Management Art Struktur 

M 

- Die vier "Seiten"der Organisation 
Die vier Buchstaben "T-E-A-M" 
Der Weg zum
Besseren in 4 Stufen 
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Der Leitbegriff Organisation   
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New Ga
me: Wandel meistern 
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A-M-E-N Strat
egie und T-E-A-M Stil  
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FIT Leitbild: Flexibilität - Innovation - Timing

Der Ausdruck" Struktur" ist hier plakativ und umfassend gemeint. Er beinhaltet nicht nur den organisatorischen Aufbau, sondern auch die Abläufe sowie strukturelle Aspekte ausserhalb des Organisatorischen. Der Unterschied von Struktur und System kann man sich am Beispiel einer Unternehmung über folgenden Merksatz klar machen: "Eine Unternehmung ist ein System, sie hat eine (bestimmte) Struktur". Diese Struktur (Ordnung) besteht in einem Unternehmen aus Regelungen über die Beziehungen der vier Seiten der Organisation (Schmidt, 1991,S.24) zueinander, symbolisiert in der Abkürzung: TEAM (-> Wonder/Donovan,1992,S.75)

Die vier "Seiten" der Organisation  

T  Aufgaben - Aufträge - Arbeit (als Erfüllung von Aufgaben und Aufträgen)
Menschen (Aufgabenträger
A   Sachmittel (körperliche Gegenstände)
Informationen (Zweckbezogene Nachrichten)
Die vier Buchstaben "T-E-A-M" :

T  

Trauen: Vertrauen(swürdigkeit) > Zutrauen > Selbstvertrauen 

Ego-Identität: Corporate Personality > Corporate Identity (CP-CI)

Action: Bewegung>Vorgang>Verhalten>Handlung  (Lorenzen,1974,S.26,1985,S.175ff.)

Methode:Philosophie > Einzel-Wissenschaften > Politik+Technik < Sinn-Rationalität
Der Weg zum Besseren in 4 Stufen:

Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln: Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste; zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste; drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (Konfuzius). In den Worten von Paul Lorenzen (1985,S.207): Der Mensch hat 1. "Empfindung: er kann durch Lust und Schmerz lernen. 2.Der Mensch hat Phantasie: er kann durch Lust- und Schmerzempfindungen zu Wünschen hochphantasieren. 3. Der Mensch hat Vernunft: er kann durch Denken unter seinen Wünschen wählen"  

A: Philosophie > Einzel-Wissenschaften
Jedem Menschen ist zu empfehlen, erst zu denken, bevor er handelt. Die Fachwissenschaften sind eine institutionalisierte Form dieser Denkarbeit. Diese institutionalisierten Fachwissenschaften, die heutzutage "Universität" bilden (genauer: eine Multiversität), sind historisch mühsam entstanden. Sind sie einmal da verhalten sie sich wie autonome Institutionen." (Lorenzen,1985,S.138). Für sich genommen liefert die Philosophie mit Logik und Ethik eine grundlegende Orthosprache für alle Wissenschaften. Obwohl sie nicht unmittelbar menschliche Bedürfnisse befriedigen kann, tut sie dies auf dem Weg über die Einzelwissenschaften. In Bildern gesprochen: Philosophie ist wie ein Lahmer, der ohne seine Stützen, die Wissenschaften, nichts bewegen kann. Und die Wissenschaften sind wie Arbeiter im Dunkeln, wenn sie nicht das Licht der Philosophie benutzen, um die Wege zu sehen, die sie mit dem Leben verbinden. " (Paul Lorenzen,1974)    

M: Politik + Technik

Wie ein chinesisches Sprichwort sagt, hat jedes Ding drei Seiten. In der Handlungs-Situation sind das die subjektiven Sinn-Gehalte der Handelnden, die objektiven Sinn-Gehalte der Gesellschaft und die für die Situation erst zu findenden "wahren" Sinn-Gehalte. Wem das Wort "wahr" nicht gefällt, weil es zu sehr nach dogmatischer Metaphysik klingt, ersetze es durch ein anderes (Lorenzen,1985,S.150). Wie sieht nun diese von Lorenzen (1985,S.150,190) beschriebene Situation aus und wie kann sie seiner Meinung nach verbessert werden? "Unsere Staaten haben sich aus primitiven politischen Verbänden entwickelt. Sie haben dabei primär eine künstlerisch-religiöse Kultur entwickelt, die aber zu einer Pluralität traditionaler Lebensgestalten geführt hat. Sekundär haben sie - welthistorisch erstmalig - eine einheitliche technisch-ökonomische Gesellschaft hervorgebracht. Diese erfordert - und fördert - nur technische Vernunft. Für die politische Vernunft (Lorenzen,1978) 

