|
Farben und Formen
sind wesensverwandt
und lassen sich eigenständig oder ergänzend verwenden. Unsere Farb- und
Formgewohnheiten bestimmen dabei die Bedeutung und Funktion,
wie visuelle Zeichen (Signete, Bilder und Symbole) wie
die des VSV Logos interpretiert, bewertet und gelesen werden. Die "Drei-Einheit" von
Denken, Fühlen und Wollen ist massgebend, da sie in jedem Menschen
allgegenwärtig ist. Sie sind die treibenden Kräfte beim schöpferischen Akt
künstlerischer Gestaltung und bei allem was Führungsverantwortliche in
Wirtschaft und Gesellschaft unternehmen oder unterlassen.
Wie wir alle feststellen können, nimmt das menschliche Bewusstsein den schöpferischen Vorgang erst
dann wahr (Farbe Grün),
wenn Wirkung erzielt wird, d.h. wenn Gedanken (Farbe Gelb) und Gefühle
(Farbe Blau) miteinander interagieren, was gewollt
(Farbe Rot) sein muss, da es sich um
zwei eigenständige psychische Systeme handelt. Anhand den 4 Haupt-Farben
und
4
Grund-Formen abstrakter und konkreter Kunst: Rot (Kreis), Blau (Kreuz), Gelb (Dreieck), Grün (Quadrat), soll das enge Wechselspiel
zwischen den "4 menschlichen Grundkräften":
Wollen, Fühlen, Denken und Wahrnehmung" und den "4-Elementen der menschlichen Natur": Feuer, Wasser, Luft und
Erde, aufgezeigt werden.
Zeichnen wir einen Kreis, so umfassen wir
das in ihm Enthaltene, das wir mit der Farbe Rot symbolisieren und als Kraftfeld des Willens (Feuer-Element)
bezeichnen. Zeichnen
wir ein Kreuz, so erleben wir Gegensätze, Spannungen, die wir durch
dieses Zeichen zusammenbringen wollen, denen wir standzuhalten suchen. Diese
Spannungen symbolisieren wir mit der Farbe Blau
und bezeichnen sie als Kraftfeld der Gefühle (Wasser-Element). Zeichen wir ein Dreieck, geraten wir selber in das Spannungsfeld
zwischen den Polen. Dieses Spannungsfeld symbolisieren wir mit der Farbe Gelb und bezeichnen sie als Kraftfeld des Denkens
(Luft-Element), das sowohl die Fähigkeit besitzt abstrakt
(Farben) als auch
konkret (Formen bzw. Zahlen) aufzutreten, dargestellt mittels zweier
entgegengesetzter Dreiecke.
Jeder (Zahlen-) Wert und jede Funktion,
die dieser Wert in unserem Leben spielt, wird erkenntlich, wenn wir ihn
einrahmen, quadratisch eingrenzen und umgrenzen (Farbe Grün). Eine
4-Feldereinteilung im Sinne des "Culture Art Signetes"
erlaubt das in Beziehung setzen von
unterschiedlichen Positionen, symbolisiert in den "4-Grundfarben". Im Vordergrunde dieser
strategischen Positionierung ist das Erlernen zu Unterscheiden zwischen einem persönlichen
Bewerten, einem objektiven Beurteilen und einem funktionalen Verstehen von
Zusammenhängen und Synergiepotentialen.
| Formen |
Bedeutung |
Zahlen |
Qualitäten |
| Kreis |
Umfangen-Sein |
Eins (1)
|
Ur-Sprung, Yang -
Das Schöpferische |
| Kreuz |
Ausgespannt-Sein |
Zwei (2) |
Ur-Teil, Yin - Das
Empfangende |
| Dreieck |
Bezogen-Sein |
Drei
(3) |
Ur-Sache,
vereint die Eigenschaften von 1 + 2 |
| Quadrat |
Umgrenzt-Sein |
Vier (4) |
Ist Stabilität, quadratisches
Bewusstsein, Symbol von Gesetz, System und Ordnung |
| Achteck
|
Bewusst-Werdung
|
Acht (8)
|
Ist die Erlösung
der Polarität durch die Wirksamkeit der
immerwährenden Metamorphose (Wandlung). Symbol der
Zwei-Einheit von Yin und Yang, von Gehalt und Gestalt |
Das im Tao Art System erkennbare
Achteck,
das in sich die 4 Grund-Formen und vereint, ist das Zeichen der Erlösung der Polarität durch die Wirksamkeit
immerwährender Metamorphose. Insgesamt symbolisiert die 8 jeden harmonischen,
ausgeglichenen bzw. von polaren Gegensätzen befreiten Zustand: jede Art von
Kunst und musischer Betätigung, das Geniessen des Schönen und Beschwingten
überhaupt, ebenso wie die unbeschwerte Lebensfreude im allgemeinen und den Tanz
als deren unmittelbarer Ausdruck im besonderen.
