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Culture Art Paradigma
- Was ist ein Paradigma?
Eine
Art Supertheorie - Metatheorie 5-L
als Theorie-Rahmenkonzept
- Was ist eine Leitidee - Vision?
- Kultur als Ideal
- Kultur-Welt als Ideal-Zustand
- Weg der Mitte als Sinn-Modell
- Ko-Evolution als Vision
- Was ist ein Leitbild -
Mission?
- Sinn finden - der Weg einer
Mission
- Sinn bilden - das Ziel einer
Mission
- Sinn stiften - die Aufgabe von
Beispielen und Vorbildern
- Kontext - der Leitbegriff der
Moderne
A: Alles eine Frage des
Kontextes M: Der Marketing-Kontext der Ko-Evolution E:
Internet, der Kontext-Manager der Netzwerk-Gesellschaft N:
Interfusion und Clienting/CRM
ersetzt Marketing AMEN: Mind-Ware (SQ) schlägt
Hard- (IQ) und Soft-Ware (EQ)
- Kontext-Begriff - das zu nutzende
Sinnergie-Potential
A: Unterscheidung zwischen Inhalt
und Kontext M: Kontext-Management braucht eine besondere
Form von Sprache E: Der energetische Charaker von
Begriffen N: Der Idee-Bild Kontext AMEN:
Motive als gemeinsamer Nenner
- Begriffs-Kontext, das zu erhellende
Nutzen-Potential
A:
Begriffe
das Denk-Werkzeug des Mind M: Der Begriff ... E:
Das Kontext-Tetraeder: Wort - Gegenstand -
Vorstellung - Begriff N: Was der Begriff zum
Gegenstand hat AMEN: Worauf es bei der
Begriffs-Bildung ankommt
- Was erkannt und begriffen sein
will
Vom Begriff zur Tätigkeit?
- Von der Tätigkeit
zum Begriff!
- Die vier Stufen praktischen Lernens als
Kontext-Modell
Aufnehmen,
Wahrnehmen, inneres Aneignen als Kontext-Bildner Individualisierung
als Begriffs-Basis und Bildungs-Kontext
- Frage - Antwort als Kontext-Leitlinie
A: Wir stellen uns Fragen B: Die Funktion der
Frage-Antwort C: Die Antwort
...
- 4-W Fragen
als Gestalter des Kontext-Management/Führung-Handeln
1-W:
Wozu? 2-W: Warum?
3-W: Was? 4-W: Wie?
als Leitfragen
- Quellenhinweise und weiterführende
Literatur
1. Was
ist ein Paradigma?
Unter
einem "Paradigma"
verstehen wir ein
mentales
Modell - gleichsam eine Brille, durch die
wir die Welt sehen oder sehen wollen. Paradigmen
wie das Culture Art Paradigma beschreibt die
Art und Weise, wie das was uns umgibt [UmWelt]
und in uns
vorliegt [InWelt],
wahrgenommen,
verstanden und
erklärt werden
kann.
Paradigmen wirken
in der Form wie geistige Landkarten, die wir im Kopf
haben. Sie bezeichnen individuelle
bzw. kollektive Sichtweisen [Weltbilder]
von unserer (eigenen) Realität,
innerhalb derer wir uns bewegen. Nach
Thomas Kuhn,
welcher den Begriff
"Paradigma"
in seiner Studie
"Die
Struktur
wissenschaftlicher
Revolution
(1973) prägte,
bezieht sich ein
Paradigma für
eine
Gesellschaft auf
die grundlegende
Art der
Wahrnehmung, des
Denkens, Wertens
und Tuns,
verbunden mit
einer bestimmten
Sichtweise der
Wirklichkeit.
Eine
Art Supertheorie
- Metatheorie
Ein
Paradigma ist wie das Wasser für einen Fisch, in dem er zwar schwimmt, aber das
er nur schwer erkennen und beschreiben kann. "Das ist ja nur die Spitze des
Eisbergs ..." - lautet eine gängige Redewendung. Sie besagt, dass das was
soeben in "Erscheinung" getreten ist, noch nicht das ganze Ausmass eines
"Phänomens"
sein kann. So wie ein Eisberg erst unterhalb des
Wasser-Spiegels in
seinem Gesamt-Umfang auszumachen ist, so verhält es sich auch mit dem, was auf
dieser Webpage bekannt gegeben
wird. Das
vorliegende
Paradigma ist
dem dritten und
letzten Aspekt
der Führungs-Trilogie
"Strategie-Struktur-Kultur"
des "Unternehmens
Kunst"
gewidmet. Eine
Gesamt-Übersicht
aller drei
Kunsthaus
Culture Art
Paradigmen
und deren
Zusammenhang zur
Management-Philosophie
der Universität
St.Gallen
und dem Führungs-Ansatz
der Universität
Zürich
finden sie hier.
5-L
als Theorie-Rahemenkonzept Das
Culture Art
Paradigma
kennt 5
"L"
als Theorie-Rahmenkonzept:
1-L: Leitidee, 2-L:
Leitbild, 3-L:
Leitbegriff, 4-L:
Leitlinien,
5-L: Leitfragen.
Mittels diesem "Leit"-Rahmen
wird in einem
zweiten Schritt
der Kultur-Kontext
des
Unternehmens
Kunst wie folgt
in Szene gesetzt:1-L: Leitidee
(Vision:
Kultur-Dialog
West-Ost), 2-L: Leitbild
(Mission: Kunst
kultivieren),
3-L: Leitbegriff
(Position:
Kultur als
Rundum-Qualität
& KaiZen),
4-L: Leitlinien
(Komposition:
Forum für
Management und
Kultur), 5-L: Leitfragen
(Was heisst
Qualität? Was
Kundenzufriedenheit?
Wie und Womit
wird diese
erreicht?).