ist die Verwaltung der Gesellschaft dagegen nur ein Mittel, das die Bildung der Staatsbürger zum Zweck hat: das Ziel ist die tertiäre Entstehung einer ethisch-politischen Zivilisation. Zu den zwei Dimensionen der ethisch-emotionalen und der technisch-rationalen Bildung, tritt als Aufgabe die dritte Dimension der ethisch-rationalen Bildung." 

E: Sinn-Rationalität
"Wer seine eigenen Verhaltensnormen kennt (wenn sie ihm, wie man sagt, bewusst sind), wird sich - ohne weitere Überlegungen - wünschen, das Schmerzvermeidende und das Lustbringende zu tun. Ich möchte vorschlagen, dann von "Begehrungen" zu sprechen. Sinnrational kann man aber nur handeln, wenn man vor dem Tun die Überlegung einschaltet, ob das Begehren auch aufgrund des erworbenen "Sinngehaltes" (als umfassendes Wort für alles das, was jemand - zu einem Zeitpunkt - denkt und will) den Entschluss bestimmen soll, d.h. ein Wollen werden soll. Die Sinnrationalität erfordert also Besonnenheit vor dem Tun, damit man überlegt, ehe man handelt - und damit man nicht unmittelbar dem Begehren folgt, also bloss "emotional" reagiert. Nach dem Überdenken der Situationsänderung aufgrund des eigenen Sinngehaltes gilt es, das zu tun, was die Überlegung ergeben hat. Sinnrational ist nur, wer gemäss dem gebildeten Willen (Be-Deutungen) auch handelt, statt - durch "irrationale" Befürchtungen oder Hoffnungen - doch etwas anderes oder gar nichts zu tun. Die Sinnrationalität erfordert also Tatkraft nach dem Denken. Besonnenheit und Tatkraft, temperantia und fortitudo, das sind aber die beiden ethischen Kardinaltugenden - quod erat demonstrandum. Damit man vernünftig handelt, braucht man dann noch (die intellektuellen Tugenden der) Klugheit und Gerechtigkeit. Diese sollten die Wissenschaften lehren." (Lorenzen, 1978,S.138f.)

N: Was sinnvoll ist ...

"Jede Theorie ist nur sinnvoll aufgrund einer Praxis: das ist der Primat der Praxis. Darüber hinaus gilt aber, dass jede technische Praxis nur sinnvoll ist aufgrund vorhergegangener Verständigung über Zwecke. Jede technische Praxis setzt voraus, dass gewisse Formen der gemeinsamen Willensbildung, des gemeinsamen Handelns schon vorhanden sind. Jede technische Praxis setzt zumindest frühe Formen einer politischen Praxis voraus. Neben dem Primat der Praxis vor der Theorie gilt also zusätzlich der Primat der Politik [Unternehmungspolitik: Führungs-Inhalt] vor der Technik [Führungstechnik: Organisations-Form]. Wissenschaftstheoretisch ausgedrückt, ist das der Primat der Kulturwissenschaften vor den Naturwissenschaften." (Lorenzen, 1978,S.153)

Der Leitbegriff: Organisation

Organisation ist hierbei gleichzusetzen mit dem Begriff des Strukturierens, dem ordnenden Gestalten in einem System (Schmidt, 1991,S.12). Aus Sicht des organisatorisch Tätigen ist es zweckmässiger zu sagen: "Ein System hat eine Organisation", das ist eine Struktur oder Ordnung, die vom Organisierenden erarbeitet worden ist. 

- Organisation: dauerhaft
- Disposition: einmalig 
- Improvistion: vorläufig

Der Organisator schafft Ordnung, und zwar dauerhafte Ordnung. Ein Kunstschaffender meist eine Strukturierung, die nur einmalig gültig ist, welche durch Disposition geschaffen werden, bzw. eine Strukturierung, die nur für eine begrenzte Zeit gültig sein soll: Improvisation. Diese kann aus verschiedenen Ursachen notwendig sein. 1. Alles ist noch in Fluss - eine dauerhafte Lösung ist wegen der sich ständig verändernden Bedingungen nicht möglich. 2. Es soll auf jeden Fall anders werden - nur sieht man im Augenblick dafür noch keine Möglichkeit. Dann wird die Lösung als Provisorium tituliert, um möglichst wenig festzuschreiben. 3. Aus zeitlichen Gründen konnte eine als dauerhaft angestrebte Lösung nicht zu Ende gedacht werden, also behilft man sich vorläufig. Was man im "Management of change","rollende Planung" nennt.