| Farben |
Elementares
Symbol / Zahl |
Orientierung / Stilrichtung |
Bewusstsein /
Bewusstwerdung |
| Rot |
Feuer (1) |
substanzorientiert
- abstrakt / konkret |
Wollen / Gestalten |
| Blau |
Wasser (2) |
strukturorientiert
- konstruktiv/symbolisch |
Fühlen /
Lenken |
| Gelb |
Luft (3) |
wirkungsorientiert - expressiv/idalistisch |
Denken / Entwickeln |
| Grün |
Erde (4) |
umgebungsorientiert
- impressiv/realistisch |
Wahrnehmen /
Selektionieren |
| Schwarz- Weiss |
Yin-Yang (8) |
harmonieorientiert -
gegen-&ungegenständlich |
Wahrnehmen /
Tun -Nicht-Tun |
Culture
Art - Die Kultur der Kunst
- Das Schlagwort System
- System-Methode und System-Betrachtung
- System-Gestaltung
- System-orientierte Kunst
- System-orientierter Kunstprozess
- Die Sprache der Natur
- Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
- Das Problem der Sinnerfassung
- Exkurs: Abstraktion
- System Art Modalitäten und Beispiele
- Tao Art Modalitäten und die Sinnfrage
- Quellen - Websites und weiterführende
Literatur
1. Das Schlagwort System
| Unter dem Schlagwort
System wird ein Ganzes gemeint, bestehend aus 4 Elementen, die konkret oder
abstrakt geartet sein können und untereinander diverse Beziehungen eingehen.
"Methode" wird hier in einem weiten Sinn gefasst: Es handelt sich
nämlich um die Art und Weise, Probleme anzugehen und Antworten zu finden, also
um Grundformen künstlerischer Argumentation, was wir meist mit dem Begriff
"Stil" in Verbindung bringen. Der gewählte Stil (Handschrift) ist
jeweils die Antwort einer Kunst schaffenden Person auf Fragen seiner In- und
Umwelt. |
2. System-Methode und System-Betrachtung
| In Anlehnung an die "Systems Engineering Methodik und
Praxis" (1992) der ETH Zürich werden bei der systemorientierten Kunst den
drei methodischen Ansätzen: 1. Elemente-, 2. Beziehungs- und 3.
Modell-Anstz,
drei Betrachtungsweisen unterschieden: 1. die umgebungs-, 2. die struktur- und
3. die wirkungs-orientierte Betrachtung. Impressionismus, Konstruktivismus,
Expressionismus heissen in der modernen Kunst die traditionellen Stilrichtungen
dazu. Hier nicht näher behandelt, entsprechen diesen drei
Betrachtungsweisen/Stilrichtungen nach dem damaligen Direktor der heutigen
Hochschule für Gestaltung und Kunst, Johannes Itten (1961, 1970) und Sandro
Bocola (1994) drei künstlerische Grundhaltungen: 1. die materiell-impressive
oder realistische Haltung, 2. die psychisch-konstruktive bzw. -destruktive oder
symbolistische Haltung und 3. die geistig-expressive oder idealistische Haltung. |
3. System-Gestaltung
| In der künstlerischen Praxis treten diese drei Grundhaltungen
nie isoliert auf, sondern gehen untereinander vielfältige Verbindungen ein;
dabei übernimmt jeweils eine dieser drei Haltungen der konstitutionellen und
temperamentalen Veranlagung des Kunstschaffenden entsprechend die führende
Rolle. Sie dominiert dann die jeweiligen Werke oder die Stilrichtung und
bestimmt deren Ausdruck und Charakter. Änderungen sind
entwicklungsbedingt. |
4. Systemorientierte Kunst
| In der system-orientierten Kunst, System-Art (Grünwald,1996), geht es darum, die
Sprache der Natur durch die Technik der
Kunst allgemein verständlich zu machen. Wobei die dazugehörige Fachsprache mit
dem Begriff "System" operiert und die ganzheitliche Erfassung des
Naturphänomens mittels Bildsprache bezweckt. |
5. Systemorientierter Kunstprozess
|
Durch Abstraktion entsteht im systemorientierten Kunstprozess
ein Abbild, das mit einem Vorbild konfrontiert wird, welches aus dem Prozess
fortschreitender Konkretion hervorgeht und sich aus dem Streben nach Ganzheit
ergibt. Hierbei spielt das Wort "Tao" (Weg) eine zentrale Rolle, wie
wir im System Art Vorwort lesen können. Der dort porträtierte Künstler, Felix Grünwald, legt in dem schöpferischen Prozess seines Schaffens, wie
beschrieben wird, einen Weg zurück, der auf viele Kunstschaffende zutrifft und
daher hier wiedergegeben werden soll:
- das Motiv, die Landschaft beeindruckt ihn; er hält
diesen Eindruck - diese "Impression" - über eine
Fotographie, Zeichnung oder Skizze fest;
- die weitere Beschäftigung mit dem Motiv bringt eine,
über das Wahrgenommene hinaus gesteigerte,
"expressive" Darstellung hervor, die
Charakteristisches offenbart;
- weitere Studien führen schliesslich zu einem
Abstraktionsgrad, der nur noch das Wesentliche wiedergibt und
eine Art Modell oder Konstruktion dessen ist, was zu Beginn
wahrgenommen wurde.