Ob Sie sich
zuerst mit dem
Erkenntnis-Hintergrund
des 5-L
Theorie-Rahmenkonzeptes
der Moderne beschäftigen
oder mit dessen
Anwendung, die
einzelnen Teile
sind miteinander
verlinkt, damit
Sie das
auswählen
können, was Sie
gerade
interessiert,
ohne den Gesamt-Zusammenhang
aus den Augen zu
verlieren. Als
zusätzliche
Orientierungshilfe
bieten wir Ihnen
am Ende jeder
Webpage mit den
beiden
"Black&White"
"Back"-Buttons eine
"Direktschaltung"
zur Inhalts-Übersicht
des Culture Art
Paradigmas in begrifflicher
["Black"]
wie bildlicher
["White"]
Form. Was so auf den
ersten Blick reichlich abstrakt tönt, wird mit jedem Link konkreter und
fassbarer.
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2.
Was
ist eine Leitidee - Vision?
| Eine
Leitidee bzw.
ein Sinn-Modell,
oder modern
ausgedrückt,
eine Vision, hat
den Zweck,
Kräfte
freizumachen und
zu mobilisieren
in Richtung
einer denkbaren
Situation, die
in der Zukunft
eintreten oder
herbeigeführt
werden könnte.
Daraus folgt,
dass regulative
Ideen letztlich
immer den
Charakter von
Idealen
besitzen.
Leitideen
beschreiben in
der Art
verstanden einen
anzustrebenden
Zustand; sie
sind kein Abbild
der
Wirklichkeit.
Sie sind
Orientierungshilfe,
keine Rezepte.
Ihre Forderungen
können nicht
verbindlicher
Auftrag sein in
erfüllbarer
Normen, wohl
aber im Sinne
richtungsgebender
Ziel-Vorstellungen. |
3. Kultur
als Ideal
| In
den Worten von
Johannes Rüegg
(1989) bedeutet
ursprünglich
das Wort Kultur
ungefähr das
Gleiche, was wir
unter
Kultivieren
verstehen: Die
Pflege eines
natürlichen
Prozesses (z.B.
einer Pflanze)
oder die Übung
und Vervollkommung
menschlicher
Fähigkeiten und
Fertigkeiten.
Später
bezeichnete
Kultur den
allgemeinen
Stand der
geistigen
Entwicklung
einer
Gesellschaft,
deren
Kulturleben im
Sinne alle
Künste, und
schlussendlich
die ethische,
ästhetische und
technische
Qualität der
ganzen
Lebensweise -
und dies in
geistiger wie
auch materieller
Hinsicht. |
4. Kultur-Welt als Ideal-Zustand
| Das
Wort Kultur
rekonstruiert die
äusserst
vielfältige,
unabdingbare
Phänomenologie
der menschlichen
Kultur-Welt,
d.h. unserer
mitgestalteten
und jenen der mitzugestaltenden
In- und
Um-Welt. Oder in
der Worten von
Max Scheler:
"Der
Inbegriff der
von ihm (dem
Menschen) ins
Lebensdienliche
umgearbeiteten
Natur heisst
Kultur, und die
Kultur-Welt ist
die menschliche
Welt." |
5. Weg der Mitte als Sinn-Modell
| Im
Zusammenhang mit
den nachfolgnden
Darstellungen
wird Kultur als
ein sozial-politischer Prozess
angesehen, der zwischen:
"Links"
und "Rechts"
in zirkulärer
Weise vom
geistig
Vorfindlichem zum
materiell
Vorfindlichem
führt und
umgekehrt (Ulrich,1984,S.343).
Der vielzitierte
gesellschaftliche
Wandel vollzieht
sich auf diesen beiden
Ebenen,
dazwischen liegt
der emotionale
Bereich. So
Hans Ulrich,
verändern sich
sowohl die Werte
und
Einstellungen,
das Wissen der
Menschen
wie auch - über
das menschliche
Handeln - die
materielle Welt
selbst, die wir
erfahren und
beurteilen und
die uns zu neuen
Werten und neuem
Wissen führt.
Es ist
hoffnungslos,
das eine als
Ursache und das
andere als
Wirkung
aufzufassen; wie
bei "Yin"
und
"Yang",
bedingt das eine
das andere,
beide sind
voneinander
abhängig und
stehen
gewissermassen
in einer
ständigen
Auseinandersetzung
miteinander.
Positiv bzw.
aufbauend und
erhaltend ist
nur das
ausgewogene
Gleichgewicht
der Polaritäten
(chinesisch
Tao", der
goldene
Mittelweg oder
die Balance
zwischen den
Extremen, so
dass das Symbol
der Waage in der
Tat am besten
diese
universelle
Gesetzmässigkeit
veranschaulicht,
Endres,1988,S.38ff.) |
6. Ko-Evolution als Vision
| Der
Weg der Mitte setzt allerdings
die Bereitschaft
voraus, sich
nicht einfach
trotzig
gegenüber
anderen
behaupten zu
wollen, sondern
eine
Ko-Evolution
anzustreben,
d.h. nach Jürg
Willi (1989) die
Entwicklung des
Selbst im Rahmen
der gemeinsamen
und
gleichzeitigen
Entwicklung
anderer Menschen
und
übergreifender
Prozesse.
Darunter
versteht er eine
Selbstverwirklichung
die sich nicht
zum Ziele setzt,
die Entwicklung
der
individuellen
Persönlichkeit
von derjenigen
der Bezugsperson
bzw.
Bezugsgruppe zu
unterscheiden.
Was von einem
Gestalt annimmt,
kann man so
verstanden,
nicht sich
allein
anrechnen, weil
es immer nur
Teil von
Prozessen ist,
zu denen andere
Menschen
mitwirken und
mitgewirkt
haben. Eine so
verstandene
Selbstverwirklichung
findet ihr Mass
nicht in sich
selbst, sondern
an ihren
Wirkungen.
Hierbei gilt es
beim
unternehmerischen
Handeln
folgenden
Ursache-Wirkungs-Zusammenhang
zu bedenken,
welcher bei
Nichtberücksichtigung
zu den
vorangestellten
Fragen und
Problemen in
der Tabelle führt.