New Game: Wandel meistern

Mit Eintritt in die nachindustrielle Phase hat das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Industrie eine grundlegende Änderung erfahren. Überkapazitäten, Umweltbewusstsein, Globalisierung, Anspruchs- und Umverteilungsgesellschaft sind Stichworte dazu. Ein "New Game" (Brendl, 1989) ist entstanden. Dieses zeigt immer mehr auf, "dass es gar nicht die veränderten Bedingungen sind, die uns die eigentlichen Schwierigkeiten bereiten. Der Ausschlag für Fehlhandlungen unter veränderten Bedingungen gaben vielmehr überholte Gewohnheiten, innere Widerstände, sich anzupassen, überforderte Verhaltensklischees zur Vereinfachung von Entscheidungen bei Mitarbeitern wie bei uns selbst.Um das New Game in den Griff zu bekommen, muss sich unser Verstand zur Vernunft gebracht werden. Das oberste Gebot muss lauten: Die eine von der anderen Situation unterscheiden, also sensibler und treffsicherer werden in der Wahrnehmung von New-Game-Situationen. Wir unterscheiden nach Brendl (1989,S.20) folgende 3 grundlegenden Situations-Kategorien: Routine - Veränderung beziehungsweise  Wandel und Turbulenz

3 grundlegenden Situations-Kategorien:

Routine:

Routine-Situationen lassen sich nach "Wenn-Dann-Mustern" ausregeln. Die "Wenn"-Auslösung ist vordergründig. Abweichungen im Hintergrund gleicher Symptome werden nicht erkannt. Routine vertraut auf lineare Wirkung, ist einfach strukturiert, verführt zu vorschnellen Urteilen. Was sie so attraktiv macht, ist die entlastende und energiesparende Wirkung für den Benutzer. Innerhalb des Geltungsbereiches der Routine kann man sich gar nicht irren. Deshalb verbinden sich Routine Gefühle von Sicherheit und Könnerschaft.

Veränderungen:

Veränderungs-Situationen zeichnen sich demgegenüber durch Ungewissheit aus, sie sind komplex, dynamisch und stressig. Aufgabe "ganzheitlichen Vorgehens" (vgl.Gomez/Probst,1995; Daenzer/Huber,1992; Schmidt,1989; Brendl,1989;Ulrich/Probst,1988) ist es, die Komplexität durchschaubar, die Dynamik handbar und die Emotionen veränderungswillig zu machen. Ein Unternehmen im Wandel wirkt auf den Insider "chaotisch" (Müri,1989: Chaos-Management), von aussen hingegen determiniert. Das deutet an, dass sich Komplexität durch einen Ebenen-Wechsel in der Betrachtung ordnen lässt. In diesem Sinne ist das New Game "halb-chaoitisch". 

Chaotische Veränderungen:

Chaotische Veränderungen besitzen nach Brendl (1989,S.20) einige bemerkenswerte Eigenschaften:

  • Sie lassen sich nicht von der Kenntnis ihrer Teile her verstehen.
  • Ihre Beschreibung ist vornehmlich qualitativer Natur (Richtung, Intensität u.ä.).
  • Sie folgen nicht Gesetzen, sondern Prinzipien.
  • Ihre Ergebnisse werden von der Alternativ-Wahl während des Weges wesentlich mitbestimmt. Deshalb würde eine Ziel-Beharrung Alternativ-Raum verschenken.
  • Chaos bietet die Möglichkeit, mit kleinsten Impulsen völlig neue makroskopische Lösungen zu bewirken. Dies nutzen Evolution und Kreativität (vgl.Jantsch,1986)

Turbulenz:

Wandel meistern heisst nach Brendl Chaos meistern. Der dritte Situations-Typ, die Turbulenz, ist orientierungslos, ihre Eigen-Dynamik reisst das Gesetz des Handelns an sich, man kann nur noch kanalisieren und damit Negativ-Folgen eindämmen. Im Wirtschaftsleben entsteht Turbulenz überwiegend aus Emotionen, zum Beispiel solche hinter der öffentlichen Meinung. 