- So kommen Werkreihen zustande, deren Gesamtgehalt
mehr ist als die Summe ihrer Teile. Darin liegt das Wesentliche
der System Art Kunstform begründet
|
6. Die Sprache der Natur
| Wir erinnern uns noch an den 24.September
1993, als Brig-Glis,
der Heimatort des Kunstmalers zusammen mit verschiedenen
Alpentälern die Macht der Natur und die Ohnmacht des sich erhaben dünkenden
Menschen vorgeführt bekam. Seither häuften sich die Katastrophen. Felix
Grünwald hat das vom Unwetter hart getroffene und vor der Saltinaschlucht
liegende Gebiet "Grindji" fleissig aufgesucht und zusammen mit seinem
Sohn Marc William zum Leitbild der systemorientierten Kunst gemacht,
welche bisher in folgenden EQ-Website Präsentationen thematisiert wurde: EQ-Vision
(Natur + Kunst), EQ-Management (Emotionale Qualität als Schlüsselgrösse
der Rotary 2000 Unternehmensethik) und EQ-Design
(Die Einheit von Farbe - Form - Buchstaben und Zahlen). |
7. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
| Sobald wir es mit Bildern zu tun haben, wird oft zwischen
Original (Vorbild/Urbild) und Reproduktion (Abbild) unterschieden. Gewisse
unterscheiden noch drastischer zwischen dem Sein (des Urbildes) und dem Schein
(des Abbildes). Das Bild, ob wir es Vorbild, Urbild, Abbild oder wie hier
Leitbild nennen, ist das Wirkliche (das, was wirkt), nicht das (reale) Sein.
Letzteres spiegelt sich "nur" im Phänomen der drei wichtigsten
Schichten der menschlichen Realität: "Natur, Kultur und Zivilisation"
(Dyllick, 1982) wider. Ansonsten begreifen wir Bilder als Abbilder (von Etwas).
Das Problem des Begreifens mit dem wir tagtäglich konfrontiert sind liegt
darin, dass oft übersehen wird, dass die Wissensaufnahme des Menschen 78% über
das Auge, d.h. den visuellen Wahrnehmungsmodus, erfolgt. Hören (13%) wird dies,
begreifen wir vielleicht auch die zentrale Bedeutung der Farben, wie wir sie
vorgängig behandelt haben. Ihnen geht aber vielleicht dann erst ein Licht auf,
was wir unter dem Modewort "Tao" verstehen, wenn die restlichen 9%
wahrnehmbar werden. Denn viele mögen diesen Begriff oder den der Strategie
einfach nicht riechen (3%). Finden ihn nicht nach ihrem Geschmack
(3%) geraten oder haben das Gefühl das Ganze sei zu wenig handgreiflich
(3%), d.h.
