutzenleiter und dessen Anwendung: Basis- bzw. Grundnutzen, funktionaler Zusatznutzen, Psychologischer Nutzen, Aussen- und Ego-Nutzen,S.90,139: Erfolgspotential und Checkliste der Personality-Erolfgsmerkmale,S.106,117f.,140: Marketing- und Kommunikations-Mix
Felder H.C.: Von der Person zur Persönlichkeit. Erfolg durch richtiges Verhalten.Ein Selbethilfeprogramm. Karlsruhe 1992, Charisma,S.29: Anatomie des Verhaltens,S.34: Das Verhalten - Enstehung und Auswirkung,S.70: Vereinfachte Darstellung des inneren Gefüges eines Menschen,S.82fff.: Persönlichkeits-Profil mit Selbsteinschätzungstest,S.201ff.: Denkmodelle und ihre Anwendung in der Praxis 
Guntern G.: Maskentanz der Mediokratie. Kreative Leadership versus Mittelmass. Zürich 2000, Orell Füssli,S.45ff.: Mediokratie in Erziehungs- und Bildungswesen,S.166ff.: Aus- und Weiterbildung,S.241ff: Der Ruf nach einer kreativen Leadership
Hurley K.V./Dobson T.E.: Wer bin ich? Persönlichkeitsfindung mit dem Enneagramm, Augsburg 1993, Pattloch  
Illich I.: Fortschrittsmythen. Reinbek bei Hamburg 1983,Rowohlt,S.113ff.: Wider die Verschulung 
Kalfki W.: Bildung befähigt. Innovation Nr.1/2'88,S.60-62 
Köchli Y.-D.: Allgemeinbildung wohin? Eigentlich möchte man Dante ganz gern mal kennenlernen. Weltwoche Nr.38/1988,S.83 
Kocka J.,Hrsg.: Interdisziplinarität. Praxis - Herausforderung - Ideologie. 1.Auflage, Frankfurt am Main 1987,Suhrkamp 
Kugemann W.F.: Lerntechniken für Erwachsene, Reinbek bei Hamburg 1987, Rowohlt,S.15ff.: Lernart, Lernwege: Hören, Lesen, Sehen, Handeln,S.109ff.: Lernquader,S.174f.: Lernart, Lerngrund, Lernweg, Lernregeln
Lüscher M.: Signale der Persönlichkeit. Rollen-Spiele und ihre Motive,2.Auflage,Düsseldorf 1990, Econ 
Neckermann B.: Verkaufserfolge mit Persönlichkeit repräsentieren - verhandeln - überzeugen, Zürich 1992, Moderne Industrie,S.15ff.: Mensch - Person - Persönlichkeit, S.21ff.: Neckermann-Erfolgstreppe und Persönlichkeitspyramide,S.31. Persönlichkeitsprofil zur Einschätzung und Selbstbeurteilung,S.180ff.: Die Mentalität und der Charakter, Intellekt und Intelligenz, Emotionen und Gefühle, Sensibilität und Sensivität, die Vernunft und das Bewusstsein
Neges G./Neges R.: Management-Training,a.a.O.,S.50: Persönlichkeitsentwicklung als Manager - Führungsbausteine im Überblick,S.110ff.: Persönliches Marketing
Pressestelle der Universität Bern: Unipress Nr.67/1990, Interdisziplinarität - ein vertracktes Puzzle. Alle wissen, dass es zu lösen ist, niemand kennt Weg und Ziel
Riso D.R.: Die neun Typen der Persönlichkeit und das Enneagramm,München 1989,Knaur,S.77ff: Die Gefühls-Triade: Helfer, Statusmensch, Künstler.S.198ff.: Die Handlungs-Triade: Denker, Loyale, Vieleitige,S.317ff.: Die Beziehungs-Triade: Führer, Friedliebende, Reformer   
Rogers C.R.: Lernen in Freiheit. Zur inneren Reform von Schule und Universität. Frankfurt am Main 1988, Fischer 
Schmelcher-Neff J./Von Münchhausen M./Weissman A.: Persönliche Strategie. 7 Stufen zum Erfolg,Landsberg am Lech 1994, Moderne Industrie

Schultz H.J.,Hrsg.: Was der Mensch braucht. Über die Kunst zu leben. 1.Auflage,München 1989, dtv 
Sedlak F.: Lernen lohnt sicht! Lernwerge für Erwachsene,Wien 1989,S.12ff.: 16 Lernmentalitäten, S.20ff.: Lernmentalität/Typ,S.93ff.: ZIEL = Ziele, Aufgaben, Problemstellungen, Fragen (Worum geht es? Was will ich?), Informationen (die man einbringt: Was weiss ich bereits?) und (die man benötigt: Was muss ich in Erfahrung bringen?), Einfälle, Ideen, Anregungen (Was fällt mir alles dazu ein, wie ich entscheiden, handeln kann?), Lösung (Entscheidung für eine oder mehrere bestimmte Ideen: Wofür entscheide ich mich, wie gehe ich jetzt vor?),S.96: 16 Fragen zum Entscheiden und Handeln
Seiwert L.J.: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam. Das neue Zeitmanagement in einer beschleunigten Welt. Sieben Schritte zur Zeitsouveränität und Effektivität, 4.Auflage,Frankfurt am Main 1999,Campus,S. 201ff: Persönlichkeit ist gefragt,S.204: Das DISG - Persönlichkeitsmodell: Dominant - Initiativ - Stetig - Gewissenhaft  
Sprenger R.K.: Aufstand des Individuums. Warum wir Führung komplett neu denken müssen.Frankfurt am Main 2000,Campus
Derselbe
: Die Entscheidung liegt bei Dir! Wege aus der alltäglichen Unzufriedenheit. 5.Auflage,Frankfurt am Main 1998,Campus 
Derselbe: Das Prinzip Selbstverantwortung. Wege zur Motivation. Frankfurt am Main 1995,Campus  
Derselbe: Mythos Motivation. Wege aus einer Sackgasse. 16.Auflage,Frankfurt am Main 1999,Campus
Von Hentig H.: Magier oder Magister? Über die Einheit der Wissenschaft im Verständigungsprozess. 1.Auflage, Frankfurt am Main 1974, Suhrkamp 
Derselbe: Bildung - Ein Essay, München 1996, Hanser