6 Bildungs Bausteine als F + E Hintergrund 

Im Zentrum meiner Forschung + Entwicklungs-Tätigkeit von 1991-1996 stand Wort Bildung und die Frage nach der Gestaltung ganzheitlich-vernetzten Denkens (Bausteine 1-3) und methodisch-didaktischen Handelns (Bausteine 4-6). Diese beiden Bildungs-Pyramiden der technischen und politischen Vernunft stehen zueinander in enger Wechselbeziehung, was durch Darstellung und Farbgebung kenntlich gemacht wird und auch aus den Inhaltshinweisen zu ersehen ist.

Baustein 1: Welt-Bildung Baustein 4: Meinungs-Bildung
Ganzheitliches Denken und der Prozess Innovation-Kreativität-Führung Kunst-Methodik. Versuch einer begrifflichen Systematisierung
Hier werden die wichtigsten Begriffe und Ansätze eines West-Ost verbindenden Kultur- Weltbildes im Kontext: System - Tao - Art  vorgestellt und in Beziehung gesetzt zu den drei Leitgedanken dieser Arbeit: Innovation - Kreativität und Führung. Dieses Werk liefert das Fundament, auf dem die anderen Bildungs - Bausteine aufbauen  Hier werden generelle Fragen zum Wesen und Prinzip der Kunst gestellt und das Projekt System Art + Tao Art mit Angabe der erarbeiten Grundlagen vorgestellt. Dieses Werk liefert den allgemeinen Planungshintergrund des Kunst - Projektes und ergänzt das Produkt - Innovations -Programm von M.W.Grüwnald & Partner aus kunst-methodischer Sicht.
Baustein 2: Menschen-Bildung Baustein 5: Urteils-Bildung
Vernetztes Denken als Führungsmodell. Bewusstseinsformung in 10 Schritten Kunst-Didaktik. Das Phänomen Kunst aus inter- und transdisziplinärer Sicht 
Ein Identitätskonzept bestehend aus 10 Arbeitsschritten gibt Einblick in die Welt unseres Bewusstseins und die enge Wechselbeziehung zwischen Führung und Philosophie, Ethik, Psychologie, Technik und Politik, bzw. dem, was wir Führungstraining, Führungsprofil und Führungskraft nennen. Ein Kunstkonzept gibt Einblick in die Welt der Bewusstseinsgestaltung und die enge Wechselbeziehung zwischen Kunst und Philosophie, Ethik, Psychologie, Technik, und Politik, bzw. Kultur und Kunst (Culture Art), Lebenspraxis und Kunst (Tao Art) sowie Wirklichkeit und Kunst (System Art)
Baustein 3: Verhaltens-Bildung Baustein 6: Entscheidungs-Bildung
Führung mit System und Kreativität. Grundlagen und Anwendung des System- und Kreativ-Managements Culture Art - Die Kultur der Kunst. Kunst kultivieren aus westlicher und systemorientierter sowie östlicher und tao-orientierter Sicht
Dieser Baustein konzentriert sich auf die Frage: Wie lassen sich Probleme methodisch lösen und ganzheitlich-vernetztes Denken fördern  Dieser Baustein konzentriert sich auf die Frage: Wie lässt sich Kunst kultivieren und stilkonform führen (managen, d.h. handbar machen). 
Herkunftserklärung der Worte Bilden und Bildung 
  • Bild: Die Herkunft des nur dt. und niederl. Wortes ist unklar. Mhd bilde "Bild, Gestalt, Beispiel", ahd. bilidi "Nachbildung, Abbild; Muster, Beispiel, Vorlage; Gestalt, Gebilde", niederl. beeld "Gemälde, Bild-(säule), Figur". Meist bezeichnet "Bild" jetzt das Werk des Malers und Graphikers, seltener des Bildhauers, übertr. gilt es z.B. in den literar. Begriffen Lebens-, Zeit-, Stimmungsbild.   
  • bilden: Als Ableitung von dem unter Bild behandelten Substantiv erscheinen ahd. bilden "einer Sache Gestalt und Wesen geben" und ahd. bildion "eine Gestalt nachbilden. Mhd. "bilden" vereinigt beide Bedeutungen und gilt bes. von handwerklicher und künstlerischer Arbeit (dazu nhd. "die bildenden Künste"), aber auch von Gott als Schöpfer wie später vom Schaffen der Natur und (reflexiv) vom Werden natürlicher Formen.  
  • Bildung: Als pädagogische Begriffe treten "bilden" und "Bildung" erst im 18.Jh. auf. mhd. bildunge, ahd. bildunga "Schöpfung, Verfertigung", auch "Bildnis, Gestalt"; im 18.Jh. folgt das Wort der Entwicklung von "bilden" zum pädagog. Begriff, verflacht aber vielfach zur Bezeichnung blossen Formalwissens.
  • Quelle: Duden. Etymologie: Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim 1963,S.66f.
Weiterführende Literaturhinweise
Von Hentig H.: Bildung. Ein Essay. München 1996, Hanser
  • "Die Antwort auf unsere behauptete oder tatsächliche Orientierungslosigkeit ist Bildung - nicht Wissenschaft, nicht Information, nicht die Kommunikationsgesellschaft, nicht moralische Aufrüstung, nicht der Ordnungsstaat, nicht ein Mehr an Selbsterfahrung und Gruppendynamik, nicht die angestrebte Suche nach Identität. 
  • Bildung ist nicht nur wichtiger als der Jäger 90, die Schwebebahn und der Ausbau des Autobahnnetzes, sie ist auch wichtiger als die uns gewohnte Veranstaltung Schule. Dafür, dass man dies erkenne und besser verstehe, habe ich dieses Buch geschrieben."