es fühlt sich nicht so an, wie man es gewohnt
ist. |
8. Das Problem der Sinnerfassung
| Wie wir dem zweiten Band des hier behandelten "Culture
Art" Doppelbandes (Grünwald, 1996) "Kunst kultivieren aus östlicher
und tao-orientierter Sicht" entnehmen können, liegt das Problem einer
sinnhaften Wirklichkeitserfassung darin, dass, wenn wir den Sinn eines
Sachverhaltes verstehen wollen, wir die damit verbundenen Wörter und Bilder
vergessen müssen, um zum Kern der Sache zu gelangen. Damit will der bekannte
Interpret des Tao Te King, Wang Pi (226-249) uns sagen, dass wir jedesmal dann
Sinn erfahren, wenn wir nicht an Wörtern und Bildern haften bleiben, sondern
über deren Stellenwert im Kommunikationsvorgang hinausgehen und Taten folgen
lassen. Notwendig: Praktische (Politische) und Theoretische (Technische) Vernunft. |
9. Exkurs: Abstraktion
|
Die für den Aussenstehenden wohl auffallendste Eigenschaft
der modernen Kunst ist der Prozess der Abstraktion. Dieser Prozess ist aber
nicht nur die Voraussetzung jeder künstlerischen Gestaltung - ungegenständlich
wie gegenständlicher Art - sondern auch Voraussetzung jeder Unternehmungs- und
Führungsgestaltung (Managementgestaltung), worauf hier nicht näher
eingegangen wird (vgl. Grundlagenpapier:
Politische &
Technische Vernunft).
Abstrahiert ein Künstler in seinem Bildwerk, indem er
alles Unwesentliche ausscheidet und sich ganz auf das Wesentliche konzentriert,
so tut dies ein Manager mit Hilfe von verbalen, algebraischen,
graphischen, schematischen, wie kontenmässigen und tabellarischen
Darstellungen. Diese verschiednen Präsentationsmöglichkeiten basieren auf
Modellüberlegungen, zu denen ein Manager auf Grund der Analyse der Wirklichkeit
gelangt. Man kann auch sagen, ein Manager sucht in der Regel zwei Dinge: Ein
ganzheitliches Unternehmens(leit) bild, oder jenen Bildausschnitt, mit der er zu
tun hat, und ein Repertoire von Begriffen und Operationen, das er in seiner
Auseinandersetzung mit der unternehmerischen Umwelt einsetzen kann.
Offensichtlich liegen der Verwendung und dem Gebrauch von
Management-Modellen und Kunst-Werken bestimmte Ziele und Wege zugrunde, und das
Denken und Handeln, das auf sie hinstrebt, hat deutlich
Problemlösungscharakter. Nehmen wir nun an, dass Kunst Mitteilung,
Information sei und nach Kommunikation tendiere, so können drei
typische, deutlich voneinander verschiedene Modalitäten nach von Cranach (1974)
unterschieden werden: 1.
Die Modalität der gegenständlichen Darstellung, 2. Die Modaltität der
symbolischen Mitteilung und 3. Die Modalität der Gestaltung des
Materials.
Das Ziel der gegenständlichen Darstellung bedarf
keiner langen Erklärung: Objekte der Natur sollen abgebildet werden. Was der
Künstler dem Betrachter vermittelt, ist seine Vorstellung vom Gegenstand, er
formt diese Vorstellung in erster Linie nach seiner Wahrnehmung, aber darüber
hinaus kann auch sein Wissen über sonstige, nicht wahrgenommene Eigenschaften
des Gegenstandes in die Darstellung eingehen. Der Betrachter entnimmt diese
Vorstellung und dieses Wissen dem Bild, er lernt den Gegenstand kennen oder neu
erkennen.
Wir sprechen daneben von einer Modalität der symbolischen
Mitteilung, weil viele Werke der bildenden Kunst sozial relevante Inhalte
kommunizieren.Wobei nicht ästhetische Empfindungen oder anschauliche
Vorstellungen von Gegenständen übertragen werden sollen, sondern Ideen,
Wertungen oder Handlungsaufforderungen wie dies im Culture Art CD-Gestaltungskonzept getan wird. Dabei scheint die symbolische Mitteilung
weitgehend abhängig von der gegenständlichen Darstellung, auf welche sie immer
wieder zurückgreift, während weder symbolische Mitteilungen noch
gegenständliche Darstellungen ohne Gestaltung des Materials möglich
sind.
|
10. System Art Modalitäten und Beispiele
|
In Bezug auf die erwähnten Modalitäten der
Kommunikation im Kunstprozess lässt sich die Modalität der Gestaltung des
Materials in der Art erklären, dass die 4-Elemente:
Feuer, Wasser,
Luft und Erde vermutlich das älteste uns
überlieferte System einer umfassenden Beschreibung unserer Wirklichkeit sind. Dass
es gerade vier Elemente sind, welche das Gerüst der von Marc W. + Felix
Grünwald entwickelten system-orientierten Kunst
bilden, hat denselben Grund wie
die Tatsache, dass es vier Himmelsrichtungen oder vier Jahreszeiten gibt. Ein
weiterer Grund lässt sich darin sehen, dass die 4-heit in der Natur des
menschlichen Denkens liegt und jedesmal dann gefragt ist, wenn Etwas ganzheitlich
beurteilt sein will. Den Weg dorthin nennen wir Tao, bzw. Strategie und findet
seinen Niederschlag im Phänomen der Kunst bzw. Kreativität.