Symptom: Die Ursache
des Problems ist
nicht erkannt,
ist nicht greif-
und begreifbar,
bzw. sie zeigt
nicht die
erwartetete
(erhoffte)
Wirkung. Weiterführende
Hinweise zum 4-W Management-Kontext
und dessen
Beziehung zum
Führungs-Handeln
finden Sie hier.
| 4-W
Fragen |
4-Problem-Ebenen |
4-Ursachen |
8-Wirkungs-Potentiale |
| Wozu? |
Begründungsebene |
Form-Ursache |
Grundlagen
+
Beziehungen |
| Warum? |
Sinnebene |
Zweck-
und
Ziel-Ursache |
Zweckbestimmung
+
Ziel |
| Was? |
Funktionale
Ebene |
Antrieb-/
Bewegungs-Ursache |
Massnahmen
+
Wege |
| Wie? |
Instrumentale
+
materielle
Ebene |
Stoff-
und
Material-Ursache |
Ressourcen
+
Mittel |
|
7. Was ist ein
Leitbild - eine Mission?
| Unter
dem Wort
Leitbild
(Mission)
verstehen wir
die
Sichtbarmachung
und
Dokumentierung
dessen, was
angestrebt und
bezweckt wird.
Es ist ein
realistisches
Idealbild, ein
Leitsystem (vgl.obige
Tabelle), an
dem sich alle
unternehmerischen
Tätigkeiten
orientieren
(sollten).
Folgende
Funktionen
werden in diesem
Zusammenhang
besonders als
erwähnenswert
erachtet (vgl.
Bleicher,1992):
Orientierungs-
und
Stabilisierungsfunktion,
(unternehmens-)
kulturelle
Transformationsfunktion,
wie Beitrag zur
Sinnfindung,
Verhaltensentwicklung,
Motivation und
Erleichterung
der
Koordignation.
Zu beachten sind
auch folgende von Ulrich
aufgestellten formalen
Anforderungen an
unternehmenspolitische
Leitbilder: 1.
Allgemeingültigkeit,
2.
Wesentlichkeit,
3. Langfristige
Gültigkeit, 4.
Vollständigkeit,
5. Wahrheit, 6.
Realisierbarkeit,
7. Konsistenz
und 8.
Klarheit. |
8. Sinn finden - Der Weg einer
Mission
| Die
funktionale
Angemessenheit
und formale
Perfektion von
Leitbildern muss
natürlich
seinerseits auf
einem
reflektierten
und immer
reflektierbaren
Sinn-Horizont
aufbauen, wenn
Leitbilder nicht
blosse Abbilder
schöner Worte
sein wollen.
Denn Leitbilder
sind nicht
automatisch
Sinn-Bilder,
weil Sinn nach
Viktor Frankl
(vgl.
Greipel,1988)
nicht gegeben
werden kann,
sondern gefunden
werden muss.
Sinn stellt sich
also ein und
kann nicht
unmittelbar
angestrebt
werden.
Leitbilder kommt
demnach vor
allem die
Aufgabe zu die
Sinnfindung
betroffener
Menschen zu
erleichtern,
d.h. deren
Wollen, Sinn zu
wollen und zu
finden, zu unterstützen. |
9. Sinn
bilden - das Ziel einer Mission
|
Die
Verwirklichung
von Sinn ist die
ursprüngliche
und primäre
Motivation des
Menschen
überhaupt. Nach
Viktor
Frankl ist der
Sinnbegriff mit
der Vorstellung
eines Menschen
verbunden,
welcher seiner selbst
bewusst und
selbstverantwortlich
auf der Suche
nach Sinn ist. Ein
Sinn-Bild kann
in diesem
Zusammenhang
nach Rüegg als
stimmige,
sinnvoll (er)lebbare
Konstruktion der
Wirklichkeit,
als vorfindliche
bzw.
anzubietendes
Sinn-Muster
(Kontext) oder
Sinn-Bezugssystem
(Kontext-Management)
begriffen
werden. Bevor
wir auf den
Culture Art
Leitbegriff
"Kontext"
zu sprechen
kommen, wollen
wir den
Unterschied
zwischen "Sinn-Bild"
und
"Beispiel"
bzw. "Leitbild"
und dessen
Personifizierung
- dem
"Vorbild"
aufzeigen.
|
10. Sinn stiften -
die Aufgabe von Beispielen und Vorbildern
Beispiele
üerzeugen und
reissen hin ...
Beispiel, das lateinische Wort dafür ist "exemplum",
und dieses bedeutet in den Worten von Werner Kasser ursprünglich das, was aus
der Reihe von Sachen oder Möglichkeiten herausgenommen ist und dadurch
auffällt. Das so Hervorgehobene rückt aus der blossen Überlegung heraus und
wird anschaulich. Was man anschauen kann, wird auch deutlicher als wenn nur
darüber geredet wird. Darum gilt der alte lateinische Grundsatz: "Verba
docent, exempla
trahunt." Zu deutsch: Worte belehren, Beispiele überzeugen
und reissen hin. Dies führt vor Augen oder das innere Anschauungsvermögen, was
typisch ist, wie es in der griechischen Sprache heisst, worauf es ankommt, was
erkannt und begriffen werden soll.
Vorbilder
wirken wie
Botschafter ...
Während ein Beispiel aus zeitlicher und
örtlicher Ferne zur Orientierung hilft, entsteht ein Vorbild nur in zeitlicher
und persönlicher Nähe. Dabei geschieht die Wahl von Vorbilder nicht rein
zufällig. Sie erfolgt aus dem Streben nach Ergänzung, Klarheit über sich
selbst, nach dem festen Standort, von dem aus in das Chaotische der blossen
Triebhaftigkeit und Zufälligkeit der Entscheidungen Ordnung einzieht. Diese
Ordnung geschieht vom Gewissen, dem Leitbild oder Lebensideal her. Und bis das
eigene Leitbild in der Seele aufgerichtet ist, amtet das Vorbild als Botschafter
einer Ordnung von aussen her. Dabei werden diese Botschafter von Zeit zu Zeit
abberufen und ersetzt, was entwicklungsbedingt und vom "Reifegrad" (Hinterhuber
in:
Greipel,1988)
der Person in
einer bestimmten
Sache abhängt.
|
11. Kontext - der Leitbegriff
der Moderne
|
A: Alles eine Frage
des Kontextes |
| Der Kontext formt
Verhalten, er verändert Verhalten. Wenn man
z.B. im Marketing den Kontext der Macht im Kopf
hat, dann muss man natürlich Ziele haben, also
auch Zielgruppen. Dann muss man auf irgend
jemanden kommunikativ zielen, so als müsse man
schiessen. Dann sind die Zielgruppen wichtig,
weil man sonst nicht handeln kann. Das ist der
klassische Kontext des Marketings und der hängt
(auch) mit dem Selbst-Bild seiner Macher zusammen.