Brater M./Büchele U./Fucke E./Herz G.: Berufsbildung und Persönlichkeitsentwicklung, Stuttgart 1988, Freies Geistesleben,S.25ff. Die neuhumanistische Idee der "Bildung".

  • Bildung zielt auf die sittlich-geistige Entwicklung, auf Charakterschulung und Menschwerdung schlechthin; während Ausbildung der Vermittlung eines bestimmten Könnens, der Meisterung bestimmter Aufgaben dient; 
  • Bildung hat keinen Zweck ausser sich, man kann nicht fragen, "wofür" man sich bildet, denn sie trägt ihren Sinn in sich (als sittliche Förderung des Individuums); Ausbildung dagegen vermittelt ausschliesslich solche Qualifikationen, die man für die Berufsausübung "braucht", sie steht also unter dem Primat der Nützlichkeit des Wissens und Könnens für Zwecke ausserhalb der individuellen Entwicklung.
  • Bildung richtet sich immer an den Einzelmenschen und dessen individuelle Persönlichkeit, während Ausbildung geradezu die Aufgabe hat, ohne Rücksicht auf persönliche Unterschiede und biographische Besonderheiten für jede Berufsgruppe einen gleichen, objektivierbaren Standard an Fachwissen und -können weiterzugeben.
  • Bildung bemüht sich stets um die Entfaltung aller ("höheren") Kräfte des Individuums, sie fördert ganzheitlich alle Anlagen zum "Vollmenschen", während Ausbildung nun einen schmalen, spezialisierten Ausschnitt der individuellen Anlagen aufgreift und einseitig entwickelt.

Diese Gegenüberstellung von Brater et. al. kann unter didaktischen Aspekten durch eine Darstellung des Konstanzer Philosophen J.Mittelstrass ergänzt werden:

  • Bildung setzt Formen der Unmittelbarkeit voraus. 
  • Bildung setzt Köpfe voraus und nicht nur Vermittler
  • Bildung ist nicht nur Wissen, sondern Lebensform
  • Bildung ist Selbst-Bildung. Sie kann nicht gelehrt, sie muss erworben werden

Mittelstrass setzt auf die Fähigkeit zum Nach- und Vorausdenken und postuliert als Ziel dieser Lebensform u.a. eine Ergänzung des (Experten-) Wissens durch das Können, die Entwicklung der Urteilskraft, die den Schritt von der Theorie zur Praxis, für den es keine Regeln gibt, vom Allgemeinen zum Konkreten lenkt. 

  • Es zeigt sich, dass die Entwicklung menschlicher Fähigkeiten, also Bildung, noch vor jeder Aufspaltung in "allgemein" oder "beruflich" einen grösseren Wirklichkeitsausschnitt als die traditionelle Ausbildung und einen umfassenderen Bereich menschlicher Fähigkeiten als eine spezialisierte Kenntnis- und Fertigkeitsschulung erfordert.

Kaltenbrunner G.-K.,Hrsg.: Bilderflut und Bilderverlust. Für eine Kultur des Sehens, München 1982,Herder

  • Von dem Dichter und Maler Blake stammt das provozierende Wort: "Das Auge sieht mehr als das Herz weiss." Aussagen wie diese erinnern uns eindrücklich an die Macht und Bedeutung der Bilder im Leben und Denken der Menschen. 
  • Das Bild ist eine grundlegende Weise von Welterfahrung überhaupt: Es gibt Urbilder,  Vorbilder, Sinnbilder, Traum-, Wunsch- und Erinnerungsbilder. 
  • Bilder können freilich nicht nur beglücken und trösten, sondern auch erschrecken und blenden. Neben der sublimen Verzauberung gibt es auch den Terror, die Vergiftung, die Knebelung des Menschen durch das Bild

Boehm G.,Hrsg.: Was ist ein Bild, München 1994, Fink

  • Von der Aktualität der Bilder war, in den vergangenen Jahren, viel die Rede. Eine steigende Medienflut machte Bilder allgegenwärtig. Unser Bewusstsein in der Fragen, die sie aufwerfen, blieb dagegen seltsam sporadisch und unentwickelt. Ein zusammenhängendes, wissenschaftliches Gespräch steht noch aus. Der vorliegende Band versucht einen Beitrag dazu zu leisten.

Riedel I.: Bilder in Therapie, Kunst und Religion, 2.Auflage, Stuttgart 1991, Kreuz

  • Ein Schlüssel zu den Geheimnissen des Bildes, eine Schule des Sehens und Verstehens ist dieser reich bebilderte Band. 
  • Die Autorin macht mit den inneren Gesetzen der Bildkomposition vertraut. Es geht dabei um die Raumsymbolik in der Bildfläche, um Linien, Bewegung, Farben und Licht, um Perspektiven und Zahlenverhältnisse. 
  • Was auf den ersten Blick abstrakt erscheint, gewinnt Leben durch die sensible Deutung und die zahlreichen Beispiele aus alter und moderner christlicher Kunst sowie viele spontane Zeichnungen aus dem Unbewussten. Die religiöse, künstlerische und tiefenpsychologische Aussage eines Bildes wirkt auf überraschende Weise erkennbar. 

Wick R.,Hrsg: Johannes Itten Bildnalaysen,1.Auflage Ravensbur 1988,Meier

  • Ausführungen und weiterführende Literatur zum bildnerischen Denken finden Sie hier

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