Wie aus der obigen tabellarischen
Darstellung zu entnehmen ist, nimmt das vierte Element (Erde) eine
Sonderstellung ein. Sehr deutlich kommt die Sonderrolle der Zahl
Vier in dem Satz zum Ausdruck, welcher der
grossen Alchemistin Maria Prophetessa, der legendären Schwester Moses,
zugeschrieben wird: "Die Eins wird zu Zwei, die Zwei zu Drei, und aus dem
Dritten wird das Eine als Viertes". Hierin liegt wohl die Aussage, dass ein
vierter Aspekt zur Einheit (Ganzheit) führt, aber auch ein Hinweis, dass es in
dieser Reihenfolge geht.
Zur Modalität des gegenständlichen
Darstellung lässt sich anführen, dass ursprünglich die vier Elemente
nicht abstrakt, sondern in ihrer ganz natürlichen Form gesehen wurden. Feuer in
Sonne, Blitz und Flamme; Wasser als Quelle, Fluss, See, Meer, Regen und Tränen;
Luft als Wind, Wolken, Nebel und Atem; während Erde als Stein, Fels, Erdschollen
und Sand. Aber auch, dass alle Naturkatastrophen Ausdruck mindestens eines
dieser Elemente sind: Feuersbrünste, Überschwemmungen, Stürme und
Erdbeben.
Die Verbindung der Modalität der symbolischen
Mitteilung ergibt sich in der Einschätzung eines äusseren Objektes und
zwar auf die Weise, dass jedes der vier Elemente in uns einen anderen Aspekt
wahrnimmt und die Art, in welcher Stärke die Elemente im Betrachter vertreten
sind, entscheidet darüber, welcher Aspekt uns der wichtigste wird. Wie aber nur
das harmonische Zusammenwirken aller vier Elemente sich zu einem ganzheitlichen
System-Bild verbindet, veranschaulicht das folgende Beispiel:
Nehmen wir an, ein Mensch habe vier Brillen zur
Verfügung und betrachte zum ersten Mal die System Art Bilder von
Felix Grünwald. Durch die Erdbrille wird er
sie sinnlich wahrnehmen, und damit
vor allem die Form- und Farbqualitäten feststellen. Durch die Luftbrille
vergleicht er das wahrgenommene Bild mit anderen Objekten, die er kennt, stellt
Ähnlichkeiten und Unterschiede fest und versucht dem Werk einen Namen zu geben.
Durch die Wasserbrille wird das Bild geradezu durchsichtig, sie macht ihn
hellsichtig und lässt ihn spüren, was man mit so einem Werk alles machen
könnte, welche Möglichkeiten in ihm liegen, während die Feuerbrille
diese Möglichkeiten bewertet. Dieser Betrachter fällt also ein Werturteil, ob
so ein Bildwerk nun gut oder schlecht geraten sei, ob er es als erstrebenswert
erachtet oder nicht, und ob er es haben will oder nicht.
Kommt der Betrachter zu dem Schluss, dass er das
Bild haben will, dass ist es das Feuer-Element in ihm, das es sofort
begehrt, Wasser welches das Bild schon in seinem Besitz sieht, während
Erde
sorgenvoll ins Portemonnaie schaut und Luft den Kauf nochmals
überlegt.
Ist der Betrachter aber ein Kunsthändler, der
das Bild verkaufen will, dann wittert das Wasser in ihm, welche
Marktchancen es hat, Luft entwirft die passende Verkaufsstrategie, Erde
setzt den Preis fest und Feuer gibt den nötigen Schwung und die
Überzeugungskraft für das Verkaufsgespräch. Das gilt natürlich nur im Fall
eines gesunden, harmonischen Miteinander. Im ungünstigsten Zusammenspiel wird Feuer
grenzenlos angeben, Luft unterträglich kluge Sprüche klopfen,
Erde zum
unverbesserlichen Sturkopf und Wasser wird sich seinen Launen ungehemmt
hingeben.