Wenn diese sich als überlegene Manipulierer des
Markt-Geschehens ansehen, wenn sie sich als
Agierende sehen, dann müssen sie sich einseitig
aktiv verhalten, und dann benötigt man für
dieses Wirklichkeits-Bild (Kontext) so etwas wie
eine passive Gruppe, auf die man zielen kann.
Denn wenn man dominieren will, muss man
Reagierende haben, die sich passiv verhalten. |
| M: Der
Marketing-Kontext der Ko-Evolution |
Aber man kann das
alles auch ganz anders sehen, wie Gerd Gerken in
seinem Buch "Geist - Das Geheimnis
der neuen Führung" (1991,S.75-170). Zum Beispiel in dem Kontext "Alle
beeinflussen alle". Das ist der Kontext der (oben erwähnten) Ko-Evolution. Hier gibt es keine
passiven Zielgruppen mehr, sondern nur noch
"Aktivisten," die auf
unterschiedlichem Level zu unterschiedlichen
Zeitpunkten mit unterschiedlichen Inhalten
kommunizieren. Dann wird das gesamte Geschehen
der Meinungsbildung ein intensiv verflochtenes
Band von Aktion und Interaktion
|
|
E: Internet - der
Kontext-Manager der Netzwerk-Gesellschaft |
Hat man diesen Kontext
der vernetzten Multi-Aktion im Kopf, dann kann
man Abschied nehmen von dem Bedürfnis, immer
neue Zielgruppen vor sich haben zu müssen. Dann
braucht man nicht mehr die Unterteilung zwischen
Jäger und Gejagter oder Sender und Empfänger.
Dann ist man nämlich in der Lage die
Fragmentierung der Gesellschaft und die
zunehmende Auflösung einer starren, formierten
Gesellschaft zugunsten einer
"Netzwerk-Gesellschaft" voll zu
akzeptieren und "Abschied zu nehmen vom
Verkaufen" (Geffroy,1997) und durch "Clienting"
(Geffroy,1994) bzw. Customer Relationship
Management (Rapp, 2000) zu ersetzen.
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N: Interfusion und
Clienting/CRM ersetzt Marketing |
Es gilt Abschied zu
nehmen vom Marketing (Gerken,1990) der linearen
Ziel-Optimierung (altes Management-Denken) und
sich hinzubewegen zur fliessenden
Beziehungs-Pflege (Interfusion/ Clienting/CRM),
wo die Qualität von Beziehungen im Zentrum der
Unternehmenstätigkeit stehen. Erwünschte
Beziehungen bewahrt und unerwünschte vermeidet
werden. Aus "optimal" wird "brauchtbar",
das Taugliche ersetzt das Optimale und
Profitable. Denn wenn alles in permanenter
Veränderung begriffen ist, dann ist die
Stabilität von Beziehungen das einzige, was
wichtig ist, was zählt.
|
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AMEN: Mind-Ware (SQ) schlägt Hard- (IQ) und Soft-Ware
(EQ) |
Das Bewusstsein der
Manager ist der "zentrale Ordner" (Denk-Instanz) für das Management von Kontexten. Die
Aufgabe heisst nicht rational
Info-Qualifizierung, sondern persönliche
Bewusstseins-Qualifizierung. Stichwort: Total
Quality Mind. Die Führungskräfte stehen, wie
Probst (1981) schreibt, "gewissermassen an der
Nahtstelle zwischen dem substantiellen
(materiellen) und dem symbolischen (geistigen)
Handlungs- und Verhaltensfeld". Sie sind
also Erfinder (Creator-Innovator) und Macher (Concluder-Producer)
zugleich. Ihnen obliegt es bewusst-zu-machen, was
anderen noch nicht bewusst ist. Sie müssen
"Leader der Bewusstseins
werden".
Gefordert -
Kontext-Intelligenz, die Intelligenz der dritten
Art
Was zur
Information wird, hängt stark ab von der
Struktur der Werte und Emotionen. Der Computer
kann das emotionale Problem der
Informations-Verarbeitung nicht lösen. Der
Computer versagt gerade da, wo die Probleme
liegen. Wie lauter der Ausweg? Gerken bezeichnet
ihn als "Kontext-Intelligenz".
Top-Manager, Eliten und Entscheidungs-Personen
kommen nach ihm nicht umhin, sich FIT (Flexibilität,
Innovationsfähigkeit/Kreativität und Timing) zu machen für eine
neue Aufgabe, eine neue Intelligenz, die er
Kontext-Intelligenz nennt. In seinem 1985
erschienen Buch "Beyond IQ" beschreibt
Sternberg, dass unser Verhalten von drei
Intelligenz-Arten gesteuert wird:
1.
der kompotentialen (Hard-Ware: IQ),
2.
der experimentellen (Soft-Ware: EQ)
und
3.
der kontextualen Intelligenz (Mind-Ware: SQ).
Wie die
moderne Gehirn-Forschung festgestellt hat,
ist die "Rationalität" nicht nur eine
Funktion der linken Gehirnhälfte, sondern die
"linke Rationalität" (IQ) kann
nur dann optimiert werden, wenn auch die
unbewussten kognitiven Aktivitäten der rechten
Gehirn-Hemisphäre (EQ) qualifiziert
werden, weil die rechte Gehirnhälfte die
analytische Informations-Verarbeitung der linken
Hemisphäre vorsteuert. In der rechten Gehirn-Hemsphäre sitzt, wenn man so will, der
Vor-Denker des IQ-Denkens.