A-M-E-N:Strategie und T-E-A-M Stil der kreativen Führungsphilosophie
Das New Game verlangt einen neuen Führungsstil. Wie Peter Müri in seinem Buch "Chaos-Management - Die kreative Führungsphilosohie" (1989) anhand von 4 Management-Typologien aufzeigt, ist bei der Meisterung des Wandelns, die Fähigkeit verlangt, Ordnung aufzulösen, Chaos zuzulassen sowie nach erfolgter Neuschöpfung die Ordnung wiederherzustellen. Die ideale Führungsform des Kreativ(itäts-) Managements versucht beide Führungs-Aspekte Chaos (Divergenz: Kunst als Stereotyp) und Ordnung (Konvergenz: Wissenschaft als Stereotyp), miteinander zu verbinden. Sind Sie ein Chaos-Manager oder Ordnungs-Manager? Welcher Führungs-Stil praktizieren Sie? Im Buch von Peter Müri (1989) finden Sie einen Test zur Selbstprüfung (S.121ff.). Diesem innovativen Führungs-Modell liegt die folgende "Strategie-Struktur" zugrunde, welche über die Stufen A-M-E-N zu einem kreativen Produkt und der Ausbildung der Innovationsfähigkeit (Kreativität)  führt. Das Wesensmerkmal dieses Weges wird mit der oben behandelten Abkürzung T-E-A-M charakterisiert.
Management-Strategie Führungs-Stil ( + ) Führungs-Stil ( - )
N: Kreativ(itäts)-Management T = Schöpferisches Führen T = Führen durch Steuer-Lockerung
E: Chaos-Management E = Führen mit Kultur E = Führen mit Wildwuchs
M: Ordnungs-Management A = Führen mit Management-System A = Führen mit Bürokratie
A: Management-Abstinenz M = Situatives Führen M = Launisches Führen

Der Stil des Kreativ-Manager kann wie Peter Müri dazu auf der Seite 127f. ausführt, nicht geradlinig erworben werden. Wie die wahre Freiheit (nicht Chaos = Zwang) nur über die Opposition (Gegenabhängigkeit, siehe Pubertät in der Ablösung von Eltern) gewonnen wird, muss der Kreativ-Manager (N) den Umweg über das Chaos-Management (E) wählen. Auf diese Weise wird ein Ordnungs-Manager durch die Erfahrung als Chaos-Manager langsam zum Kreativ-Manager heranwachsen. Dieser Entwicklungsgang wird mit den Buchstaben A-M-E-N kenntlich gemacht und die bereits behandelte Abkürzung "T-E-A-M" aus der Definition des Kreativ-Stils: Der Kreativ-Manager integriert Chaos (Kultur) und Ordnung (Management), das heisst er lässt Chaos (Wildwuchs) in einem weit gesteckten Ordnungsrahmen (Bürokratie) zu. Dies verlangt, was im FIT-Leitbild von Richard Mil beschrieben wird.

FIT-Leitbild: Flexibilität - Innovation - Timining

Das folgende Leitbild stammt von Richard Mil (Fit for Business, io Managemement Zeitschrift Nr.11/1992,S.70-73 und bedeutet:

F = Flexibilität: 

Anpassungsfähigkeit als marktorientierte, ganzheitliche und interdisziplinäre Einstellung, um Veränderungen zu erkennen, zu akzeptieren und die erforderlichen Massnahmen zu treffen. Zielorientierung, Risikobereitschaft, Entschlossenheit und Mut sind Voraussetzungen dafür.

I = Innovation:

Darunter wird nicht nur ein ständiger Zwang zur Erbringung und/oder verbesserter Leistungen (auf dem Markt) verstanden, sondern auch der Einsatz von verfeinerten (technologischen) Methoden.

T = Timing:

Dieser Begriff drückt den Willen aus, die Zeit als unternehmersicher Faktor anzuerkennen. Bedingt durch die zunehmenden und sich in kürzeren Folgen ablösenden Veränderungen wird "zeitgerechtes" Handeln zu einer ausschlaggebenden Grösse, welche in Zukunft über Erfolg oder Misserfolg (eines Unternehmens) entscheidet.

 

Management Art > Strategie > Struktur < Kultur > Unternhmung-Führung-Kunst 

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