Hinter all diesen Darstellungen verbirgt sich die Idee, dass die
Ganzheit, durch die Entfaltung aller vier Elemente der Wirklichkeit entsteht,
aber auch dass es noch eine Erfahrung gibt, die darüber hinausführt. In ihr
finden die Gegensätze wieder zur ursprünglichen Einheit zusammen. Diese
ursprüngliche Einheit nennt der Westen System - den Erfahrungshintergrund
Struktur, der Osten Tao und Weg (Strategie). Zusammen
symbolisiern sie das im Culture Art Doppelband thematisierte kollektive Kulturbewusstsein,
das sich uns im kreativen Prozess von Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft als Chaos
und Ordnung (Guntern 1991), manifestiert und dessen Gestaltungsprinzipien Flexibilität
und Stabilität (Klimecki/Probst/Gmür 1993) sind.
|
11. Tao Art Modalitäten und
die
Sinnfrage
|
Die Modalität der Gestaltung des Materials
liegt aus Sicht des Taoismus in der Aufgabe der Kunst, die ursprüngliche
Wahrheit zu erfassen, das Unsichtbare sichtbar zu machen, das ursprüngliche Wort
zu verkünden, die ursprünglichen Bilder darzustellen - sonst ist es nicht
Kunst. Was heissen soll, dass eine wirkliche Kunst die der symbolischen und
bedeutungsvollen Darstellung ist, eine Darstellung von Dingen, die nur mit dem
Geist gesehen werden. Die damit verbundene Modalität der symbolischen
Mitteilung fasst einer der bedeutensten Kommentatoren des Tao-Te-King und I
Ging, Wang Pi (226-249) in folgende Worte. Wang Pi sagt: "Worte werden
gebraucht, um Embleme (Sinn-Bilder) zu erklären. Ist das Emblem verstanden,
werden die Worte vergessen. Embleme (hier im Sinne von Bild, bzw. Symbol oder
Zeichen) werden benutzt, um Vorstellungen zu vermitteln. Ist die Vorstellung
erfasst, so werden die Embleme vergessen. Das ist das Gleiche, als wenn man
sagt, die Schlinge sei da, um Kaninchen zu fangen. Hat man das Kaninchen erlangt,
so wird die Schlinge vergessen. Das Fischnetz ist da, um Fische zu fangen. Hat
man die Fische erlangt, so wird das Netz vergessen.
Was besagen soll, dass Worte wie wir selber immer
wieder feststellen können, Gedanken nicht restlos auszudrücken vermögen und
Wahrnehmung und Verstehen auf Bilder angewiesen ist. Nicht bedeuten soll es
aber, dass der Sinn am Ende des Weges über Worte und Bilder erreicht wird,
sondern im Weg als Ganzem liegt. Sinnerfassung und Sinngebung liegen mit anderen
Worten in jedem Geschehen und Sinn kann durch Hingabe an dieses erfasst und
erfüllt werden. Er kann auf dem Wege erfahren werden, in der natürlichen
Wandlung von Polaritäten. Soll Sinn erfahren auf der dargestellten Weise
erlangt werden, darf das Wort nicht allein bestimmend sein, sondern soll mit dem
Bild verknüpft oder ihm entgegengestellt werden, und aus dem fruchtbaren
Wechselspiel zwischen beiden, aber nicht aus dem Wort oder Bild allein, wird die
Bedeutung des Geschehens abgeleitet, erzeugen Begriffe und Bilder den bekannten Sinn-ergie-effekt: 1 + 1 = 4.
In Bezug auf die Modalität der
gegenständlichen Darstellung heisst dies, sich des Zusammenspiels von Yin
und Yang in allen Aspekten des kreativen Prozesses bewusst werden. Dessen Ziel
darin besteht, Harmonie in Seele, in Geist und Werk zu bewirken und diese
seelisch-geistige Harmonie auch dem Betrachter des Werkes zugänglich zu machen.
Dieses Ziel wird auf die Weise erreicht, dass eine ausgewogene Verteilung von
massigen und leeren Flächen im Gemälde angestrebt wird. Die daraus
resultierende Spannung bewirkt, dass das ganze Bild von Lebensenergie erfüllt
ist, wie wir dies aus den Beispielen ersehen können. Durch die Leere kommt das
Massige in Bewegung, und was massig ist wird leer, was einer Auflösung zwischem
dem Chaos der sichtbaren Welt (Fülle) und der vom Künstler erstrebten Ordnung
(Form) gleichtkommt. Im Sinne des Grundprinzips der tao-orientierten Kunst:
BeWEGtSEIN, gilt es sich innerlich völlig leer zu machen von Gedanken, Gefühlen und
Absichten, um den Lauf der Dinge bewusst wahrzunehmen. Wie in der
weiterführenden Internet-Präsentation über das Lebenswerk von Alfred
Grünwald (1929-1966): "Den Weg sehen, den Weg
gehen, selbst zum Weg werden", vor Augen geführt wird, kann letztlich
unser ganzes Dasein unter dem Begriff Tao bzw. unter dem Bild des Weges gedacht
werden.
|
12. Quellen:
Grünwald
M.W.: Die Kunst & Das Management
der Moderne. Kreativität & Innovation im Zeichen globaler Vernetzung.