Für das
Kontext-Management bedeutet dies, dass besonders
diese von Goleman als "EQ"
(ErfolgsQuotient,1999)
bezeichnete rechte Intelligenz-Bereiche wichtig
sind, die mehr leisten als die übliche
rationale Intelligenz (IQ). Dazu gehört
zum Beispiel die Fähigkeit der "emotionalen
Intelligenz"
(Goleman, 1996), zur kreativen Sicht von neune
Dingen (Einsichts- oder
experimentelle Intelligenz) und die Fähigkeit,
sich den unterschiedlichen Situationen jeweils
adäquat anpassen oder entziehen zu
können. Der "Sinn" bzw. das
"Spirituelle" (SQ: Zohar
Marshall,2000) - Die Intelligenz der dritten
Art, ermöglicht grössere
Zusammenhänge zu erkennen und transformativ
komplexe Vorgänge zu einer "geistigen
Einheit" zu integrieren (Kontext).
|
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12. Kontext-Begriff - das zu
nutzendes Sinnergie-Potential
|
Ein Kontext stellt ein inhaltlicher Gedanken-
und Sinn-Zusammenhang dar, in dem eine Äusserung steht, bzw. ein Sach- und
Situations-Zusammenhang, aus dem heraus dieser zu verstehen ist. Dieser
Kontext wird hergestellt mittels sogenannter "Key-Words" (Leit-Begriffe)
wie "IQ-EQ" oder "Clienting" und "CRM", welche die in einer
Leitidee steckenden Energien bündelt und dafür sorgt, dass sie Tages-Gespräch
wird. Aus schönfärberischen Leitbildern und idealistischem Wollen (Mission)
wird mittels solcher Leitbegriffe eine konkrete Handlungs-Wirklichkeit, wird aus
einer "blassen" Idee eine Idee, "deren Zeit jetzt gekommen
ist". Das Instrument hierfür heisst "KonTEXT-" bzw. "Design"-Management. Der
sinnergetischen Nutzung von "Text"-
und "Bild"- Gestaltung,
Corporate Wording
(Förster,1994) und Corporate Design.
A: Unterscheidung zwischen Inhalt und Kontext
Die Unterscheideung zwischen
"Inhalt" und "Kontext" führt uns zur Unterscheidung zwischen
"Effektivität" und "Effizienz". In
den Worten von Davis: "Manager sollen Kontext managen. Manager, die den Inhalt
managen, können nur die Effizienz der Organisation verbessern; sie können sie
nie effektiver machen." Man kann also zwischen "Effektivität" einerseits und
"Effizienz" andererseits sehr deutlich und sehr klar unterscheiden:
"Effektivität"
kann man nach Benis/Nanus (1985) als das Tun der richtigen Dinge sehen
(Strategie: Leadership). Und
Effizienz ist es, die Dinge richtig zu tun (Operation: Management). Effizienz
heisst immer, das zu Machende besser machen. Es ist ein Optimierungs- und
Zielerfüllungs-Prozess im Sinne der hier behandelnten
KaiZen-Philosophie.Hierbei definiert der KonTEXT die Welt, die man will. In
Anlehnung an Gerken ergibt sich daraus folgende Formel:
| Effektivität durch Kontext |
Was ist zu tun? |
Mentalismus |
Mind als Leitbegriff |
| Effizienz durch Optimierung |
Wie ist es zu tun |
Rationalismus |
Verstand als Leitbegriff |
Kontext-Arbeit ist immer die Ziehung einer
Grenze oder die Defintion eines Rahmens. Und alles, was innerhalb dieses
begrenzten Rahmens stattfindet, wird zum Inhalt. Hierbei erfüllt eine Vision die
Funktion eines Fix-Stern des Wollens, der mittels Kontext-Management in ein
Leitbild und Mission-Statement übergeführt wird, welche in der Lage sind, die
unsichtbare Zukunft einer Vision durch Kontexte in ein lebendiges Heute
umzuformen. Hierbei gilt es zu bedenken, dass Führung kein
automatisierbarer Vollzug, sondern personales Gestalten ist. Aus dem Grunde
können nur diejenigen Visionen und Leitbilder (Führungsmodelle, Richtlinien
etc.) erfolgreich in die Tat umgesetzt werden, die eine Person mit seiner
"Identität" (modernes Wort für "Ge-Sinn-ung" bzw.
"Ge-Wissen") vereinbaren kann (vgl. Lüscher,1993).
| Denkhaltung |
Ansatz |
Vorgehen |
Verfahren |
Ziel |
| Wert-Rationalität |
Das Richtige |
intuititiv |
Strategie |
Effektivität |
| Zweck-Rationalität |
richtig |
analytisch |
Operation |
Effizienz |
Ob
"Zweck-Rationalität" ("richtig" - "Effizienz")
oder "Wert-Rationaltität" ("Das Richtige" -
"Effektivität"), die "Personalität"
("Aufrichtigkeit" und "Glaubwürdigkeit") entscheidet.
"Es" zählt und gibt den Ausschlag für oder gegen "Etwas",
was wir gemäss unseren Vorstellungen, Überzeugungen und Interessen als
angemessen, passend, beispielhaft
oder vorbildlich
erachten, einschätzen, wahr-nehmen und an-geben.
M: Kontext-Management braucht eine besondere
Form von Sprache
Die Sprachforschung zeigt, dass sich das
Schwergewicht unserer Sprache verändert, und zwar in Richtung
Konzeptualisierung durch Sprache. Das bedeutet für das Business:
Kontext-Management braucht eine besondere Form von Sprache. Die bisherigen Vorstellungen über einen "guten
Redner" tendierten dahin, dass derjenige gut sei, der möglichst plastisch
und emotional sprechenn kann.
Beim Kontext-Management muss die Sprache
aber eine
andere Zielrichtung haben. Sie muss eine "erweckende" Sprache sein.
Sie muss innere Prozesse auslösen, also mentale Prozesse der
Selbst-Überwindung. Das bedeutet nach Gerken: Die Kontext-Sprache ist in erster
Linie eine
Konzept-Sprache und keine Anschaulichkeits-Sprache. Sie scheint aus dem
Grunde auf den
ersten Blick reichlich abstrakt, weil es sich um das Erfinden von
Bewusstsein handelt. Und solange man dieses Bewusstsein nicht hat, klingt alles
wie "graue" Theorie.