Unveröffentlichtes Typoskript, Brig 1998, S.37ff.,42ff.,64ff. Derselbe.
Doppelband "Culture Art - Die Kultur der
Kunst", Hrsg.Dr.Olaf J.Böhme, Präsident IDEE-SUISSE, Band 1: Kunst
kultivieren aus westlicher und systemorientierter Sicht. Mitarbeit: Felix
Grünwald. Band 2: Kunst kultivieren aus östlicher und tao-orientierter
Sicht. Mitarbeit: Jung Ok
Im-Lemke. Brig-Glis 1996, Rotten Verlag |
Websites:
Weiterführende Literatur:
Banzhaf H.: Der Mensch in seinen Elementen. Feuer, Wasser, Luft und Erde. Eine ganzheitliche
Charakterkunde.München 1993, Hugendubel Birkenbihl
V.F.: Zahlen bestimmen Ihr Leben. Numerologie. Ein Weg zu mehr
Menschenkenntnis. 4.Auflage, Landsberg am Lech 1989, Moderne Verlagsgesellschaft Bocola S.:
Die Kunst der Moderne. Zur Struktur und Dynamik ihrer Entwicklung. Von Goya bis
Beuys. München/New York 1994, Prestel, S.31ff. Börnsen H.:
Leibniz' Substanzbegriff und Goethes Gedanke der Metamorphose, Stuttgart 1985,
Freies Geistesleben Damian-Knight G.:
I Ging für Manager. Entscheidungsfindung und Unternehmensstrategie mit dem
alten chinesischen Orakel, München 1993, Diederichs Daenzer W.F./Huber
F.,Hrsg: Systems Engineering. Methodik und Praxis. 7.Auflage, Zürich 1992,
Industrielle Organisation,S.XIXff.,4ff.,10,159f., 178, 180 De Bono E.:Das Sechsfarben-Denken. Ein
neues Trainingsmodell.Düsseldorf 1989,Econ,S.22,43ff.,87ff.,199 Endres
H.: Menschkenntnis -
schnell und sicher. München 1988, Knaur,S.66ff. Psychische Grundtendenz; elementares Symbol; körperlich materielle,
seelisch-gemüthafte und geistig-ideelle Schicht mit dazugehörigem astralen Symbol
Derselbe: Das Beste aus dem Leben machen. Ein Leitfaden zur
Selbsterfüllung und Selbstmeisterung, München 1988,Knaur,S.68-138 Endres
H./Bender U.: Numerologie. Symbolische Geburtsdatenanalyse, 6.Auflage,
Isselbach 1991, Dr.Endres, Institut für ganzheitliche Lebensgestaltung,S.12ff. Focillon
H.: Das Leben der Formen, Bern 1954, Francke Fiedeler
F.:
Yin und Yang. Das kosmische Grundmuster in den Kulturformen Chinas. Köln 1993,
DuMont Guggenbühl P.:
Begegnung mit der Form, Dietikon-Zürich 1966, Stocker-Schmid Guntern
G.,Hrsg.: Der kreative Weg. Kreativität in Wirtschaft, Kunst und
Wissenschaft, Zürich 1991, Moderne Industrie,S.54ff. Heller E.: Wie Farben
wirken. Farbpsychologie, Farbsymbolik, kreative Farbgestaltung, 1.Auflage,
Rheinbek bei Hamburg 1989, Rowohlt Itten J.: Kunst der Farbe.
Subjektives Erleben und objektives Erkennen als Wege zur Kunst. Studienausgabe.
Ravensburg 1970. Otto Maier Derselbe: Gestaltungs-
und Formenlehre. Vorkurs am Bauhaus und später. Ravensburg 1975, Otto
Maier Derselbe: Bildanalysen, herausgegeben von Rainer
Wick in Zusammenarbeit mit Anneliese Itten, Ravensburg 1988, Maier Javane F./Bunker D.: Zahlenmystik. Das Handbuch der
Numerologie, 1.Auflage, München 1991, Goldmann, S.68ff. Klimecki
R.G./Probst G.J.B./Gmür M.: Flexibilisierungsmanagement. Die Orientierung
Nr.102, Bern 1993, Schweizerische Volksbank,S.18,61ff. Kobbert M.J.:
Kunstpsychologie.