E: Der energetische Charakter von Begriffen
Begriffe führen uns zu
bestimmten wahrgenommenen und erkannten Ideen. Sie erfassen Ideen nach dem Was sie sind, ohne einen Aussage über sie zu machen. Diese
leiten uns zu Bildern und lenken unsere Wahrnehmung auf Etwas "Wie" es
seinem Wesen nach ist: polar - gegensätzlich. Das Geheimnis des Begreifens liegt in der
Formulierung des Idee-Bild Kontextes in Worte und Zeichen.
N: Der Idee-Bild Kontext
Vom Begriff unterscheidet sich das Bild durch
seine Anschaulichkeit und mit der Idee hat es gemeinsam, dass es fähig ist charakteristische Züge eines Phänomens wirksam zur Geltung zu bringen, d.h.
Kräfte auf einen Punkt hin zu konzentrieren, körperliche, seelische,
sittliche, moralische wie geistige.
AMEN:
Motive als gemeinsame Basis
Begriffe wie Ideen und Bilder bewegen uns,
veranlassen uns zu Taten, prägen und bedingen unser Verhalten und Handeln. Sie
sind der Motor und Motivator unseres Handelns. Hinter ihnen steht eine bestimmte
(Arbeits-) Situation, welche je nach auszuführender Tätigkeit unterschieliche
Begriffe, Ideen und Bilder hervorbringt und benötigt. Die Änderung ihres Gebrauchs ist
situativ und entwicklungsbedingt und wird aus dem Umgang mit ihnen erkenntlich.
|
13. Begriffs-Kontext - das zu
erhellende Nutzen-Potential
|
Früher machten Kleider Leute, heute sind es
Begriffe. "Sag mir welche Begriffe du verwendest, und ich sage dir, wer du
bist." Deshalb gilt es die "richtigen Begriffe" (Leitbegriffe,
bzw. Schlüsselworte oder "Key-Words") zu nutzen -
je nach Thema und Problemstellung. Will der Benützer eine Entwicklung präzis
beschreiben oder eine unangenehme Tatsache rhethorisch verwenden? Für beide
Situationen existieren Begriffe. Oft genügen die offiziellen Definitionen
nicht, denn oft hat sich durch den täglichen Gebrauch eine völlig andere
Bedeutung ergeben.
A: Begriffe - das Denkwerkzeug des Minds
Wie man beim handwerklichen Arbeiten je nach
der Art der Tätigkeit bestimmte Werkzeuge braucht, so braucht man auch bei
einer bestimmten Art des Denkens spezifische, geeignete Hilfs-Mittel in Form von
Begriffen, die den verwendeten Ausdrücken bestimmte Inhalte zuordnen.
M:
Der Begriff ...
Darunter versteht man nach
Wolfgang Schneider (1986) generell viererlei: 1. Irreführendes Synonym für Wort.
2. Das Wort als Gegenstand des Denkens. 3. Bei Jaspers: der Mittler zwischen
Wort und Sache. Es zeigt sich, dass der Begriff immer mitspricht, dass Worte nur
vermöge eines in ihnen mitgetroffenen Begriffe einen Sinn gewinnen. 4. Ein Wort
für eine Abstraktion. In den Worten Lorenzen (1985): Begriffe sind
keine "Konkreta" sondern "Abstrakta".
E:
Das Kontext-Tetraeder: Wort (K) -
Gegenstand (K) - Vorstellung (K) - Begriff (A)
Hinter Begriffen sind letztlich immer bestimmte Denk-Vorstellungen
(Bilder, Zeichen, Symbole), mittels deren Hilfe wir die Wirklichkeit betrachten, gedanklich erfassen
und modellieren. Bedeuten tut dies nach der Begriffstheorie Lorenzens (1985) dreierlei. Erstens, dass
Begriffe (A) Worte (K) als Gegenstand (K)
des Denkens haben. Zweitens, dass mit der "Begriff-Bildung" immer
Vorstellungen (K) verbunden sind, mit denen wir die von uns wahrgenommene
Wirklichkeit rekonstruieren, thematisieren und darüber reflektieren. Drittens,
dass Beispiele erklären, was erkannt
und begriffen sein will.
N: Was hat der Begriff zum Gegenstand?
Die Begriffsbildung geschah in der Frühzeit
der Sprache und geschieht bei Kindern zunächst durch Personifizierung, später durch Abstraktion, Hypostasierung
(Verdinglichung, Vergegenständlichung, Konkretisierung) und Klassifizierung . Das Wort Personsifizierung lässt sich dabei nach Schneider
(1986) wie folgt erklären.
Es stellt die früheste Form der Begriffsbildung dar: Primitive Völker und
kleine Kinder stellen sich Götter und Kobolde als Seelen der Dinge oder als
Urheber von Abläufen und Zuständen vor, z.B. den Sturm als Odins wilde Jagd.
Viele scheinbar sachlichen Wörter sind mumifizierte Personen, so das
"Echo" eine griechische Nymphe. Hierbei gilt es zu bendenken:
AMEN: Worauf es bei
der
Begriffs-Bildung ankommt
Wenn "Etwas" einen direkten Bezug zu unseren
Sorgen und Zielen hat, wenn es uns als individuell
- zweckvoll: verwendbar, der eignen
Erfahrung entsprechend,
- wertvoll: für das eigene Leben
förderlich,
- allgemeinverbindlich: von vielen
anerkannt und
- lustvoll: Freude bereitend,
erscheint,
wird etwas am besten begriffen
...