Kunstwerk, Künstler und Betrachter, Darmstadt 1986, Wissenschaftliche
Buchgesellschaft, S.94ff.,113ff. Koretweg H./Korteweg
H.: Dem inneren Licht folgen. Chakren, Charakterstrukturen
und die sieben Strahlen, München 1991,Knaur,S.197ff.,227ff. Küppers
H.: Harmonielehre der Farben. Theoretische Grundlagen der Farbgestaltung,
Köln 1989, DuMont Derselbe: DuMont's Farben Atlas. Über
5500 Farbnuancen mit Kennzeichnung und Mischanleitung, 6.Auflage, Köln 1991,
DuMont Lacy M.L:
Das Farborakel. Die psychologische und spirituelle Bedeutung der Farben,
München 1991, Knaur Lorenzen P.,Grundbegriffe technischer
und politischer Kultur. Zwölf Beiträge, Frankfurt am Main
1985,Suhrkamp,S.24ff. Lüdtke F.: Malen, Zeichnen,
Gestalten, München 1973, Praeger Lüscher M.: Der 4-Farben-Mensch. Der Weg zum inneren Gleichgewicht. Düsseldorf
1989,S.185ff.
Derselbe:
Aber ich muss nicht... Das 4-Farben-Denken. München 1991, Heyne,S.70ff. Wie der
1-Farben-Denker die anderen sieht Derselbe: Das
Harmonie-Gesetz in uns. Ein neuer Weg zu innerem Gleichgewicht und
sinnerfülltem Leben, 2.Auflage, München 1988,Heyne,S.91ff. Mann R.:
Die fünfte Dimension in der Führung. Quelle für Produktivität und
Kreativität im Unternehmen. Düsseldorf/Wien/New York/Moskau 1993, Econ Derselbe: Das ganzheitliche
Unternehmen. Die Umsetzung des Neuen Denkens in der Praxis zur Sicherung von
Gewinn und Lebensfähigkeit. 6.Auflage. Stuttgart 1995, Schäffer-Poeschel Markert C.:
Yin-Yang.
Harmonie von Sinnlichkeit und Vernunft. 2.Auflage, Düsseldorf/Wien 1985,
Goldmann Mees-Christeller E.:
Kunsttherapie in der Praxis, Stuttgart 1988, Urachhaus,S.13ff.,39ff.,54ff. Müri
P.: Chaos-Management - Die kreative Führungsphilosophie, München 1989,
Heyne,S.185ff. Neges G./Neges R.: Management-Training.
Leitfaden aus der Seminarpraxis. Praktische Führungsfälle, Führungsbausteine
und Persönlichkeitsentwicklung, Wien 1993,Ueberreuter Rhodes C./Thame S.: Die Farben des Menschen. Was
Farben über unsere Persönlichkeit verraten, München 1988, Heyne Rhiedel
I.: Farben - In Religion, Gesellschaft, Kunst und Psychotherapie, 6.Auflage,
Stuttgart 1987, Kreuz Dieselbe: Formen. Kreis, Kreuz,
Dreieck, Quadrat, Spirale, 2.Auflage, Stuttgart 1986,
Kreuz,S.11ff.,37ff.,67ff.,89ff. Schwanzer B.: Unternehmensdarstellung
und Architektur: Die Bedeutung der Architektur für die CI von Unternehmen, in: Econ
Handbuch - Corporate Policies. Wie Ihr Unternehmen erfolgreich auftritt,
Düsseldorf/Wien/New York 1992, Econ,S.145-167. Tritten G.: Malen.
Handbuch der bildnerischen Erziehung, Bern/Stuttgart 1985, Haupt,S.37ff.,163f. Walliser
Bote,Hrsg.: Freitag 24.9.93. Die Naturkatastrophe im Oberwallis, Brig-Glis,
Simplon und Vispertäler, Visp 1993 Wing
R.L.: Die Strategie der
Sieger. Eine Neuübersetzung von Sun Tsus Klassiker "Die Kunst der Strategie",
München 1989,Knaur,S.27ff. Die fünf Grundlagen
der Strategie: 1. Tao (Weg), 2. Natur, 3.
Situation, 4. Führung und 5. Kunst. Albert A.Stahel: Klassiker der Strategie - eine
Bewertung. Zürich 1995, vdf Hochschulverlag,S.17ff. Sun Tzu - der chinesische Meister |
1995-2008 © kca. Letzte Änderung:
24.11.2008

|