|
14. was erkannt und begriffen
sein will
|
Ausgangslage
Das heutige pädagogische,
besonders das berufspädagogische Denken ist (immer noch) stark von den
Grund-Vorstellungen bestimmt, dass man zuerst bestimmte Fähigkeiten, ein
bestimmtes Wissen und Können erworben haben muss, um dann mit einiger Aussicht
auf Erfolg die entsprechende "Ernstsituationen", in denen dieses
Wissen und Können gebraucht wird, bestehen zu können, frei nach dem Motto:
"Zuerst Trockenschwimmen", bevor man ins "wirkliche Leben"
darf. Wie hierzu Brater/Büchele/Fucke/Herz (1988,S.185ff.) anhand von
Beispielen aufzeigen, kommen Handlungen und Arbeitsvollzüge aber nicht nur zustande,
wenn die dafür nötigen Fähigkeiten schon vorhanden sind, sondern es gilt auch
das Umgekehrte: Die in einer Handlung geforderten Fähigkeiten bilden sich in
deren Vollzug. Man macht mit einer Tätigkeit eine Erfahrung - entdeckt wo die
Schwierigkeiten stecken, verbindet Gefühle mit der Tätigkeit und es entsteht
ein persönlicher Bezug. Alles das, was, was im konkreten, realen Leben reicher
und weiter ist als jeder Begriff, wird so nicht einfach abgeschnitten, sondern
im Gegenteil: es wird als subjektiver Erfahrungs-Gehalt in diesen Begriff
eingebracht. Man erhält so, bewegliche Begriffe, welche die Realität nie ganz
vergessen, sondern stets von ihr korrigierbar bleiben (siehe Pörksen,1988:
Plastikwörter. Die Sprache einer internationalen Diktatur)
| Vom Begriff zur Tätigkeit
? |
| Im Lernen
vom Begriff zur Tätigkeit zu gehen, bedeutet nach Brater et.al (1988), an
vorgegebene Theorieschablonen gebunden zu sein, mit denen andere - Lehrer,
Wissenschaftler usw. - die eigene Wahrnehmung und Handlung vorstrukturieren; es
bedeutet ferner, nicht wirklich situationsbezogen handlungsfähig zu sein,
sondern unflexibel Realität immer wieder in die mitgebrachte Begriffsschablone
hineinpressen zu müssen. Es zeigt sich: Im Lernen vom Begriff zur Tätigkeit
geführt zu werden, behindert selbständige Erkenntniss-, Wahrnehmungs- und
Handlungsfähigkeit. |
| Von der Tätigkeit zum Begriff
! |
| Praktisches Lernen dagegen
enthält zumindest die Chance zur Autonomie, denn hier werden nicht fertige
Begriffe vorgesetzt, sondern der Prozess der Begriffsbildung und subjektiven
Begriffsaneignung wird selbst noch in den Lernprozess einbezogen. Der Begriff
stellt hier ein nachgeordneter
Bewusstseinsschritt dar, in dem man reale Erfahrung, reales Können festhält, und
nicht ein Erfahrungsschatz, der gegenüber der realen Erfahrungsmöglichkeit zum
Filter, zum selektiven Wahrnehmungsorgan wird. Neue Erfahrungen werden so
überhaupt erst möglich (und nicht durch starre Begriffe verstellt), damit
ebenso neue, veränderte Begriffe. Hier kommt es zuerst darauf an, eine Sache richtig
zu können - und sie dann in einem zweiten Schritt auch theoretisch-begriflich durchzuarbeiten. |
|
15. Die vier Stufen des praktischen Lernens als Kontext-Modell
|
Der praktische Lernprozess
beginnt mit dem Wahrnehmen und Aufnehmen der Probleme und Anforderungen einer
Handlungssituation und der eigenen Unfähigkeit, sie zu meistern. Der auf diese
Krisenerfahrung einsetzende Lernprozess beruht nun gerade nicht darauf, das
Problem zu analysieren und es "auf den Begriff" zu bringen, sondern
darauf, die geforderte problemlösende Handlung zu erproben und zu vollziehen.
Durch geduldiges Wiederholen einer Handlung meistert man sie allmählich immer
besser, bis sie selbstverständlicher neuer Besitz wird. Dies gelingt keineswegs
immer auf Anhieb, sondern es entstehen innere Widerstände und (vor allem wieder)
äussere Fehler ...
Aufnahmen - Wahrnehmen - innerlich Aneigen
als Kontext-Bildner
Auf die beiden Lernstufen, das
"Aufnehmen" und "Wahrnehmen" der Krise und das Erüben der neuen
Handlung - erfolgt eine dritte, die Brater et.al. innerliches Aneignen nennen. Das
Erlernte wird nun gedanklich durchdrungen, gegliedert und verstanden. Hier wird
seine Bedeutung, seine Bedingung, sein Zusammenhang mit früher Gelerntem oder
woanders Erfahrenem bewusst, es entwickelt sich so etwas wie ein persönliches
Verhältnis dazu, und es wird das Ganze in einen grösseren fachlichen,
betrieblichen oder sonstigen Zusammenhang gestellt. Strukturen werden erfasst.
Das Erübte wird Bestandteil der eigenen Geschichte und erst dadurch nicht nur
mechanisch eingeschliffen, sondern innerer Besitz. Vom Lernenden verlangt dies
vor allem die Beharrlichkeit der Rückschau und der gedanklichen Aufarbeitung
des Erfahrenen, die innere Offenheit und Rückhaltlosigkeit, wirklich auch alles
das bewusst aufzugreifen, was er in der Handlungs- und Übungsphase über sich
selbst erkennen kann.
Individualisierung als Begriffs-Basis
und Bildungs-Kontext
Die letzte Stufe dieses von
Brater et.al. beschriebene praktische Lernprozes wird "Individualisierung" genannt.
Es ist der Schritt zum selbständigen Umgang mit dem Gelernten. Das Gelernte
wird jetzt nicht nur innerlich angeeignet, sondern es wird persönlich
verfügbar. Der Lernende kann es nun auf entsprechende Situationen übertragen,
aus dem konkreten Entstehungszusammenhang herauslösen, er kann es auch
persönlich variieren, modfizieren. Der Lernende lernt, mit dem Angeeigneten
frei umzugehen, es nicht nur zu vollziehen, sondern auch bewusst und vor allem
souverän einzusetzen. Individualisierung heisst, der Lernende muss seinen eigenen Weg ausprobieren
können, er muss Entdeckungen machen, wie etwas zu tun oder zu lösen ist, er
muss sich durch neuartige Aufgaben durchbeissen zu individuellen Lösungen.
Gelingt dies erwächst daraus, was der Kreativitätsforscher Gottlieb Guntern
(1991) "Originalität" nennt und eines der vier Selektionskriterien
für die Unterscheidung nicht-kreativer und kreativer Produkte. Die anderen
sind: Funktionale Angemessenheit, Formale Perfektion und Wertschätzung.
|
16. Frage - Antwort als Kontext-Leitlinie
|
Wenn wir etwas zu schaffen versuchen, beginnen
wir damit, uns
Fragen zu stellen. Fragen nach dem, was neu zu gestalten ist und welche bis
dahin unbefriedigenden Zustände durch das neu zu Schaffende beseitigt werden
sollen. Wir fragen uns weiter, weshalb es nötig ist, mit einer solchen
Gestaltung sich zu befassen und wie das alles so im einzelnen auszusehen habe.
Kurz:
A: Wir stellen uns Fragen ....
Wir, die mit solchen Fragen etwas erkennen
wollen, begeben uns gedanklich auf die Suche. Wir stellen uns Fragen. Das heisst,
wir stellen uns dann auch Fragen, wenn wir uns keiner sprachlichen
Formulierungen, keiner Verbalisierung bewusst bedienen. Wir setzen damit einen
Frage-Antwort-Prozess in Gang, mit dessen Hilfe neue Einsichten, Erkenntnisse
gewonnen werden. Damit spiegeln Fragen sozusagen, die Informationslücken in uns
wider. Diese Lücken können sich sowohl auf tatsächliche, als auch gedachte
Ereignisse beziehen.
B: Die Funktion der Frage - Antwort
Die von uns gestellten Fragen symbolisieren zuerst
einmal Denkformen. Damit suchen wir nach Merkmalen eines Erkenntnisobjektes. Die Frage
stellt der suchende, die Antwort der behauptende
oder der findende Gedanke dar. In ablaufenden Denkprozess ist die
Funktion der Frage die Suche, die Funktion der Antwort die der Aussage. Die
gestellte Frage zielt somit auf eine Information bzw. Informationen und bedingt
diese damit in sich. Mit der Frage wird gleichsam versucht der Prozess der
Erkenntnis in Bahnen zu lenken. Denn in jeder Frage ist mindestens bereits ein
Erkenntnismerkmal des Gesuchten enthalten. Damit besteht eine enge Beziehung
zwischen der Frage und dem, nach dem gesucht werden soll.
C: Die
Antwort...
Mit Antworten bezeichnen wir jene Gedanken (im
allgemeinen wie Fragen in verbalisierter Form ausgedrückt), die in der Frage
festgelegten Merkmale eines Erkenntnisobjektes bestimmen. Die Gültigkeit der
Antwort wird besonnders durch ihre Eigenschaft bestimmt, die Wirklichkeit
widerzugeben. Die gültige Antwort drückt die Beziehung zwischen
einem gesuchten Merkmal und der Bestimmung dieses Merkmals aus. Es sind dienjenigen Antworten ungültig, welche das gesuchte Merkmal falsch
wiedergeben.
|
17. 4-W Fragen als
Kontext-Management Leitfragen
| W-Fragen |
Strategie |
Kontext |
Management |
Führung |
Handeln |
| Wozu? |
A: Begründung |
Grundlagen |
selektionieren |
Planungen |
dokumentieren |
| Warum? |
M: Sinn |
Ziele |
entwickeln |
Entscheidungen |
moderieren |
| Was? |
E: Funktion |
Massnahmen |
lenken |
Anordnungen |
präsentieren |
| Wie? |
N: Instrument |
Mittel |
gestalten |
Kontrollen |
visualisieren |
1-W: Wozu?
Geht die Frage
auf die Ursachen zu, dann ist Warum? richtig. In anderen Fällen, da die Frage
mehr auf die Wirkung zugeht, fragt man treffender mit Wozu? In anderer
Formulierung: Zu welchem Zweck? Zwischen
diesen beiden Fragen liegt das Weshalb? Bei strenger Auslegung richtet sie sich
nur auf Personen (Wessen halber). Sollten Sie sich nicht sicher sein, so bleiben
Sie beim Warum?, wenn Sie nach den Gründen und dem Wozu?, wenn Sie nach
Folgerungen (Grundlagen) fragen. Geht die Frage auf
die Verhaltens-Steuerung zu, dann sind Fragen mit Wo-Kombinationen richtig.
Womit? fragt nach den Mitteln, Wozu? nach dem Zweck, bzw. der Art und Wodurch?
nach der Methodik, dem zugrundeliegenden Träger eines Vorganges.
2-W: Warum?
Warum fragt nach dem Grund (Warum tun wir das,
d.h. aus welchem Grund tun wir das? Ist dies sinnvoll?). Das warum nach dem Grund fragt, ist es der
Frage: Wie kam es dazu? gleichzusetzen. Geht eine Frage auf den Grund aus, ist
aber Warum? auf jeden Fall zu bevorzugen.
3-W: Was?
Eine Situations-Analyse umfasst schwergewichtig
die Analyse der Funktionen des IST (Was?) und davon ausgehend die Beurteilung
der heutigen Hilfs-Mittel bzw. Instrumente (Wie, Womit?). Im Hintergrund und
über allem befindet sich die Sinn- bzw. Begründungs-Ebene (Warum?).
4-W: Wie?
Das Wie? richtet sich auf Ursachen, auf Folgen
und Ablauf eines Geschehens. In Formulierungen lautet die Wie-Frage etwa so: Wie
ist es zu diesen Ereignissen gekommen (worin liegen die Gründe)? Wie ist die
ganze Handlung abgelaufen? Wie (in welcher Form, Art und Weise) wird sich das
Geschehen auswirken? Mit der Frage Wie? haben wir das beste Hilfsmittel für
Denkanstösse und Problemlösungen, welche vor allem die Suche nach
instrumentalen Lösungen (Wie, Womit?) für definierte Funktionen zum Inhalt
(Was?) hat.
|
18. Quellenhinweise und weiterführende Literatur
|
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1: Kunst
kultivieren aus
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> Leitbegriff > Leitlinien
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1995-2008 © kca. Letzte Änderung:
24.11.2008
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